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Im Podcast Aus dem Cafésatz spricht Zsolt Janos über tägliche Entwicklungen an den Kapitalmärkten. Komplexe Zusammenhänge werden klar, nachvollziehbar und mit langjähriger Erfahrung auf den Punkt gebracht.
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22.12.2025
Die wahren Gründe hinter den Drogenkonflikten, Trumps Öl Krieg
Was will Donald Trump wirklich von Venezuela? Offiziell schickt er das US-Militär, um den Drogenhandel zu zerschlagen und Migrationswellen zu stoppen. Doch Experten sind sich einig: Venezuela ist kein klassischer ‚Drogenstaat‘. Der wahre Fokus liegt auf den riesigen Ölfeldern, die für die USA eine strategische Lebensversicherung darstellen. In einer Welt, die sich zwischen Sanktionen und Energieknappheit bewegt, ist das Öl in Lateinamerika für Washington wichtiger denn je. Heute schauen wir hinter die Kulissen der ‚Donroe‘-Doktrin und analysieren, warum Trump für das schwarze Gold bereit ist, einen gefährlichen Konflikt zu riskieren.
Die im Podcast besprochenen Inhalte dienen NUR zu allgemeinen Informationszwecken und stellen unter keinen Umständen eine Empfehlung zum Kauf oder Verkauf bestimmter Anlagen dar und sind somit keine Anlageberatung. Der Vortragende kann das Risikoprofil und die finanzielle Situation einzelner Zuhörer nicht einschätzen. Wer sich aufgrund des im Podcast Besprochenem zum Kauf oder Verkauf von Anlageprodukten / Vermögenswerten entscheidet, tut diese aus eigener Entscheidung und auf eigene Gefahr. Der Vortragende kann daher keine Haftung übernehmen, wenn Sie aufgrund des im Podcast Gesagtem eigene Anlageentscheidungen treffen und dadurch Verluste erleiden.
Zusammenfassung
Die wahren Gründe hinter den Drogenkonflikten: Trumps Öl-Krieg?
Kurz vor Weihnachten analysiert Zsolt Janos die Hintergründe der Drogenpolitik von Donald Trump und deckt auf, dass es um weit mehr als nur Drogenbekämpfung geht: Es geht um Öl, geopolitische Interessen und die Energieversorgung der USA.
Die vorgeschobene Drogenstory
Donald Trump hat bereits zu Jahresbeginn den Kampf gegen Fentanyl und andere Drogen aus China, Kanada, Mexiko und Venezuela intensiviert. Vordergründig ging es darum, diese Länder für den Drogenstrom in die USA verantwortlich zu machen. Aber ist das die ganze Wahrheit?
Venezuela im Fokus: Mehr als nur Drogen
Zsolt Janos betont, dass der Drogenhandel aus Südamerika in die USA ein reales Problem ist. Allerdings wäre es logischer, Kolumbien und andere Länder stärker in den Fokus zu nehmen, wenn es ausschließlich um Drogenbekämpfung ginge. Venezuela ist jedoch aus einem anderen Grund interessant: Öl.
Die amerikanische Ölförderung: Ein Blick auf die Zahlen
Die USA sind dank der Schieferölrevolution (Fracking) zu einem der größten Ölproduzenten der Welt geworden. Seit 2007 ist die Ölförderung in Amerika regelrecht explodiert. Aktuell fördert Amerika fast doppelt so viel Öl wie Saudi-Arabien. Doch dieser Erfolg hat eine Kehrseite.
Die verschiedenen Ölqualitäten: Light, Medium, Heavy
Es gibt verschiedene Ölqualitäten, die sich in ihrer Dichte unterscheiden: Light (über 40 Gravity), Medium (30-40 Gravity) und Heavy (unter 30 Gravity). Das durch Fracking geförderte Öl ist hauptsächlich Lightöl. Das Problem: Amerikanische Raffinerien sind überwiegend auf die Verarbeitung von Schweröl (Heavy Oil) ausgerichtet.
Das Schweröl-Dilemma der USA
Die USA benötigen Schweröl, um ihre Raffinerien auszulasten. Da die eigene Förderung von Schweröl durch Fracking stark zurückgegangen ist, sind die USA auf Importe angewiesen. Im Jahr 2025 importieren die USA rund 70% ihres Schweröls. Die wichtigsten Lieferanten sind Kanada und Venezuela.
Die Abhängigkeit von Kanada und Venezuela
Die amerikanischen Raffinerien sind geografisch so positioniert, dass sie entweder aus Kanada (im Norden) oder aus Venezuela (im Süden) mit Schweröl versorgt werden können. Kanada liefert aktuell den größten Teil (61%) der Importe. Venezuela ist jedoch aufgrund seiner riesigen Ölreserven von enormer strategischer Bedeutung.
Venezuelas Ölreserven: Ein Schatz unter der Erde
Venezuela verfügt über die größten Ölreserven der Welt, schätzungsweise viereinhalb bis fünfmal so viel wie die USA und mindestens doppelt so viel wie Kanada. Donald Trump hat in seiner Rede letzte Woche betont, dass amerikanische Konzerne ein Recht darauf haben, ihre Ansprüche in Venezuela wieder geltend zu machen.
Die Verstaatlichung und ihre Folgen
Bis Mitte der 1970er Jahre waren amerikanische Unternehmen stark in Venezuela präsent. Hugo Chavez verstaatlichte jedoch die Ölindustrie und drängte die amerikanischen Konzerne hinaus. Seitdem ist die Ölförderung in Venezuela massiv zurückgegangen, auch weil das Know-how der amerikanischen Unternehmen fehlt. Chevron ist die einzige Firma, die weiterhin über Hintertürchen Öl aus Venezuela exportiert.
Russland im Visier: Urals Crude Oil und Schattenflotten
Auch Russland ist ein wichtiger Ölproduzent und finanziert unter anderem den Krieg in der Ukraine durch Ölexporte. Allerdings ist der Preis für die wichtige Schwerölsorte Urals Crude Oil massiv eingebrochen. Zudem wirken die Sanktionen, und Russland versucht, die geförderten Ölmengen auf Schattenflotten zwischenzulagern. Die USA drohen mit der Beschlagnahmung dieser Schattenflotten, was die Lage für Russland weiter verschärft.
Fazit: Energiepolitik statt Drogenbekämpfung?
Hinter der vorgeschobenen Drogenstory steckt also eine komplexe Gemengelage aus Energiepolitik, geopolitischen Interessen und wirtschaftlichen Zwängen. Die USA sind auf Schwerölimporte angewiesen und versuchen, ihre Abhängigkeit von Kanada und Russland zu reduzieren. Venezuela mit seinen riesigen Ölreserven spielt dabei eine Schlüsselrolle.
Zsolt Janos wird das Thema Öl und Energiepolitik auch im Jahr 2026 weiter verfolgen, da diese Faktoren einen erheblichen Einfluss auf die Kapitalmärkte haben. Insbesondere das Verhältnis von Gold und Öl wird spannend zu beobachten sein. Gold hat Öl 2025 outperformed, aber langfristig laufen diese beiden Anlageklassen oft parallel.
Mit diesen spannenden Einblicken verabschiedet sich Zsolt Janos in die Weihnachtsfeiertage und freut sich darauf, auch im neuen Jahr wieder aktuelle Kapitalmarkt- und Wirtschaftsfragen verständlich zu erklären. Am Abend nimmt er noch mit Martin Mikulik eine letzte Kapitalmarkt Talk Runde bei einem Glas Wein auf, die zwischen den Feiertagen auf YouTube veröffentlicht wird.
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