Podcast

Im Podcast Aus dem Cafésatz spricht Zsolt Janos über tägliche Entwicklungen an den Kapitalmärkten. Komplexe Zusammenhänge werden klar, nachvollziehbar und mit langjähriger Erfahrung auf den Punkt gebracht.

Beliebteste Episoden der letzten 30 Tage:

12.11.2025

Die großen AI-Hyperscaler saugen immer mehr kleinere Unternehmen mit

Die großen AI-Hyperscaler – also Tech-Giganten wie Nvidia, Microsoft oder Amazon – ziehen immer mehr Kapital an sich.
Private Credit, Family Offices und selbst Mittelständler investieren zunehmend in Rechenzentren und Infrastruktur, statt in klassische Unternehmensfinanzierungen.
Ein massiver Kapitalstrom verschiebt sich – von der Industrie in die Ausrüstungsinvestition der Künstlichen Intelligenz.
Was bedeutet das für Banken, Investoren und den Rest der Wirtschaft?

Die im Podcast besprochenen Inhalte dienen NUR zu allgemeinen Informationszwecken und stellen unter keinen Umständen eine Empfehlung zum Kauf oder Verkauf bestimmter Anlagen dar und sind somit keine Anlageberatung. Der Vortragende kann das Risikoprofil und die finanzielle Situation einzelner Zuhörer nicht einschätzen. Wer sich aufgrund des im Podcast Besprochenem zum Kauf oder Verkauf von Anlageprodukten / Vermögenswerten entscheidet, tut diese aus eigener Entscheidung und auf eigene Gefahr. Der Vortragende kann daher keine Haftung übernehmen, wenn Sie aufgrund des im Podcast Gesagtem eigene Anlageentscheidungen treffen und dadurch Verluste erleiden.

Zusammenfassung

KI-Hyperscaler im Visier: Sie saugen kleinere Unternehmen mit?

Die Euphorie und ihre Schattenseiten

Nachdem die Märkte am Montag noch die Vision eines baldigen Endes des Shutdowns feierten und insbesondere Tech- und KI-Werte stark anzogen, rückt nun eine skeptischere Sichtweise in den Vordergrund. Die massive Ausweitung der Kapazitätsinvestitionen, oft finanziert durch Schulden, gibt Anlass zur Sorge.

Verschuldung im KI-Sektor: Ein genauerer Blick

Auch Giganten wie Microsoft, bekannt für ihr sensationelles Geschäftsmodell mit hohen Margen, scheuen sich nicht vor der Aufnahme von Krediten, um in CapEx-Investitionen zu lenken. Die großen Player treiben sich gegenseitig in diese Entwicklung und pushen ihre Zahlen durch wechselseitige Geschäfte in die Höhe.

Michael Burry und die Short-Positionen

Der bekannte Investor Michael Burry (bekannt aus dem Film "The Big Short") hatte kürzlich Short-Positionen gegen Palantir aufgebaut. Er kritisiert, dass die KI-Hyperscaler ihre Gewinne gegenseitig stützen und so hochrechnen. Es ist wichtig zu beachten, dass Burrys aktuelle Positionierung unklar ist, da die gemeldeten F-Meldungen zeitlich verzögert sind. Short-Positionen sind selten langfristige Investments.

Ein Blick auf die KI-Zwerge: Hohe Schulden, hohe Erwartungen

Ein Beispiel für die massive Verschuldung im KI-Sektor liefert ein Unternehmen mit einem Umsatz von 146 Millionen Euro, das dennoch als "KI-Universums Zwerg" gilt. Dessen Verschuldung stieg innerhalb eines Quartals von 980 Millionen Euro auf 4 Milliarden Euro. Diese Vorleistungen sind notwendig, um Bestellungen von großen Kunden bedienen zu können, in der Hoffnung, dass diese ihre Zahlungsverpflichtungen über die nächsten fünf Jahre auch tatsächlich erfüllen.

Meta und der Kapazitätsausbau

Ein solcher großer Kunde ist beispielsweise Meta, das seine eigenen Investitionen in die Infrastruktur hochfährt und zusätzlich externe Unternehmen im KI-Bereich mit dem Kapazitätsausbau beauftragt. Die Nachfrage konzentriert sich zunächst auf den Ausbau der Kapazitäten (z.B. Rechenzentren), bevor die eigentliche Nachfrage nach KI-Dienstleistungen steigt.

Herausforderungen und Risiken: Energieversorgung und Immobilien

In Kalifornien sind bereits Rechenzentren fertiggestellt, können aber aufgrund ungesicherter Energielieferung nicht in Betrieb genommen werden. Auch in Österreich gibt es Projekte, die von internationalen Häusern ins Auge gefasst werden. Insbesondere für den Immobilienentwicklungsbereich bietet die Nachfrage nach Rechenzentren eine Perspektive, um brachliegende Büroimmobilien einer neuen Nutzung zuzuführen. Allerdings ist auch hier die Sicherstellung der Stromversorgung ein entscheidender Faktor.

Umgang mit Risiken: Memento Mori als Strategie

Zsolt Janos betont die Wichtigkeit, sich mit Risiken auseinanderzusetzen und sich gedanklich auf mögliche Szenarien vorzubereiten. Die Haltung Memento Mori (Bedenke, dass du sterblich bist) soll dabei helfen, Ruhe zu bewahren und nicht von Emotionen wie Gier oder Panik getrieben zu werden. Die Freiheit liegt im Raum zwischen Reiz und Reaktion.

Die Bedeutung der inneren Haltung

Janos empfiehlt, sich mit der Frage auseinanderzusetzen, was passieren würde, wenn ein Investment teilweise oder komplett verloren ginge. Epiktet sagte: "Die Menschen werden nicht durch Dinge beeinflusst, die extern passieren, sondern die Beeinflussung entsteht darüber, dass wir dazu Interpretationen und Gedanken haben." Es geht darum, die Kontrolle über die eigenen Reaktionen zu behalten und sich nicht von äußeren Umständen dominieren zu lassen.

Fazit: Chancen und Risiken im KI-Hype

Der KI-Hype bietet zweifellos große Chancen, birgt aber auch erhebliche Risiken. Die massive Verschuldung einiger Unternehmen und die Abhängigkeit von wenigen großen Kunden sind Warnsignale, die Investoren und Unternehmen im Blick behalten sollten. Eine realistische Einschätzung der Risiken und eine bewusste Auseinandersetzung mit möglichen negativen Szenarien sind entscheidend, um fundierte Entscheidungen zu treffen und langfristig erfolgreich zu sein. Zsolt Janos plädiert für einen besonnenen Umgang mit den Chancen und Risiken des KI-Booms, um nicht von der Euphorie mitgerissen zu werden.

Berggipfel mit Nebelschwaden vor blauem Himmel