Videothek
Ob Wirtschaftstrends, Kapitalmärkte oder gesellschaftliche Veränderungen - Zsolt Janos wird regelmäßig als Experte in TV-Sendungen eingeladen, um Entwicklungen einzuordnen und Zusammenhänge verständlich zu erklären.
06.11.2025 | OE24
Hartnäckige Inflation und US Shutdown
11Im aktuellen TV-Interview auf OE24 habe ich über zwei Themen gesprochen, die derzeit die Finanzwelt bewegen: die hartnäckige Inflation in Österreich – und den laufenden Shutdown in den USA.
Inflation in Österreich
Die Teuerung bleibt mit rund 4 % weiter über dem EU-Schnitt. Das liegt vor allem an Energie, Dienstleistungen und Mieten. Österreich ist stark von externen Energielieferungen abhängig, und durch Indexierungen bleiben Preiserhöhungen länger spürbar. Im Dienstleistungsbereich wirkt zudem die Lohn-Preisspirale – höhere Kosten führen zu höheren Preisen und umgekehrt. Positiv ist: Die heimischen Sozialpartner agieren derzeit mit Augenmaß und verhindern so ein weiteres Aufheizen.
Blick nach vorn:
Eine Rückkehr zu Inflationsraten unter 3 % ist frühestens 2026 realistisch. Wer seine Kaufkraft schützen möchte, sollte auch die Anlageseite im Blick behalten – etwa durch reale Werte oder Unternehmensbeteiligungen, die von Preisanpassungen profitieren.
Shutdown in den USA
Seit über einem Monat steht die US-Regierung still – mit massiven Folgen für Beschäftigte und Banken. Millionen Menschen erhalten keine Gehaltszahlungen, viele suchen kurzfristige Kredite. Das führt zu Liquiditätsproblemen in regionalen Banken und erinnert an die Dynamik von 2007. Bleibt der Shutdown bestehen, wird das auch Europa treffen, weil Kaufkraft und Nachfrage in den USA sinken.
In den kommenden Wochen sollten wir die Entwicklungen rund um Inflation, Energiepreise und die Auswirkungen des US-Shutdowns weiter beobachten.
Die in diesem Video besprochenen Inhalte dienen NUR zu allgemeinen Informationszwecken und stellen unter keinen Umständen eine Empfehlung zum Kauf oder Verkauf bestimmter Anlagen dar und sind somit keine Anlageberatung, da ich das Risikoprofil und die finanzielle Situation einzelner Zuhörer nicht einschätzen kann. Wer sich aufgrund des in diesem Video Besprochenem zum Kauf oder Verkauf von Anlageprodukten oder Vermögenswerten entscheidet, tut diese aus eigener Entscheidung und auf eigene Gefahr. Ich kann keine Haftung übernehmen, wenn Sie aufgrund des in diesem Video Gesagtem eigene Anlageentscheidungen treffen und dadurch Verluste erleiden.
Zusammenfassung
Hartnäckige Inflation und die Auswirkungen des US Shutdowns auf Österreich
Die wirtschaftliche Lage in Österreich bleibt angespannt. Die Inflation will einfach nicht sinken und die Auswirkungen des US Shutdowns werfen zusätzliche Schatten voraus. Um Licht ins Dunkel zu bringen, haben wir mit dem Finanzexperten Zsolt Janos über die aktuellen Herausforderungen und möglichen Perspektiven gesprochen.
Die Inflation in Österreich: Eine detaillierte Analyse
Die Inflationsrate in Österreich lag im Oktober bei rund 4%, nahezu unverändert im Vergleich zum September. Eine einfache Erklärung dafür gibt es nicht, vielmehr müssen wir die Inflation in ihre Einzelteile zerlegen. Zsolt Janos betont, dass mehrere Faktoren zusammenspielen, allen voran die Energiefrage.
- Energieabhängigkeit: Österreich ist stark von externen Energielieferungen abhängig. Die Energiepreise sind nach dem Angriff Russlands auf die Ukraine zwar etwas gesunken, aber nicht in dem gewünschten Tempo.
- Steigende Energiepreise: Zwischen 2024 und 2025 sind die Basisenergiepreise um 9% gestiegen. Energie macht ein Fünftel der Inflation aus.
- Globale Faktoren: Die Energiepreise hängen stark von ausländischen Entwicklungen ab. Staatliche Eingriffe können kurzfristig helfen, erhöhen aber langfristig die Kosten. Die steigende Energienachfrage, insbesondere im KI-Bereich, wird die Preise voraussichtlich weiter erhöhen.
Österreich im Vergleich zur EU: Warum ist die Inflation höher?
Während die Inflationsrate in Österreich bei rund 4% liegt, beträgt sie im EU-Schnitt knapp 2%. Dies liegt an unterschiedlichen fiskalpolitischen Maßnahmen der einzelnen Länder. Kurzfristige staatliche Hilfen können die Nachfrage hochhalten und somit die Preise weiter ansteigen lassen.
Ein weiterer wichtiger Faktor ist die Lohnpreisspirale. Zsolt Janos lobt die Gewerkschaften und die Wirtschaftskammer dafür, dass sie Lohnrunden unterhalb der Inflationsrate mittragen, da höhere Lohnforderungen die Inflation weiter anheizen würden.
Hoffnung für 2026? Licht am Ende des Tunnels?
Unser Finanzsystem benötigt eine gewisse Basisinflation. Eine Inflation von nahezu Null, wie wir sie in den letzten 15 Jahren erlebt haben, ist ohne größere wirtschaftliche Verwerfungen nicht zu erwarten.
Es gibt jedoch Möglichkeiten, der Inflation entgegenzuwirken. Zsolt Janos betont, dass man nicht nur auf der Ausgabenseite sparen sollte, sondern auch auf der Anlageseite aktiv werden kann. Investitionen in Unternehmen, die von der Inflation profitieren, können einen Inflationsausgleich schaffen.
Ausblick auf den Arbeitsmarkt: Steigende Arbeitslosigkeit?
Die Deglobalisierung führt dazu, dass Preise steigen und Unternehmen höhere Kosten in ihre Produkte einbauen müssen. Gleichzeitig nehmen viele Menschen aufgrund der wirtschaftlichen Situation ihr Konsumverhalten zurück. Wachstumsimpulse kommen derzeit hauptsächlich aus dem Bereich der künstlichen Intelligenz und der Technologieversorgung.
Der US Shutdown: Auswirkungen auf die Weltwirtschaft
Der US Shutdown, bei dem die amerikanische Regierung aufgrund von Uneinigkeiten über die Schuldenobergrenze teilweise lahmgelegt ist, hat weitreichende Folgen. Millionen von Amerikanern erhalten keine monatlichen Schecks, was zu Liquiditätsproblemen bei Banken führen kann.
Ein längerer Shutdown kann sich negativ auf die globalen Märkte auswirken, insbesondere auf Länder, die mit den USA Handel treiben. Ein Rückgang der Kaufkraft in den USA würde sich auch in Europa bemerkbar machen.
Fazit: Herausforderungen annehmen und Chancen nutzen
Die aktuelle wirtschaftliche Lage ist von Unsicherheit geprägt. Die hartnäckige Inflation, die steigende Arbeitslosigkeit und die globalen Risiken, wie der US Shutdown, stellen uns vor große Herausforderungen. Es ist wichtig, die Situation realistisch einzuschätzen und gleichzeitig die Chancen zu nutzen, die sich bieten. Durch eine kluge Finanzplanung und gezielte Investitionen können wir der Inflation entgegenwirken und unser Vermögen langfristig sichern.
Wichtige Punkte zusammengefasst:
- Inflation in Österreich bei rund 4%.
- Energiepreise sind ein wesentlicher Inflationstreiber.
- Lohnpreisspirale vermeiden.
- Anlagemöglichkeiten zur Inflationsbekämpfung nutzen.
- US Shutdown birgt globale Risiken.
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