Videothek

Ob Wirtschaftstrends, Kapitalmärkte oder gesellschaftliche Veränderungen - Zsolt Janos wird regelmäßig als Experte in TV-Sendungen eingeladen, um Entwicklungen einzuordnen und Zusammenhänge verständlich zu erklären.

10.04.2025  |  OE24

Live bei OE24 zur Lage an den Kapitalmärkten

Live bei OE24 zur Lage an den Kapitalmärkten Heute Vormittag war ich erneut bei Sabrina Fröhlich im Studio – zu einem Zeitpunkt, an dem die Märkte rund um den Globus Achterbahn fahren. Warum? Weil ein einzelner Tweet reicht, um Milliardenwerte zu bewegen. Was wir gerade erleben, ist keine normale Marktkorrektur. Es ist ein Spannungsfeld aus geopolitischen Entscheidungen, einem US-Wahlkampf im Hochbetrieb und einer massiven Unsicherheit in der Finanzwelt. Die Rallye an den Börsen? Häufig keine echten Käufe, sondern hektisches Eindecken von Short-Positionen. Und während Aktienkurse wackeln, senden die Anleihemärkte eine klare Botschaft: Wir glauben dir nicht, Mr. Trump. Wir haben über mögliche Marktmanipulationen gesprochen, über politische Einflussnahme auf Unternehmensentscheidungen, über Hedgefonds, Stagflation und warum die Erholung an den Märkten kein nachhaltiger Aufschwung ist – sondern erst der Anfang einer Phase, in der Vertrauen wieder aufgebaut werden muss. Wer tiefer eintauchen will, findet hier das ganze Interview im Video: Wie ist Ihre Meinung zu der aktuellen Situation?

Die in diesem Video besprochenen Inhalte dienen NUR zu allgemeinen Informationszwecken und stellen unter keinen Umständen eine Empfehlung zum Kauf oder Verkauf bestimmter Anlagen dar und sind somit keine Anlageberatung, da ich das Risikoprofil und die finanzielle Situation einzelner Zuhörer nicht einschätzen kann. Wer sich aufgrund des in diesem Video Besprochenem zum Kauf oder Verkauf von Anlageprodukten oder Vermögenswerten entscheidet, tut diese aus eigener Entscheidung und auf eigene Gefahr. Ich kann keine Haftung übernehmen, wenn Sie aufgrund des in diesem Video Gesagtem eigene Anlageentscheidungen treffen und dadurch Verluste erleiden.

Zusammenfassung

Live bei OE24: Die Lage an den Kapitalmärkten unter der Lupe

Die österreichische Börse eröffnete mit sensationellen Gewinnen, der ATX legte zeitweise um bis zu 8,8% zu. Doch welche Schattenseiten birgt dieser Aufschwung? Zsolt Janos, Finanzexperte, war live bei OE24 im Studio, um die aktuelle Situation an den Kapitalmärkten zu analysieren und Einblicke in die Hintergründe zu geben.

Die Reaktion der Märkte auf politische Entscheidungen

Zsolt Janos beschreibt, wie er am Vorabend der Sendung vom Kurssprung überrascht wurde. Er betont, dass die jüngsten Entwicklungen eine weitere Wendung in einer Geschichte darstellen, in der politische Entscheidungen die Märkte beeinflussen. Bereits Tage zuvor wurde erwähnt, dass die Richtung der Märkte von einer einzelnen Person, vermutlich durch einen Tweet, geändert werden kann.

Marktmanipulation und Insiderhandel – Ein schaler Nachgeschmack?

Die Frage nach möglicher Marktmanipulation und Insiderhandel steht im Raum. Zsolt Janos, der sich intensiv mit Regulatorik und Ethik in der Finanzwelt auseinandersetzt, sieht in den Aktivitäten von Donald Trump und seinem Umfeld Anzeichen, die Anlass zur Diskussion geben. Obwohl harte Fakten und Beweise fehlen, erinnert er an eine Situation am Montag, als Gerüchte über eine mögliche Verschiebung von Zöllen kurzzeitig zu einem Kurssprung von über 7% führten, der nach einem Dementi aus dem Weißen Haus wieder verschwand.

Der Tweet von Donald Trump, dass jetzt die beste Zeit zum Kaufen sei, wirft weitere Fragen auf. Insiderwissen ist nicht strafbar, aber die Frage ist, wer profitiert davon, wer wusste Bescheid und wie hat sich wer positioniert? Die Kontrollstrukturen sollten Alarmsignale ausgelöst haben, und die Aufsichtsbehörden werden die Vorgänge genau prüfen. Dennoch bleibt ein schaler Nachgeschmack.

Ein Beispiel für mögliche Profiteure ist Elon Musk, dessen Tesla-Titel um ca. 22% stiegen. Die Frage ist, ob der Druck von großen Unternehmen und Stakeholdern Trump zu der Entscheidung für eine 90-tägige Pause bewegt hat.

Der Druck des Kapitals und die Rolle der Anleihenmärkte

Zsolt Janos betont, dass die Börsen erst dann aufhören, panisch zu sein, wenn die Entscheidungsträger aufhören, panisch zu sein. Führende Köpfe wie Jamie Dimon von JP Morgan und Bill Ackman warnten vor einer Katastrophe und einem Vertrauensverlust in Amerika. Es stellt sich die Frage, wie lange Trump gegen das große Kapital agieren kann. Interessanterweise haben die Anleihenmärkte in dieser Woche ein besonderes Signal gesendet: Obwohl die Aktienkurse einbrachen, stiegen die Anleihenzinsen, was darauf hindeutet, dass die Märkte Trumps Politik misstrauen und Refinanzierungen teurer werden könnten.

Starkflation in den USA – Gefahr gebannt?

Die Gefahr einer Starkflation in den USA bleibt bestehen. Der Tweet von Trump und die Erholungen an den Märkten sind nicht unbedingt ein Zeichen für reale Käufe, sondern eher Eindeckungen von Short-Positionen. Strukturelle Veränderungen, wie die Zölle auf chinesische Produkte (jetzt 125% statt 104%), und die Tatsache, dass die 90-Tage-Frist jederzeit verkürzt werden könnte, deuten auf einen massiven technischen und Vertrauensschaden in den Märkten hin.

Ein guter Analyst hat erwähnt, dass die Bodenbildung an den Märkten ein Prozess ist und nicht durch einen Tweet ausgelöst wird.

China und die Auswirkungen der Zölle

Obwohl China eigentlich unter den Zöllen leiden müsste, sind die chinesischen Werte durchaus gut. Dies liegt daran, dass viele Unternehmen bereits in andere Regionen abgewandert sind, die von den Zöllen nicht betroffen sind. Die Märkte interpretieren dies als eine Möglichkeit, den Zöllen indirekt zu entgehen.

Trump will das Handelsdefizit ausgleichen und die Unternehmenssteuern dauerhaft senken, was ohne zusätzliche Einnahmen schwierig wird.

Der schwache Dollar – Fluch oder Segen?

Trump möchte den Dollar schwächen, um Exporte günstiger zu machen und Arbeitsplätze nach Amerika zu bringen. Dies ist jedoch problematisch, da die Arbeitsplätze in Amerika höhere Kosten verursachen und die Margen bereits hoch sind. Europa verkauft viele Produkte nach Amerika mit niedrigeren Zöllen, aber europäischen Produkte haben nicht so hohe Margen, die die Amerikaner kaufen wie die Produkte, die wir aus Amerika kaufen mit sehr, sehr hohen Margen.

Wer mit der Währung spielt, muss aufpassen, da dies aus dem Ruder laufen kann. Die amerikanischen Staatsanleihen und viele konservative Käufer weltweit haben diese Anleihen gekauft, weil der Dollar stark war, die Zinsen höher waren und es eine berechenbare Politik war. Wenn Trump diese Sicherheit in Frage stellt, könnte dies zu einer Reaktion aus dem Finanzmarkt führen, bei der die Anleihen als solide Basis für konservative Produkte nicht mehr attraktiv sind. Die Zinsen der Anleihen steigen dann wieder, und Trump hat ein Problem bei der Refinanzierung seiner Schulden. Er muss heuer 7 Billionen Dollar ablaufende Staatsschulden umfinanzieren, die er teilweise in China hat.

Ölkurs und die Auswirkungen auf den Gesamtmarkt

Der Ölpreis ist ebenfalls gefallen, da die Aussichten Richtung Rezession deuten. Wenn die Wirtschaft nicht brummt, fallen die Energiepreise. Jetzt gibt es eine Gegenreaktion, aber ein niedrigerer Ölpreis wäre für viele Länder und Regionen besser. Trump könnte dies auch gut an seine Wähler verkaufen, da die Amerikaner gerne an der Zapfsäule wählen. Die Frage ist jedoch, um welchen Preis?

Fazit

Die aktuelle Situation an den Kapitalmärkten ist von politischen Entscheidungen, möglicher Marktmanipulation und wirtschaftlichen Unsicherheiten geprägt. Zsolt Janos liefert eine fundierte Analyse der komplexen Zusammenhänge und warnt vor zu viel Optimismus. Die Entwicklungen bleiben weiterhin spannend.

Wichtige Punkte:

  • Der ATX legte zeitweise um bis zu 8,8% zu.
  • Tesla-Titel stiegen um ca. 22%.
  • Die Zölle auf chinesische Produkte betragen jetzt 125%.
  • Trump muss heuer 7 Billionen Dollar ablaufende Staatsschulden umfinanzieren.

Disclaimer: Dieser Artikel dient nur zu Informationszwecken und stellt keine Anlageberatung dar.

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