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Ob Wirtschaftstrends, Kapitalmärkte oder gesellschaftliche Veränderungen - Zsolt Janos wird regelmäßig als Experte in TV-Sendungen eingeladen, um Entwicklungen einzuordnen und Zusammenhänge verständlich zu erklären.
08.04.2025 | OE24
Turnaround Tuesday oder Bärenmarkt? Mein Interview zu den Turbulenzen an den Märkten
Turnaround Tuesday oder Bärenmarkt? Mein Interview zu den Turbulenzen an den Märkten Heute früh war ich live bei OE24 im Studio bei Sabrina Fröhlich, um die dramatischen Bewegungen an den Börsen einzuordnen. Ein „blutiger Montag“ liegt hinter uns – mit Kapitalverlusten in Billionenhöhe, ausgelöst durch Zollängste und politische Eskalationen. Was Anleger jetzt tun sollten? Ruhe bewahren, nicht hektisch agieren – und den Tee mit oder ohne Rum genießen. Wer keine klare Strategie hat, sollte derzeit definitiv nicht auf Einzelaktien setzen. Im Gespräch ging es auch um die psychologischen Effekte wie den „Turnaround Tuesday“, das Risiko eines echten Bärenmarktes und die Frage, wann Politik endlich beginnt, Verantwortung zu übernehmen.
Die in diesem Video besprochenen Inhalte dienen NUR zu allgemeinen Informationszwecken und stellen unter keinen Umständen eine Empfehlung zum Kauf oder Verkauf bestimmter Anlagen dar und sind somit keine Anlageberatung, da ich das Risikoprofil und die finanzielle Situation einzelner Zuhörer nicht einschätzen kann. Wer sich aufgrund des in diesem Video Besprochenem zum Kauf oder Verkauf von Anlageprodukten oder Vermögenswerten entscheidet, tut diese aus eigener Entscheidung und auf eigene Gefahr. Ich kann keine Haftung übernehmen, wenn Sie aufgrund des in diesem Video Gesagtem eigene Anlageentscheidungen treffen und dadurch Verluste erleiden.
Zusammenfassung
Turnaround Tuesday oder Bärenmarkt? Mein Interview zu den Turbulenzen an den Märkten
In einem aktuellen Interview sprach ich mit dem renommierten Börsenexperten Zsolt Janos über die jüngsten Turbulenzen an den Finanzmärkten. War es wirklich ein "Schwarzer Montag" oder nur eine vorübergehende Korrektur? Und was bedeutet das für Anleger in Österreich und Deutschland? Hier sind die wichtigsten Erkenntnisse.
Die Dimension des Börsenbebens
Die Zahlen sind alarmierend. Zsolt Janos betonte die enormen Kapitalverluste:
- 6,6 Billionen Dollar Börsenkapitalisierungswertverlust seit letzter Woche Donnerstag/Freitag (allein im amerikanischen Markt).
- Über 12 Billionen Dollar seit dem 20. Januar.
Diese Summen, so Janos, sind angesichts einer jährlichen Wirtschaftsleistung der USA von 30 Billionen Dollar "unglaublich". Die Märkte reagieren nicht nur auf die Zölle, sondern vor allem auf die Angst vor einer weiteren Eskalation des Handelskonflikts.
Turnaround Tuesday – Hoffnungsschimmer oder Strohfeuer?
Der Begriff "Turnaround Tuesday" beschreibt im Börsenjargon eine typische Gegenbewegung nach einem negativen Montag. Janos bestätigte, dass in Asien bereits eine Erholung zu beobachten war. Auch in den USA gab es kurzzeitig Hoffnung, als ein Gerücht über eine 90-tägige Verschiebung der Zölle den NASDAQ von -7% auf +2% katapultierte. Dieses Gerücht wurde aber dementiert und der Index fiel wieder.
"Am Sonntag war eigentlich schon zu erwarten, dass der Montag eher blutig wird und der Dienstag eher schon positiv, weil eine technische Gegenreaktion geben könnte und das sehen wir heute in Asien."
Keine Entwarnung: Der Bärenmarkt droht
Trotz der möglichen technischen Erholung warnte Janos vor zu viel Optimismus. Eine Stabilisierung sei noch nicht in Sicht. Insbesondere die Auswirkungen auf Lieferketten, speziell für Technologieunternehmen, die auf Chips aus Taiwan und China angewiesen sind, seien noch unklar.
Besonders kritisch sei die Entwicklung des Standard & Poor's 500 (S&P 500). "Ist gestern das erste Mal unter die 20% Marke gefallen. Für ihn sehr, sehr schlecht. Wenn er daort drunter bleibt, dann darf man willkommen am Bärenmarkt sagen." Der technische Schaden sei angerichtet, und viele Systeme würden genau diese Grenzen penibel verfolgen.
Die Volatilität bleibt hoch. Die Spannungsbreite am gestrigen Tag betrug 4 Billionen Dollar. Solche starken Korrekturen erinnerten an die Jahre 1987, 2008 und 2020. Allerdings, so Janos, folgten auf solche Korrekturen oft Drehungen nach oben, vorausgesetzt, es gibt keine neuen negativen Überraschungen.
Asien im Blick: Nikkei mit leichtem Plus
Die asiatischen Börsen zeigten sich am Dienstag erholt. Der Nikkei in Japan schloss mit einem leichten Plus. Janos erklärte, dass der japanische Markt vor den Zöllen am stärksten vom amerikanischen Markt nach unten gezogen wurde. Die derzeitige Erholung sei eine normale technische Gegenreaktion.
Was tun als Anleger? Ratschläge vom Experten
Zsolt Janos riet dringend von Panikverkäufen ab. Der Markt sei unberechenbar, und jede Ankündigung von Donald Trump könne eine neue Reaktion auslösen.
"Jetzt hineinzugehen, mutig und zu sagen, juhu, kann ich niemanden raten. Und diejenigen, die es tun, die brauchen meine Rat dazu nicht."
Seine Empfehlungen für Anleger:
- Ruhe bewahren und Distanz aufbauen.
- Langfristig investiert bleiben und Ziele im Fokus behalten.
- Sparpläne aktivieren oder starten, um von niedrigen Kursen zu profitieren.
- Aktien-Picking ist derzeit ein "sehr heißes Spiel".
Konzentrieren Sie sich auf das, was Sie beeinflussen können. Beobachten Sie die politische Entwicklung, insbesondere im US-Kongress, wo sich erste Republikaner gegen die Zollpolitik stellen.
Der Druck auf Trump steigt
Die hohe Aktieninvestitionsquote in den USA führt zu steigendem Druck auf die Regierung. Die Frage sei, wo die Schmerzgrenze von Trump liege, damit er beginnt, zurückzurudern. Die kommenden Wahlen könnten eine Rolle spielen.
Ausblick für Österreich
Janos hofft, dass die technische Erholung auch am ATX in Österreich zu beobachten sein wird, sofern es keine neuen negativen Nachrichten gibt.
Fazit
Die Finanzmärkte befinden sich in einer Phase hoher Unsicherheit. Panik ist jedoch der falsche Ratgeber. Langfristige Anleger sollten Ruhe bewahren, ihre Strategie überprüfen und gegebenenfalls Sparpläne nutzen, um von den aktuellen Kursen zu profitieren. Die Situation ist dynamisch, und es ist wichtig, die Entwicklungen aufmerksam zu verfolgen.
Disclaimer: Dieser Artikel dient nur zu Informationszwecken und stellt keine Anlageberatung dar. Konsultieren Sie einen qualifizierten Finanzberater, bevor Sie Anlageentscheidungen treffen.
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