Podcast
Im Podcast Aus dem Cafésatz spricht Zsolt Janos über tägliche Entwicklungen an den Kapitalmärkten. Komplexe Zusammenhänge werden klar, nachvollziehbar und mit langjähriger Erfahrung auf den Punkt gebracht.
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02.02.2026
Gold/Silber hat uns die "wann?" Frage beantwortet
Panik am Edelmetallmarkt? Nicht bei uns. Wir besprechen heute, warum der aktuelle Kursrückgang bei Gold und Silber nichts anderes ist als das längst überfällige Ausatmen eines überhitzten Marktes. Bleibt entspannt, wir analysieren die Lage.
Die im Podcast besprochenen Inhalte dienen NUR zu allgemeinen Informationszwecken und stellen unter keinen Umständen eine Empfehlung zum Kauf oder Verkauf bestimmter Anlagen dar und sind somit keine Anlageberatung. Der Vortragende kann das Risikoprofil und die finanzielle Situation einzelner Zuhörer nicht einschätzen. Wer sich aufgrund des im Podcast Besprochenem zum Kauf oder Verkauf von Anlageprodukten / Vermögenswerten entscheidet, tut diese aus eigener Entscheidung und auf eigene Gefahr. Der Vortragende kann daher keine Haftung übernehmen, wenn Sie aufgrund des im Podcast Gesagtem eigene Anlageentscheidungen treffen und dadurch Verluste erleiden.
Zusammenfassung
Gold/Silber: Hat uns die "Wann?"-Frage beantwortet?
Die Kapitalmärkte waren in den letzten Tagen in Bewegung. Insbesondere Gold und Silber erlebten turbulente Zeiten. War es eine gesunde Korrektur oder der Beginn eines ausgewachsenen Crashs? Wir analysieren die Situation mit dem Experten Zsolt Janos.
Was ist passiert? Die Fakten
Am Freitag erlebten Gold und Silber deutliche Kursrückgänge. Gold korrigierte in der Spitze um 10 Prozent, Silber sogar um 27 Prozent (in Dollar bewertet). In der Spitze waren es sogar -33% bei Silber. Schlagzeilen von einem "Kursmassaker" machten die Runde.
Zsolt Janos relativiert: "Eigentlich ist nichts Besonderes passiert. Wir haben oft betont, dass nach extremen Anstiegen auch intensive Korrekturen folgen werden."
Die langfristige Perspektive
Trotz der jüngsten Rückgänge sollte man die langfristige Performance nicht ausser Acht lassen. Auf 12-Monats-Sicht (Stand Wochenende) liegt Gold immer noch bei +75 Prozent im Vergleich zu Anfang Februar 2023. Silber steht nach der Korrektur bei +169 Prozent, Platin bei +123 Prozent und Palladium bei +73 Prozent.
Es ist wichtig, die Perspektive zu wahren und sich nicht von kurzfristigen Schlagzeilen verunsichern zu lassen.
Ein Blick in die Vergangenheit
Um das Ausmaß der Kursbewegung einzuordnen, lohnt sich ein Blick in die Vergangenheit. Seit 1984 gab es keinen Tagesminus bei Gold, der stärker war als am Freitag. Das unterstreicht die außergewöhnliche Situation.
Die entscheidende Frage: Warum habe ich gekauft?
Laut Zsolt Janos sollten sich Anleger in solchen Phasen fragen: "Warum habe ich Gold oder Silber gekauft? War es eine kurzfristige Spekulation oder eine langfristige Position im Portfolio?"
Wer erst bei hohen Kursen eingestiegen ist, sollte sich fragen, warum er nicht schon früher investiert hat. Entscheidend ist, ob man Substanz kaufen wollte oder nur auf kurzfristige Gewinne spekuliert hat.
Die verschiedenen Käufergruppen
Der Markt für Gold und Silber wird von verschiedenen Gruppen beeinflusst:
- Basisrohstoffkäufer: Unternehmen, die Gold und Silber für ihre Produkte benötigen. Sie bevorzugen niedrige Preise.
- Langfristige Buy-and-Hold-Käufer: Investoren, die Substanz kaufen, wie z.B. Zentralbanken.
- Spekulanten: Oft mit Papierprodukten unterwegs, die nicht unbedingt physisch hinterlegt sind.
Was hat den Kurssturz ausgelöst?
Zsolt Janos verweist auf die extreme Überkauft-Situation von Gold und Silber in den Wochen zuvor. Nervöse Bewegungen und KI-generierte Videos, die einen unaufhaltsamen Aufstieg prognostizierten, deuteten auf eine Blasenbildung hin. Auch die mögliche Ernennung von Kevin Walsh zum Nachfolger von Jay Powell (mit einer restriktiveren Geldpolitik) könnte eine Rolle gespielt haben.
Oft genügt aber auch ein kleiner Auslöser, um eine Kettenreaktion in einem überhitzten Markt auszulösen.
Die Rolle des US-Dollars
Eine massive Aufwertung des US-Dollars trug ebenfalls zum Kursrückgang bei. Da Gold und Silber in Dollar gehandelt werden, führt ein stärkerer Dollar tendenziell zu fallenden Preisen.
Zudem wurden viele gehebelte Positionen ausgelöscht, was den Abwärtsdruck verstärkte.
Die langfristigen Parameter
Viele Analysten betonen, dass sich an den grundlegenden Faktoren, die Gold und Silber in den letzten Jahren gestützt haben, nichts geändert hat. Die hohe Verschuldung der Staaten, die niedrigen Zinsen und die steigenden Rohstoffpreise bleiben bestehen.
Auch die Nachfrage nach Gold ist weiterhin sehr hoch, trotz des gestiegenen Preises.
Vergleich mit den 1970er Jahren
Einige Analysten sehen Parallelen zu den 1970er Jahren. Damals stieg der Goldpreis zwischen 1971 und 1974 um das Vierfache, um dann zwischen 1974 und 1976 um 50 Prozent zu korrigieren. Anschließend folgte von 1976 bis 1980 ein erneuter Anstieg um 700 Prozent.
Eine 50-prozentige Korrektur vom aktuellen Hoch würde einen Goldpreis von etwa 2700 Dollar bedeuten.
Silber im Vergleich zu Gold
Silber ist stärker von der Industrie abhängig und hat mit Kupfer eine Alternative. Steigende Silberpreise könnten dazu führen, dass Unternehmen auf Kupfer ausweichen.
Fazit
Die jüngsten Kursbewegungen bei Gold und Silber waren heftig, aber nicht unbedingt überraschend. Wichtig ist, die langfristige Perspektive zu wahren und die Gründe für die eigene Investition zu hinterfragen. Ob es zu weiteren Korrekturen kommt, bleibt abzuwarten. Die Entwicklung des US-Dollars und die Reaktion der Marktteilnehmer werden entscheidend sein.
Wichtig: Solche Bewegungen gehören zu diesen Anlagekategorien dazu. Lassen Sie sich nicht von Panikmache leiten, sondern treffen Sie informierte Entscheidungen.
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