Podcast
Im Podcast Aus dem Cafésatz spricht Zsolt Janos über tägliche Entwicklungen an den Kapitalmärkten. Komplexe Zusammenhänge werden klar, nachvollziehbar und mit langjähriger Erfahrung auf den Punkt gebracht.
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12.12.2025
Gibt es so etwas wie einen fixen inneren Wert?
Wir alle kennen die kurzfristigen Schwankungen: Der Preis an der Börse ist oft nur ein Spiegelbild von Angebot, Nachfrage, Hypes und manchmal purer Panik. Doch wer langfristig denkt, der spürt, dass da mehr sein muss als nur das Momentum des Marktes. Die Märkte scheinen sich immer wieder um einen Kern zu drehen – um die Wertfrage.
Was genau macht eine Immobilie, eine Aktie oder eine Anleihe wirklich wertvoll? Es geht um den Nutzen, darum, wie viele Menschen diesen Nutzen brauchen, und letztlich um die simple, aber mächtige Frage der Knappheit – wie rar ist das Gut?
Wir beleuchten, ob Warren Buffetts Konzept der "inneren Wertbestimmung" wirklich die ultimative Wahrheit ist oder ob der Wert immer nur in den Augen des Betrachters liegt.
Die im Podcast besprochenen Inhalte dienen NUR zu allgemeinen Informationszwecken und stellen unter keinen Umständen eine Empfehlung zum Kauf oder Verkauf bestimmter Anlagen dar und sind somit keine Anlageberatung. Der Vortragende kann das Risikoprofil und die finanzielle Situation einzelner Zuhörer nicht einschätzen. Wer sich aufgrund des im Podcast Besprochenem zum Kauf oder Verkauf von Anlageprodukten / Vermögenswerten entscheidet, tut diese aus eigener Entscheidung und auf eigene Gefahr. Der Vortragende kann daher keine Haftung übernehmen, wenn Sie aufgrund des im Podcast Gesagtem eigene Anlageentscheidungen treffen und dadurch Verluste erleiden.
Zusammenfassung
Die Suche nach Sicherheit: Gibt es einen fixen inneren Wert?
In der aktuellen Kapitalmarktlage, geprägt von Zinssenkungen und Sektorenrotationen, stellt sich für Anleger die Frage nach Sicherheit und Wert. Was können wir tun, um in unsicheren Zeiten den Überblick zu behalten und fundierte Entscheidungen zu treffen?
Die Rolle von Angebot und Nachfrage
Zsolt Janos beleuchtet in diesem Beitrag die fundamentale Frage: Hat Preis etwas mit Wert zu tun? Die Antwort ist komplex. Kurz gesagt: Der Preis wird maßgeblich durch Angebot und Nachfrage bestimmt. Hohe Nachfrage bei geringem Angebot treibt den Preis nach oben, während ein Überangebot den Preis senkt.
Langfristig jedoch folgt die Angebots- und Nachfrageseite dem Wert. Spekulative Anlageformen mögen kurzfristig durch Hypes profitieren, doch irgendwann stellt sich die Frage nach dem inneren Wert.
Die Formel für den Wert: Drei entscheidende Faktoren
Einen fixen, unveränderlichen inneren Wert gibt es nicht. Stattdessen sollten wir uns auf drei wesentliche Faktoren konzentrieren:
- Nutzen für die Gesellschaft: Welchen Mehrwert bietet das Produkt oder die Dienstleistung?
- Bedarf: Wer braucht es überhaupt? Handelt es sich um ein Basisgut oder ein Luxusprodukt?
- Verfügbarkeit/Rarität: Wie leicht ist es produzierbar oder vermehrbar?
Wichtig: Wenn einer dieser Faktoren null ist, ist auch der Gesamtwert null.
Das Gedankenexperiment: Was, wenn es verschwindet?
Um den Wert einer Anlage zu beurteilen, kann man sich folgendes Szenario vorstellen: Was würde passieren, wenn diese Investmentkategorie von heute auf morgen verschwinden würde? Wäre das ein Problem für die Gesellschaft, oder nur für einzelne Investoren?
Beispiel: Würde der Euro verschwinden, wäre das eine Katastrophe, da unser gesamtes System darauf aufgebaut ist. Würde Bitcoin verschwinden, hätte das kaum Auswirkungen auf die Weltwirtschaft.
Die KI-Blase: Fantasie vs. Realität
Aktuell wird viel über Künstliche Intelligenz (KI) diskutiert. Doch ist das tatsächlich eine Revolution oder nur eine Blase? Ähnlich wie bei der Internetblase werden rund um die KI viele Fantasie-Stories aufgebaut.
Die derzeitige KI, insbesondere Large Language Models (LLM), basiert hauptsächlich auf Rechenleistung und Wahrscheinlichkeitsberechnung. Es handelt sich also weniger um Intelligenz als um ausgeklügelte Algorithmen. Ob daraus jemals echte KI entstehen wird, ist fraglich.
Die Rolle der Spekulanten
Der Preis einer Anlage wird oft von Spekulanten getrieben, die nur auf kurzfristige Gewinne aus sind. Diese Gruppe kauft beispielsweise Silber nicht, weil sie es als Rohstoff benötigen, sondern weil sie darauf spekulieren, dass der Preis weiter steigt. Solche spekulativen Blasen können platzen, was zu erheblichen Kursverlusten führen kann.
Die Macht der Finanzinstrumente
Neue Finanzinstrumente können Preisbewegungen verstärken. Positive Nachrichten können durch Derivate und andere Konstruktionen die Nachfrage ankurbeln und die Preise in die Höhe treiben. Umgekehrt können Short-Verkäufe und auf fallende Kurse ausgerichtete Produkte eine Abwärtsbewegung verstärken.
Fazit: Sicherheit gibt es nicht zu 100%
Eine hundertprozentige Sicherheit bei Anlagen gibt es nicht. Der Preis wird immer von Angebot und Nachfrage bestimmt, und es muss immer jemand bereit sein, einen bestimmten Preis zu zahlen. Als Anleger sollten wir uns daher immer fragen, ob der aktuelle Preis einen langfristig fairen und stabilen Wert widerspiegelt.
Es ist wichtig, die Preisfrage kritisch zu hinterfragen und zu prüfen, ob mit dem aktuellen Preis bereits eine Spekulation mitgekauft wird.
Handlungsempfehlung
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