Podcast
Im Podcast Aus dem Cafésatz spricht Zsolt Janos über tägliche Entwicklungen an den Kapitalmärkten. Komplexe Zusammenhänge werden klar, nachvollziehbar und mit langjähriger Erfahrung auf den Punkt gebracht.
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18.12.2025
Die Einschläge kommen bei den KI Finanzierern immer näher
Im KI-Infrastruktur- und Finanzierungsbereich geraten immer mehr Mitbeteiligte unter Druck.
Finanzierungsrunden werden schwieriger, Kapital wird knapp – oder schlicht extrem teuer.
Exits? Noch nicht in Sicht.
Neue Mittel? Nur zu Bedingungen, die Geschäftsmodelle verbiegen oder zerstören.
Was bleibt, ist eine gefährliche Zwischenphase:
Hohe Erwartungen, hohe Fixkosten – aber keine gesunde Kapitalbasis.
Und genau darüber sprechen wir heute:
Warum das aktuelle Setup für viele KI-Geschäftsmodelle keine stabile Grundlage mehr ist – und wer jetzt besonders gefährdet ist.
Die im Podcast besprochenen Inhalte dienen NUR zu allgemeinen Informationszwecken und stellen unter keinen Umständen eine Empfehlung zum Kauf oder Verkauf bestimmter Anlagen dar und sind somit keine Anlageberatung. Der Vortragende kann das Risikoprofil und die finanzielle Situation einzelner Zuhörer nicht einschätzen. Wer sich aufgrund des im Podcast Besprochenem zum Kauf oder Verkauf von Anlageprodukten / Vermögenswerten entscheidet, tut diese aus eigener Entscheidung und auf eigene Gefahr. Der Vortragende kann daher keine Haftung übernehmen, wenn Sie aufgrund des im Podcast Gesagtem eigene Anlageentscheidungen treffen und dadurch Verluste erleiden.
Zusammenfassung
Die Einschläge kommen bei den KI-Finanzierern immer näher
Die vorweihnachtliche Ruhe am Kapitalmarkt? Fehlanzeige! Stattdessen erleben wir eine nervöse Stimmung, geprägt von Unsicherheiten im Bereich der KI-Finanzierung. Zsolt Janos analysiert die aktuellen Entwicklungen und warnt vor trügerischen Durchschnittsberechnungen.
Der Mythos der Santa Claus Rallye
Traditionell zeigt der Dezember eine positive Entwicklung an den Märkten, die sogenannte Santa Claus Rallye. Doch Zsolt Janos betont, dass solche Durchschnittswerte wenig aussagekräftig sind. "Laut Durchschnitt ist die Zahl der Kinder in der durchschnittlichen europäischen Familie 1,3. Also diese 0,3. Das 0,3 Kind habe ich noch nie gesehen." Ähnlich verhält es sich mit den Marktentwicklungen: Die Realität ist oft volatiler als der Durchschnitt vermuten lässt.
Kreiselfinanzierung unter der Lupe
Die Finanzierung von KI-Projekten erfolgt oft über komplexe Kreiselfinanzierungen. Amazon plant beispielsweise, 10 Milliarden Dollar in OpenAI zu investieren, im Gegenzug soll OpenAI Chips von Amazon beziehen. Doch diese Modelle bergen Risiken, da sie stark auf zukünftigen Erfolg und Exit-Finanzierungen angewiesen sind. Die Skepsis wächst, ob diese Exit-Finanzierungen tatsächlich realisiert werden können.
Die Großen dominieren den Markt
Die großen Hyperscaler wie Microsoft, Google, Amazon und Meta haben es leichter, Kapital einzusammeln und in die Kreiselfinanzierung einzubringen. Sie gründen oft eigene Tochtergesellschaften, um Kapital zu generieren. Kritiker beobachten, dass Microsoft zunehmend Anleihen in seiner Bilanz ausweist, deren Zweck unklar ist – möglicherweise dienen sie zur Stützung der KI-Finanzierung.
Oracle und Corweave im Visier
Besonders kritisch ist die Situation bei Oracle, die ab 2028 hohe Leasingzahlungen für Infrastrukturinvestitionen leisten müssen und gleichzeitig hoch verschuldet sind. Die CDS-Preise (Kreditausfallversicherungen) sind massiv gestiegen, was die Ausfallwahrscheinlichkeit erhöht. Für Corweave lag die Konkurswahrscheinlichkeit gestern früh bei 66,9 Prozent. Die Ratingagenturen haben Corweave bereits den Junk-Status verliehen, was institutionelle Investoren abschreckt.
10 Milliarden kommen, 10 Milliarden gehen
Die Ankündigung von Amazon, 10 Milliarden Dollar in OpenAI zu investieren, wurde durch die Meldung konterkariert, dass Blue Oval, ein Unternehmen für privates Kapital, sich aus einem Datacenter-Bauprojekt im Wert von 10 Milliarden Dollar zurückzieht. Dies zeigt, dass die Hype-Story um KI-Finanzierungen Risse bekommt.
Das Spiel der Politik mit den Märkten
Die amerikanische Regierung testet die Märkte, indem sie unterschiedliche Namen für den nächsten Fed-Chairman ins Spiel bringt. Die Reaktion der Kapitalmärkte auf diese Namen gibt Aufschluss darüber, welche Schritte die Politik im Einklang mit den Marktbedingungen setzen kann. Die amerikanische Verschuldung rotiert nächstes Jahr zu 80 Prozent. Diese Schulden wurden im Covid-Jahr zu Nullzinsen aufgenommen und müssen nun zu deutlich höheren Zinsen refinanziert werden.
Europäische Zentralbank und die Zinswende
Die Märkte erwarten, dass die Europäische Zentralbank (EZB) heute keinen Zinsschritt setzen wird. Dennoch wird die Rede von Christine Lagarde mit Spannung erwartet, um Hinweise auf die zukünftige Geldpolitik zu erhalten.
SpaceX und die nächste Börsen-Sensation?
Elon Musk verlagert seinen Fokus verstärkt auf SpaceX, was die Spekulationen um einen möglichen Börsengang im nächsten Jahr anheizt. Google hat sich bereits vor Jahren mit ca. 9 Prozent an SpaceX beteiligt und würde von einem Börsengang massiv profitieren. Auch Waymo, Googles Robotaxi-Tochter, plant im nächsten Jahr eine Million autonome Fahrten und könnte in Zukunft ebenfalls an die Börse gehen.
Meta und das KI-Modell Avocado
Meta plant, in den nächsten Tagen sein eigenes KI-Modell namens Avocado zu veröffentlichen, das mit Gemini 3 oder ChatGPT konkurrieren soll. Auch hier gilt: Die Nutzerdaten sind wertvoller als monatliche Abonnements.
Fazit
Die KI-Finanzierung bleibt ein spannendes, aber auch riskantes Feld. Anleger sollten die Entwicklungen genau beobachten und sich nicht von Hype-Geschichten blenden lassen. Eine diversifizierte Anlagestrategie und professionelle Beratung sind in diesem Umfeld unerlässlich.
Die Märkte sind alles andere als ruhig. Seien Sie gespannt auf weitere Entwicklungen und bleiben Sie informiert!
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