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Im Podcast Aus dem Cafésatz spricht Zsolt Janos über tägliche Entwicklungen an den Kapitalmärkten. Komplexe Zusammenhänge werden klar, nachvollziehbar und mit langjähriger Erfahrung auf den Punkt gebracht.

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21.11.2025

Die Zauberwirkung der Nvidia Zahlen und von J. Huang war schnell dahin

Die gestrige Zauberwirkung der frischen NVIDIA-Zahlen hielt nur kurz an – ein Funken Euphorie, der schneller verglühte, als er aufleuchtete. Denn kaum hatten die Kurse angesetzt, drängten neue Sorgen aufs Parkett: Die angespannte Liquidität im Markt und die wachsende Wahrscheinlichkeit, dass die FED-Sitzung vom 10. Dezember nach hinten verschoben werden könnte, haben die Feierstimmung abrupt gedämpft.

Die im Podcast besprochenen Inhalte dienen NUR zu allgemeinen Informationszwecken und stellen unter keinen Umständen eine Empfehlung zum Kauf oder Verkauf bestimmter Anlagen dar und sind somit keine Anlageberatung. Der Vortragende kann das Risikoprofil und die finanzielle Situation einzelner Zuhörer nicht einschätzen. Wer sich aufgrund des im Podcast Besprochenem zum Kauf oder Verkauf von Anlageprodukten / Vermögenswerten entscheidet, tut diese aus eigener Entscheidung und auf eigene Gefahr. Der Vortragende kann daher keine Haftung übernehmen, wenn Sie aufgrund des im Podcast Gesagtem eigene Anlageentscheidungen treffen und dadurch Verluste erleiden.

Zusammenfassung

Die Zauberwirkung der Nvidia Zahlen und von Jensen Huang war schnell dahin

Was für ein turbulenter Tag an den Kapitalmärkten! Zsolt Janos analysiert die aktuellen Entwicklungen rund um Nvidia und die Aussagen von CEO Jensen Huang. Hat Huang die Märkte verzaubert oder steckt mehr dahinter?

Jensen Huangs Auftritt: Zwischen Verzauberung und Realität

Gestern schien es zunächst, als hätte Jensen Huang, CEO von Nvidia, die Märkte beruhigen und die KI-Story weiter befeuern können. Doch die Stimmungslage der Marktteilnehmer ist entscheidend. Viele große Vermögensverwalter wollen vor Jahresende ihre Gewinne sichern. Das bedeutet, dass selbst bei gut aufgestellten Portfolios mit einem geringen Anteil an KI- und Tech-Investitionen, bereits kleine Anzeichen für Unsicherheit zu Verkäufen führen können.

Nvidia erlebte innerhalb von 24 Stunden einen Wertzuwachs von 450 Milliarden Dollar, nur um diese Summe innerhalb weniger Stunden wieder zu verlieren. Ein Investor berichtete, dass sein vermeintlicher Gewinn durch ein teures Abendessen zunichte gemacht wurde. Zsolt Janos betont, dass in solchen Situationen das Setzen von Stopps entscheidend ist, aber die Volatilität des Marktes kann Trendfolgemodelle aushebeln.

Die Zahlen im Detail: Was steckt wirklich hinter dem Hype?

Jensen Huang versuchte, die Anleger zu beruhigen. Er betonte, dass die Verkäufe der Blackwell Chips „out of the chart“ seien und dass KI überall präsent sein werde. Zudem prognostizierte er weiterhin positive Aussichten, insbesondere für die nächste Generation von Rubin Chips.

Allerdings warfen die detaillierten Zahlen Fragen auf:

  • Steigender Lagerbestand: Trotz hoher Umsätze wächst Nvidias Lagerbestand.
  • Unbezahlte Rechnungen: Die Summe der unbezahlten Rechnungen, die bereits als verkaufte Ware verbucht sind, steigt kontinuierlich.
  • Gegengeschäfte: Nvidia scheint Chips gegen Cloud-Service-Gutschriften zu tauschen, was den Cashflow reduziert.
  • Geringere Produktionskapazitäten: Trotz steigender Nachfrage plant Nvidia mit geringeren Produktionskapazitäten bei seinen Zulieferern.

Diese Widersprüche in den Zahlen verdeutlichen, dass eine kritische Auseinandersetzung mit dem Hype um Nvidia und KI notwendig ist.

Kryptomarkt und Zinsentscheidung: Zusätzliche Unsicherheiten

Auch der Kryptomarkt zeigte Nervosität, wobei Bitcoin-Investoren eine sinkende Liquidität feststellten. Zudem besteht eine Korrelation zwischen dem Kryptomarkt und der Tech-Industrie. Die Diskussion um eine mögliche Verschiebung der Zinsentscheidung der US-Notenbank aufgrund fehlender Wirtschaftsdaten trug zusätzlich zur Verunsicherung bei.

Kreative Finanzierungsmodelle: Eine Warnung?

Nvidia nutzt spezielle Investmentvehikel (SPV), um im Private-Equity-Markt Kapital einzusammeln und mit Krediten die Liquidität zu erhöhen. Diese Unternehmen kaufen Chips von Nvidia und Cloud-Anbietern. Diese kreativen Kreiselfinanzierungsmodelle erinnern an die Zeit vor der Finanzkrise mit Abkürzungen wie ABS, MBS, CDO, CBO, CLO, CMO, CNBC, was Anlass zur Sorge gibt.

Fazit: Vorsicht ist geboten

Die Analyse der Nvidia-Zahlen und die Entwicklungen an den Kapitalmärkten zeigen, dass trotz des Hypes um KI Vorsicht geboten ist. Eine breite Streuung des Portfolios und das Hinterfragen von vermeintlich sicheren Investments sind essenziell. Es wäre wünschenswert, wenn die Kurse sich stabilisieren und eine übertriebene Weihnachtsrallye ausbleibt, um eine heftigere Korrektur im nächsten Jahr zu vermeiden.

Der Kapitalmarkt ist kein Wunschkonzert.

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