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Im Podcast Aus dem Cafésatz spricht Zsolt Janos über tägliche Entwicklungen an den Kapitalmärkten. Komplexe Zusammenhänge werden klar, nachvollziehbar und mit langjähriger Erfahrung auf den Punkt gebracht.

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07.11.2025

Wenn Spekulanten den Markt verzaubern

LINK zum Ö24 Gespräch: https://youtu.be/UL0DCpvOi4Q

Am Anfang steht immer eine Geschichte. Eine Vision, ein Versprechen, ein Narrativ – so verführerisch, dass Zahlen plötzlich zweitrangig werden. Wer an den Märkten Erfolg haben will, muss nicht nur rechnen können – er muss erzählen können.

Denn Spekulanten sind dann am erfolgreichsten, wenn sie ihre Story so überzeugend spinnen, dass der breite Markt ihnen den Ausstieg finanziert. Wenn aus Glauben Nachfrage wird – und aus Nachfrage Liquidität.

Und manchmal… gelingt der Coup so perfekt, dass die Erzählung zur Staatsräson wird. Dann wird aus dem Markt ein sicherheitspolitisches Thema – und am Ende springt der Steuerzahler ein.

Willkommen zu einer Folge über die Kunst der finanziellen Fiktion, über Narrative, Märkte – und die Frage, wer am Ende die Rechnung bezahlt.

Die im Podcast besprochenen Inhalte dienen NUR zu allgemeinen Informationszwecken, stellen unter keinen Umständen eine Empfehlung zum Kauf oder Verkauf bestimmter Anlagen dar, sind somit keine Anlageberatung! Der Vortragende kann das Risikoprofil und die finanzielle Situation einzelner Zuhörer nicht einschätzen. Wer sich aufgrund des im Podcast besprochenem zum Kauf oder Verkauf von Anlageprodukten / Vermögenswerten entscheidet, tut diese aus eigener Entscheidung und auf eigene Gefahr. Weder die AL&E GmbH noch der Vortragende haften, wenn Sie aufgrund des im Podcast Gesagtem eigene Anlageentscheidungen treffen und dadurch Verluste erleiden.

Die im Podcast besprochenen Inhalte dienen NUR zu allgemeinen Informationszwecken und stellen unter keinen Umständen eine Empfehlung zum Kauf oder Verkauf bestimmter Anlagen dar und sind somit keine Anlageberatung. Der Vortragende kann das Risikoprofil und die finanzielle Situation einzelner Zuhörer nicht einschätzen. Wer sich aufgrund des im Podcast Besprochenem zum Kauf oder Verkauf von Anlageprodukten / Vermögenswerten entscheidet, tut diese aus eigener Entscheidung und auf eigene Gefahr. Der Vortragende kann daher keine Haftung übernehmen, wenn Sie aufgrund des im Podcast Gesagtem eigene Anlageentscheidungen treffen und dadurch Verluste erleiden.

Zusammenfassung

Wenn Spekulanten den Markt verzaubern: Ein Blick auf KI, Daten und die Finanzmärkte

Elon Musks Milliarden-Deal: Magic oder Bullshit?

Gleich zu Beginn widmen wir uns Elon Musk und seiner möglichen gigantischen Bezahlung bei Tesla. Die Summe ist an 12 Parameter gekoppelt, die Tesla gemeinsam mit ihm erreichen muss. Es ist ein Balanceakt zwischen Vision und Realität. Zsolt Janos vergleicht es mit der Vision, dass alle Menschen der Welt seinen Podcast hören – ein ambitioniertes Ziel, das jedoch Kapital erfordert. Die Bezahlung von einer Billion Dollar würde Musks Aktienanteil auf 25% erhöhen, basierend auf einer Börsenkapitalisierung von 8,5 Billionen Dollar (aktuell 1,5 Billionen). Die erste Stufe wäre bereits bei einer Steigerung auf 2 Billionen Dollar erreicht. Neben der Marktkapitalisierung müssen auch konkrete Ziele wie 20 Millionen ausgelieferte Autos, eine Million humanoide Roboter und eine Million Robotaxis erreicht werden.

Marktstimmung: Zwischen Optimismus und Skepsis

Der Markt ist oft von zwei Meinungen geprägt: Optimismus und Skepsis. Die Seite mit der lauteren Stimme dominiert. Aktuell gibt es eine Verschiebung hin zu mehr Skepsis gegenüber KI. Viele Analysten, die die Entwicklung kritisch beobachtet haben, fühlen sich nun bestätigt. Es stellt sich die Frage, inwieweit diese Stimmung gesteuert ist und welche Rolle unsere eigenen Suchmuster in den Algorithmen spielen. Die Algorithmen verstärken jene Themen, die wir anklicken und suchen, wodurch wir unsere eigene Blase verstärken.

Big Data im Visier: Was Unternehmen über unsere Einkommensverhältnisse wissen

Ein interessanter Punkt ist die Datensammlung von Unternehmen wie Chipotle und McDonald's. Diese stellen fest, dass in ihren unteren Einkommenskäuferschichten die Umsätze um zweistellige Prozentzahlen sinken, während sie in den oberen Einkommensschichten steigen. Woher wissen diese Unternehmen das? Die Antwort liegt in der umfassenden Datensammlung. Standortabfragen, Postleitzahlen, Online-Bestellungen, Loyalty-Programme, Kartenzahlungen und Umfragen liefern wertvolle Informationen. Auch Drittanbieter sammeln und werten Daten aus. Diese Daten, oft durch "gratis" Apps generiert, werden für gezielte Analysen genutzt.

Arbeitsmarktdaten: Ein Warnsignal?

Aufgrund des Shutdowns in den USA werden Daten aus dem Privatsektor immer wichtiger. Die Zahlen von Challenger, Gray & Christmas zeigen einen Jobabbau im Oktober, den höchsten seit über 20 Jahren. Dies verunsichert die Märkte und deutet auf eine schwächere Wirtschaft hin. Gründe für den Stellenabbau sind die sinkenden Konsumausgaben, die Unsicherheit bezüglich Zölle und die Effizienzsteigerung durch KI. Ein Professor der Harvard Universität hat berechnet, dass die amerikanische Wirtschaft ohne den KI-Boom bestenfalls stagniert.

KI-Euphorie und die Börse: OpenAI's Strategie

Eine Top-Führungskraft von OpenAI hat klargestellt, dass das Unternehmen nicht an die Börse gehen wird, da noch nicht genug Euphorie im Markt herrscht. Elon Musk versucht, diese Euphorie weiter zu befeuern, indem er den Bedarf an Chips für seine Projekte betont und den Bau einer eigenen Chipfabrik in Aussicht stellt. Die CFO von OpenAI forderte sogar staatliche Garantien für die Finanzierung von KI-Datencentern. Dieses Vorgehen ist typisch für spekulatives Kapital: Eine Storyline wird so gut verkauft, dass eine \"Fear of Missing Out\" (FOMO) entsteht und die breite Masse in den Markt drängt, um den Spekulanten auf hohem Niveau die Aktien abzunehmen. Im Idealfall wird die Spekulation dem Steuerzahler umgehängt.

Dezentrale KI: Das chinesische Modell als Alternative?

Die Frage ist, ob das amerikanische KI-Modell die richtige Lösung ist. China, das aufgrund von Chip-Engpässen ein dezentrales KI-Modell mit weniger leistungsstarken Chips entwickelt hat, könnte einen Vorteil haben. Dieses Modell ist energieeffizienter und weniger abhängig von teuren Hochleistungschips.

Ponzi-Systeme und die nationale Sicherheitskarte

Die beschriebenen Entwicklungen erinnern an Ponzi-Systeme: Eine fantastische Story wird erzählt, spekulatives Kapital wird angezogen, exponentielles Wachstum wird erreicht und schließlich wird die nationale Sicherheitskarte gespielt, um staatliche Unterstützung zu erhalten. Jensen Huang von Nvidia deutete an, dass China das Rennen um die KI-Vorherrschaft bereits gewonnen hat, und forderte staatliche Investitionen.

Kritik an Short-Sellern und Aktienverkäufe bei Palantir

Alex Karp von Palantir kritisierte Short-Seller und warf ihnen vor, Arbeitsplätze zu vernichten. Gleichzeitig verkaufte er selbst Aktienpakete von Palantir im Wert von 2 Milliarden Dollar. Dies wirft Fragen auf, insbesondere wenn das Unternehmen angeblich so erfolgreich ist.

Finanzierung der Datacenter: Schattenbanken und Versicherungen im Fokus

Die Finanzierung der Datacenter hat sich von Eigenkapital zu Schulden verlagert. Schattenbanken, Private Equity Plattformen und Versicherungen spielen eine wichtige Rolle. Insbesondere die Rolle der Versicherungen weckt Erinnerungen an die Finanzkrise 2008, als AIG verstaatlicht werden musste. Die großen Big-Tech-Unternehmen haben zunächst aus Eigenkapital finanziert, sind dann aber dazu übergegangen, Anleihen auszugeben, um das Risiko auf die Kapitalmarktinvestoren zu verlagern.

Fazit: Vorsicht vor dem Zauber der Spekulanten

Die aktuelle Analyse zeigt, dass die Finanzmärkte von Spekulation, Daten und politischen Einflüssen geprägt sind. Es ist wichtig, kritisch zu hinterfragen, welche Interessen hinter den propagierten Storylines stecken und welche Risiken eingegangen werden. Die Entwicklungen im Bereich der KI und der Datensammlung sollten genau beobachtet werden, um die Auswirkungen auf Wirtschaft und Gesellschaft zu verstehen. Seien Sie wachsam und lassen Sie sich nicht vom Zauber der Spekulanten blenden!

Berggipfel mit Nebelschwaden vor blauem Himmel