Podcast
Im Podcast Aus dem Cafésatz spricht Zsolt Janos über tägliche Entwicklungen an den Kapitalmärkten. Komplexe Zusammenhänge werden klar, nachvollziehbar und mit langjähriger Erfahrung auf den Punkt gebracht.
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14.11.2025
Transparenz in der Finanzwelt - wie viel wollen wir wirklich?
Heute tauchen wir ein in ein Thema, das in der Finanzindustrie ständig mitschwingt – und doch selten wirklich entspannt besprochen wird: Transparenz.
Viele fordern mehr davon. Mehr Offenheit in Produkten, mehr Einblick in Risiken, mehr Klarheit darüber, wie Entscheidungen in der Finanzwelt getroffen werden. Vieles davon ist längst überfällig.
Doch gleichzeitig müssen wir uns fragen: Wie viel Transparenz vertragen wir – im Sinne von Warum haben wir sie noch nicht?
Und wie viel Transparenz vertragen wir – im Sinne von Können wir mit den Konsequenzen umgehen?
Denn je durchsichtiger die Finanzwelt wird, desto mehr wird auch sichtbar, was wir vielleicht lieber nicht sehen wollen: Komplexitäten, Zielkonflikte, Abhängigkeiten. Transparenz macht uns nicht nur zu Nutznießer*innen, sie macht uns selbst zu Betroffenen. Sie fordert unser Urteilsvermögen heraus – und manchmal auch unsere Bequemlichkeit.
Wie navigieren wir also diesen schmalen Grat? Zwischen notwendiger Offenlegung und der Frage, wie viel Sichtbarkeit uns wirklich weiterbringt?
Die im Podcast besprochenen Inhalte dienen NUR zu allgemeinen Informationszwecken und stellen unter keinen Umständen eine Empfehlung zum Kauf oder Verkauf bestimmter Anlagen dar und sind somit keine Anlageberatung. Der Vortragende kann das Risikoprofil und die finanzielle Situation einzelner Zuhörer nicht einschätzen. Wer sich aufgrund des im Podcast Besprochenem zum Kauf oder Verkauf von Anlageprodukten / Vermögenswerten entscheidet, tut diese aus eigener Entscheidung und auf eigene Gefahr. Der Vortragende kann daher keine Haftung übernehmen, wenn Sie aufgrund des im Podcast Gesagtem eigene Anlageentscheidungen treffen und dadurch Verluste erleiden.
Zusammenfassung
Transparenz in der Finanzwelt – Wie viel Veränderung wollen wir wirklich?
In der heutigen schnelllebigen Finanzwelt ist Transparenz ein immer wichtigeres Thema. Doch wie viel Transparenz ist wirklich gewünscht und wie viel Veränderung sind wir bereit zu akzeptieren? Diese Fragen diskutierten Zsolt Janos und Jakob in einem spannenden Gespräch über Generationenunterschiede, Innovationsbereitschaft und die Notwendigkeit eines gesunden Egoismus, um Veränderungen voranzutreiben.
Die Kluft zwischen den Generationen
Zsolt Janos betonte, dass er in seinen Gesprächen mit jungen Menschen oft den Wunsch nach klaren Anweisungen verspürt. Seine Antwort darauf ist jedoch stets: "Fangt einfach an!". Er ermutigt dazu, Dinge auszuprobieren und aus Fehlern zu lernen. Muskeln wachsen schliesslich auch durch Training und Schmerz, nicht durch Zuschauen. Jakob fügte hinzu, dass es wichtig sei, jüngere Generationen zu fördern, eigenständig zu handeln und zu denken, und ihnen gleichzeitig die Möglichkeit zu geben, Fehler zu machen.
Ein zentraler Punkt der Diskussion war die unterschiedliche Herangehensweise verschiedener Generationen. Ältere Generationen neigen oft dazu, aus ihren Erfahrungen zu schöpfen und jüngeren Generationen Ratschläge zu geben, die auf vergangenen Parametern basieren. Doch die Welt verändert sich ständig, und was früher funktioniert hat, muss heute nicht mehr relevant sein. Zsolt Janos betonte: "Geschichten, die vor 20, 30, 40 Jahren passiert sind, sind unter anderen Parametern passiert. Wenn die heutigen Parameter anders sind, helfen mir die Stories aus den 80ern, 90ern, 2000ern überhaupt nicht."
Der gesunde Egoismus und die "Just Do It" Mentalität
Jakob sprach einen wichtigen Punkt an, der viele junge Menschen beschäftigt: den Mangel an gesundem Egoismus. Oftmals wird ihnen beigebracht, Rücksicht auf andere zu nehmen und Fehler zu vermeiden. Zsolt Janos erwiderte, dass Systeme per se egoistisch sind und nicht an die Einzelperson denken. Um ein mündiger Teil des Systems zu sein, muss man auch ohne das System lebensfähig sein können.
Die "Just Do It" Mentalität, also das einfache Machen ohne lange Genehmigungen einzuholen, wurde als wichtiger Faktor für Innovation und Veränderung hervorgehoben. Zsolt Janos erklärte: "Just Do It beinhaltet, dass ich heute etwas mache in einer Form, wie wir es noch nie gemacht haben, mit den jetzigen Parametern im besten Wissen und Gewissen." Dabei ist es wichtig, zu akzeptieren, dass nicht jedes Experiment erfolgreich sein wird. Scheitern sollte als Lernchance betrachtet werden, nicht als Bestrafung.
Transparenz und die veränderte Finanzwelt
Die Finanzwelt hat sich in den letzten Jahrzehnten stark verändert. Früher herrschte oft Intransparenz, und Anlageformen wurden aus dem Blickwinkel des Verkäufers verkauft. Heute stehen den Kunden viel mehr Informationen zur Verfügung, was das frühere Verkaufsmodell komplett auf den Kopf stellt. Zsolt Janos betonte, dass massive Informationen notwendig sind, um die richtigen Fragen zu stellen und fundierte Entscheidungen zu treffen.
Experimentierräume und agile Systeme
Jakob plädierte für mehr Experimentierräume, in denen neue Ansätze ausprobiert werden können. Er schlug vor, dass die Politik agile Systeme anstelle zentraler Bürokratie fördern sollte. Zsolt Janos ergänzte, dass Technologien wie Blockchain genutzt werden könnten, um mehr Transparenz zu schaffen.
Die Brücke zwischen Erfahrung und Innovation
Obwohl Zsolt Janos die "Just Do It" Mentalität befürwortet, betonte Jakob die Bedeutung, die wertvollen Ressourcen, die jede Generation mitbringt, zu nutzen. Bei den älteren Generationen ist dies die Erfahrung, bei den jüngeren die Innovation und Kreativität. Es gilt, eine Brücke zwischen diesen Generationen zu schaffen und die besten Werte aus beiden zu vereinen.
Zsolt Janos brachte abschliessend die Metapher des "Froschküssens" ins Spiel: Wenn die Reaktion der älteren Generation auf eine neue Idee mit einem "Ja, aber..." beginnt, sollte man sich nach anderen Gesprächspartnern umsehen.
Fazit
Die Diskussion zwischen Zsolt Janos und Jakob hat gezeigt, dass Transparenz und Veränderung in der Finanzwelt komplexe Themen sind, die unterschiedliche Generationen unterschiedlich wahrnehmen. Um Fortschritte zu erzielen, ist es wichtig, die Erfahrungen älterer Generationen zu würdigen, gleichzeitig aber auch die Innovationskraft und den Mut jüngerer Generationen zu fördern. Ein gesunder Egoismus und die Bereitschaft, neue Wege zu gehen, sind dabei unerlässlich.
Die Finanzwelt steht vor grossen Herausforderungen. Nur durch Offenheit, Transparenz und die Bereitschaft, alte Denkmuster aufzubrechen, können wir eine nachhaltige und zukunftsorientierte Finanzlandschaft gestalten.
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