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Im Podcast Aus dem Cafésatz spricht Zsolt Janos über tägliche Entwicklungen an den Kapitalmärkten. Komplexe Zusammenhänge werden klar, nachvollziehbar und mit langjähriger Erfahrung auf den Punkt gebracht.

Beliebteste Episoden der letzten 30 Tage:

11.12.2025

Der Auftritt des FED Sir´s J.Powell

Heute blicken wir auf eine Ära, die sich ihrem Ende zuneigt – und auf den Mann, der sie geprägt hat: Jerome Powell. Der vermutlich letzte "Sir" an der Spitze der US-Notenbank Federal Reserve. In einem stürmischen Umfeld, geprägt von wirtschaftlicher Unsicherheit und den wiederholten, scharfen Angriffen aus dem Weißen Haus unter Präsident Trump, navigierte Powell die US-Wirtschaft mit bemerkenswerter Ruhe durch turbulente Gewässer. Seine Amtszeit als Vorsitzender endet offiziell im Mai 2026. Doch schon jetzt, im Dezember 2025, sind die Spekulationen um seine Nachfolge in vollem Gange. Präsident Trump hat signalisiert, die Entscheidung über den nächsten Fed-Chef noch bis Jahresende bekannt geben zu wollen. Die Frage, die sich der Markt, die Politik und wir alle stellen, ist: Wer folgt auf diesen Fels in der Brandung? Werden die Zeichen des Marktes erhört? Und wird die richtige Entscheidung in dieser so wichtigen Nachfolgerfrage gefällt, um die Unabhängigkeit der Fed zu wahren?

Die im Podcast besprochenen Inhalte dienen NUR zu allgemeinen Informationszwecken und stellen unter keinen Umständen eine Empfehlung zum Kauf oder Verkauf bestimmter Anlagen dar und sind somit keine Anlageberatung. Der Vortragende kann das Risikoprofil und die finanzielle Situation einzelner Zuhörer nicht einschätzen. Wer sich aufgrund des im Podcast Besprochenem zum Kauf oder Verkauf von Anlageprodukten / Vermögenswerten entscheidet, tut diese aus eigener Entscheidung und auf eigene Gefahr. Der Vortragende kann daher keine Haftung übernehmen, wenn Sie aufgrund des im Podcast Gesagtem eigene Anlageentscheidungen treffen und dadurch Verluste erleiden.

Zusammenfassung

Der Auftritt des FED Sir´s J. Powell: Eine Analyse

Der Auftritt von FED-Chef Jerome Powell hat die Finanzmärkte bewegt. Experte Zsolt Janos analysiert die wichtigsten Punkte und gibt einen Ausblick auf die zukünftige Entwicklung. War es einer der letzten Auftritte von Jay Powell als FED Chef?

Powell liefert: Zinssenkung und Liquidität

Entgegen mancher Schlagzeilen hat Jerome Powell die Zinsen nicht alleine gesenkt. Es ist stets die Entscheidung des gesamten Gremiums. Dennoch spielt der FED-Chef als Sprecher eine entscheidende Rolle. Powell hat das Jahr 2024 bravourös gemeistert und sich als Fels in der Brandung gegenüber politischem Druck bewiesen. Er senkte die Zinsen um 0,25 Prozent, was in Summe 1,75 Prozent seit dem Höchststand entspricht.

Die Überraschungen: Pause und Liquiditätsspritze

Es gab zwei Überraschungen: Erstens deutet die FED eine Pause bei weiteren Zinssenkungen an. Für das kommende Jahr wird aus heutiger Sicht maximal eine weitere Zinssenkung erwartet. Zweitens überraschte die Ankündigung einer Liquiditätsspritze von 40 Milliarden Dollar, die den Märkten bereits ab dem 12. Dezember zur Verfügung gestellt werden. Powell betonte, dass es sich dabei nicht um Quantitative Easing handle, sondern um reines Liquiditätsmanagement. Allerdings ist diese Maßnahme bedeutend größer als die erwarteten 28 Milliarden Dollar.

Warum die Liquiditätsspritze wichtig ist

Die Liquiditätsspritze kommt zur rechten Zeit, da die Liquidität im Bankensektor, besonders in Europa, angespannt ist. Steigende langfristige Zinsen setzen Banken unter Druck, da ihre Anleihenbestände an Wert verlieren. Letzte Woche mussten bereits 75 Milliarden Dollar kurzfristig dem Markt zur Verfügung gestellt werden.

Die Zollpolitik im Blick

Die FED interpretiert die Zollmaßnahmen als einmalige Belastung für die amerikanische Wirtschaft, die sich jedoch abschwächt. Dies deutet darauf hin, dass die Wirtschaft die Zölle besser verkraftet hat als ursprünglich angenommen. Unternehmen passen sich an neue Rahmenbedingungen an und navigieren entsprechend. Die Anpassungsfähigkeit der Wirtschaft ist ein entscheidender Faktor für Investoren.

Oracle und die KI-Fantasie

Oracle, ein wichtiger Partner von OpenAI und Nvidia, hat Zahlen gemeldet. Die Frage ist, ob OpenAI die Kapazitäten von Oracle tatsächlich finanzieren kann. Oracle baut seine Kapazitäten massiv aus und zieht auch andere Chip-Lieferanten in Betracht. Die hohen Schulden von Oracle (104 Milliarden Dollar) machen diese Vorleistung riskant. Die Situation erinnert an ein früheres Beispiel, bei dem ein Unternehmer große Pläne hatte, die jedoch durch die Finanzkrise zunichtegemacht wurden.

Die kurzfristige Finanzierung der USA

Die amerikanische Finanzierung ist stark auf kurzfristige Umfinanzierungen ausgerichtet. Finanzminister versuchte auf langfristige Finanzierungen umzustellen, scheiterte aber an den hohen langfristigen Zinsen. Im kommenden Jahr müssen wieder rund 10 Billionen Dollar kurzfristig umfinanziert werden. Die Zinssenkung und die Liquiditätsspritze sind daher wichtig, um Druck aus dem System zu nehmen.

Ausblick und Erwartungen

Es bleibt spannend, wer die Nachfolge von Jerome Powell antreten wird. Die nächsten Zahlen vom Arbeitsmarkt und die Inflationsdaten werden wichtige Hinweise liefern. Die Märkte scheinen sich an die neuen Rahmenbedingungen anzupassen und die KI-Fantasie mobilisiert Liquidität. Alles deutet darauf hin, dass wir ein starkes Jahr 2025 abschließen werden.

Fazit

Der Auftritt von Jerome Powell hat wichtige Signale gesendet. Die Zinssenkung und die Liquiditätsspritze sollen die Wirtschaft stabilisieren und die Finanzmärkte unterstützen. Es bleibt jedoch abzuwarten, wie sich die Situation um Oracle und die kurzfristige Finanzierung der USA entwickeln wird.

Disclaimer: Dieser Artikel dient nur zu Informationszwecken und stellt keine Anlageberatung dar.

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