Podcast

Im Podcast Aus dem Cafésatz spricht Zsolt Janos über tägliche Entwicklungen an den Kapitalmärkten. Komplexe Zusammenhänge werden klar, nachvollziehbar und mit langjähriger Erfahrung auf den Punkt gebracht.

Beliebteste Episoden der letzten 30 Tage:

09.02.2026

Wie berechtigt sind die Software Schocks?

Ganz kurz: Die Panik (ca. 285 Mrd. $ Wertverlust) rührt daher, dass Claude Cowork kein bloßer Chatbot mehr ist, sondern direkt am PC arbeitet.

  • SaaS-Killer: Wenn die KI Dateien liest, Ordner strukturiert und Berichte schreibt, werden viele spezialisierte Software-Abos überflüssig.
  • Margen-Tod: Investoren fürchten eine Deflation bei Softwarepreisen und IT-Dienstleistungen, da Aufgaben nun Sekunden statt Stunden dauern.
  • Daten-Monopol: Etablierte Riesen (wie Thomson Reuters oder RELX) verlieren ihr Monopol auf Fachwissen, wenn die KI diese Daten autonom verarbeitet.

Die im Podcast besprochenen Inhalte dienen NUR zu allgemeinen Informationszwecken und stellen unter keinen Umständen eine Empfehlung zum Kauf oder Verkauf bestimmter Anlagen dar und sind somit keine Anlageberatung. Der Vortragende kann das Risikoprofil und die finanzielle Situation einzelner Zuhörer nicht einschätzen. Wer sich aufgrund des im Podcast Besprochenem zum Kauf oder Verkauf von Anlageprodukten / Vermögenswerten entscheidet, tut diese aus eigener Entscheidung und auf eigene Gefahr. Der Vortragende kann daher keine Haftung übernehmen, wenn Sie aufgrund des im Podcast Gesagtem eigene Anlageentscheidungen treffen und dadurch Verluste erleiden.

Zusammenfassung

Software Schocks am Kapitalmarkt: Eine Analyse mit Zsolt Janos

In der vergangenen Woche erlebten wir eine erneute Abwärtswelle am Kapitalmarkt, insbesondere im Bereich der Softwareunternehmen. Doch wie berechtigt sind diese Schocks wirklich? Und welche Chancen und Risiken ergeben sich daraus für Anleger in Österreich und Deutschland? Zsolt Janos beleuchtet die Hintergründe.

Angst vs. Analyse: Die Dynamik der Märkte

Wenn Angst an den Märkten aufkommt, reagieren diese oft schneller, als eine nüchterne Analyse stattfinden kann. Viele Unternehmen wurden in dieser Angstphase mitgerissen, obwohl sie langfristig gesund sind und somit günstige Einstiegsmöglichkeiten bieten. Andere hingegen haben möglicherweise fundamentale Veränderungen in ihrem Geschäftsmodell erfahren.

"Es lohnt sich auch, Positionen mit Verlusten zu realisieren und Verluste zu begrenzen, wenn sich die Rahmenbedingungen geändert haben."

Der Einfluss von Antropic und KI auf Softwareunternehmen

Die Diskussion um Antropic und deren KI-Lösungen, die potenziell die Arbeit von Programmierern übernehmen könnten, hat die Softwarebranche aufgeschreckt. Es ist wichtig, solche Aussagen kritisch zu hinterfragen, insbesondere wenn Unternehmen wie Antropic kurz vor einem Börsengang stehen und Kapital einsammeln möchten.

Dennoch sollten wir die potenziellen Auswirkungen von KI auf die Geschäftsmodelle von Softwareunternehmen nicht unterschätzen. Die traditionellen SaaS-Modelle (Software as a Service) mit monatlichen Mietgebühren pro Arbeitsplatz könnten durch neue KI-basierte Lösungen unter Druck geraten.

Die brutale Realität: 300 Milliarden Dollar Börsenwert verloren

In nur einer Woche sind knapp 300 Milliarden Dollar an Börsenkapitalisierungswert bei Softwareunternehmen verloren gegangen. Auch wenn es sich zunächst nur um Papiergewinne handelt, hat dies erhebliche Auswirkungen, insbesondere auf gehebelte Investmentpositionen, bei denen die Papiere als Sicherheit hinterlegt sind.

Sinkende Börsenwerte führen zu sinkenden Sicherheiten, was wiederum zu Verkaufsdruck und einem potenziellen Schneeballeffekt führen kann.

Die Zukunft der Softwareunternehmen: Ein Umdenken ist gefragt

Die Erwartungshaltung in Bezug auf zukünftige Gewinne bei Softwareunternehmen wird durch die potenziellen Auswirkungen von KI-Tools gefährdet. Die Skalierungseffekte der SaaS-Modelle, bei denen Unternehmen monatliche Gebühren pro Arbeitsplatz zahlen, könnten durch alternative Lösungen in Frage gestellt werden.

Viele Softwareentwickler haben diese Tendenz bereits erkannt und versuchen, ihre Unternehmen zu verkaufen. Auch große Konzerne stoßen sich zunehmend daran, dass pro Arbeitsplatz Softwarerechte gekauft werden müssen.

Die Rolle von Private Credit und Liquidität

Ein riesiger Markt von etwa 3 Billionen Dollar, der private Credit Markt allein in Amerika, gerät zunehmend in den Fokus. Investoren hinterfragen die Verwendung ihres Geldes kritisch, insbesondere im Hinblick auf die Liquidität in bestimmten Sektoren. Wenn kein neues Geld in den Markt fließt, können Liquiditätsprobleme entstehen, die die letzten Anleger in diesen Investments festhalten.

Fazit: Differenzierung ist der Schlüssel

Die Software Schocks der letzten Woche haben gezeigt, dass eine differenzierte Betrachtung der einzelnen Unternehmen unerlässlich ist. Während einige Unternehmen tatsächlich von den Veränderungen in der Branche betroffen sein könnten, bieten sich bei anderen möglicherweise günstige Einstiegsmöglichkeiten.

Es ist wichtig, die Geschäftsmodelle kritisch zu hinterfragen und zu analysieren, wer tatsächlich von den Entwicklungen betroffen ist und wer lediglich in Sippenhaft genommen wurde.

Wichtige Erkenntnisse:

  • Angst kann zu Überreaktionen an den Märkten führen.
  • KI-Lösungen stellen eine potenzielle Bedrohung für traditionelle SaaS-Modelle dar.
  • Eine kritische Analyse der einzelnen Unternehmen ist entscheidend.
  • Liquiditätsprobleme können die Situation verschärfen.

"Es genügt nicht, dass irgendwas in einer bestimmten Farbe angemalt ist. Man muss da schon näher hinschauen, was da mit unserem Geld wirklich passiert."

Ihre individuelle Vermögensberatung

Sie möchten Ihre Investments im aktuellen Marktumfeld optimal ausrichten? Kontaktieren Sie uns für eine individuelle Vermögensberatung und profitieren Sie von unserer Expertise.

Jetzt Beratungstermin vereinbaren!

Berggipfel mit Nebelschwaden vor blauem Himmel