Podcast
Im Podcast Aus dem Cafésatz spricht Zsolt Janos über tägliche Entwicklungen an den Kapitalmärkten. Komplexe Zusammenhänge werden klar, nachvollziehbar und mit langjähriger Erfahrung auf den Punkt gebracht.
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30.01.2026
Was will uns der Goldpreis sagen?
Gold auf über 5.000 Dollar – ein historischer Rekord, der weit mehr ist als nur eine Zahl. Während die Depots glänzen, fungiert der explodierende Kurs als Fieberthermometer für unser globales Währungssystem. Aber was will uns das Edelmetall damit sagen? Ist es die Flucht in den ‚Sicheren Hafen‘ vor politischer Instabilität oder stecken wir bereits mitten in einer gefährlichen FOMO-Falle?
Die im Podcast besprochenen Inhalte dienen NUR zu allgemeinen Informationszwecken und stellen unter keinen Umständen eine Empfehlung zum Kauf oder Verkauf bestimmter Anlagen dar und sind somit keine Anlageberatung. Der Vortragende kann das Risikoprofil und die finanzielle Situation einzelner Zuhörer nicht einschätzen. Wer sich aufgrund des im Podcast Besprochenem zum Kauf oder Verkauf von Anlageprodukten / Vermögenswerten entscheidet, tut diese aus eigener Entscheidung und auf eigene Gefahr. Der Vortragende kann daher keine Haftung übernehmen, wenn Sie aufgrund des im Podcast Gesagtem eigene Anlageentscheidungen treffen und dadurch Verluste erleiden.
Zusammenfassung
Was will uns der Goldpreis sagen?
Zsolt Janos analysiert die aktuellen Kapitalmarkt- und Wirtschaftsfragen im Detail. Nach einer erholsamen Zeit in den Bergen, widmen wir uns nun den jüngsten Ereignissen am Goldmarkt.
Der Blitzcrash beim Gold
Gestern erlebten wir einen regelrechten Rodeorit, einen Crash nicht nur beim Gold, sondern in vielen Bereichen. Innerhalb weniger Minuten rauschte der Goldpreis um 5.120 Dollar nach unten. Eine Börsenkapitalisierung von rund 2,5 Billionen Dollar wurde in kürzester Zeit ausgelöscht. Betroffen sind vor allem jene, die zu Höchstpreisen gekauft haben.
Solche extremen Kursausschläge zeigen, dass es massive Käufe gegeben haben muss, gefolgt von einer starken Korrektur. Oftmals sind es nervöse Hände, die von steigenden Kursen angezogen werden und bei Korrekturen sofort wieder aussteigen.
Die Goldentwicklung der letzten Woche
Nach der Rede von Jeremy Powell explodierte der Goldpreis um 500 Dollar. Ein Anstieg dieser Größenordnung ist beispiellos. Normalerweise benötigte der Goldpreis 31 Tage für einen Preisanstieg von 500 Dollar. Allein in diesem Jahr verzeichnete Gold bereits eine Preissteigerung von über 25 Prozent in Dollar.
Wichtig: Für uns Europäer ist der Goldpreis in Euro relevanter als der in Dollar. Der Euro-Preis liegt aktuell etwa 100 Euro tiefer als der Dollar-Preis. Dies hilft uns zu beurteilen, ob der Goldpreis tatsächlich steigt oder ob lediglich der Dollar schwächer wird.
Wenn der Dollar abwertet, steigen die Preise für Rohstoffe, die in Dollar bepreist sind. Es scheint, als würden diese im Wert steigen, aber oft kollabiert lediglich die Referenzwährung.
Gold als langfristige Absicherung
Gold und Silber werden oft als langfristige Absicherung im Portfolio betrachtet, die idealerweise an die nächste Generation weitergegeben wird. Ein Verkauf dieser Positionen wäre ein Zeichen dafür, dass alles andere bereits daniederliegt.
Alan Greenspan sah den Goldpreis als Spiegelbild des Vertrauens in das Finanzsystem und den US-Dollar. Ein steigender Goldpreis deutet auf schwindendes Vertrauen hin, was durch die Politik von Donald Trump noch verstärkt wird.
Historische Vergleiche und aktuelle Risiken
Es dauerte grob 5600 Jahre, bis der Goldpreis die 1000-Dollar-Marke erreichte. Für die letzten 1000 Dollar Preisanstieg benötigte er nur 28 Tage. Auch hier muss man die prozentuelle Betrachtung beachten.
Die Frage ist, wovor haben die Anleger mehr Angst? Vor einer stärker eskalierenden Konfliktsituation mit dem Iran? Die Ereignisse rund um den Flugzeugträger USS Abraham Lincoln und Atomschnüffler deuten darauf hin, dass am Wochenende etwas bevorstehen könnte.
Fehlende fiskalische Disziplin führt zu schwindendem Vertrauen in die finanziellen Strukturen und treibt den Goldpreis nach oben. Die Verschuldung ist ein globales Problem, dessen Preis früher oder später gezahlt werden muss.
Der Goldpreis war nur einmal so überkauft wie jetzt, nämlich Ende der 1960er Jahre, als es zum London Gold Pool Kollaps kam. Damals versuchten acht Zentralbanken, den Goldpreis bei 35 Dollar zu stabilisieren. Aktuell liegen wir bei über 2000 Dollar.
Der London Gold Pool Kollaps
Ursachen für den Kollaps waren die hohe US-Verschuldung, steigende Inflation und steigende Rohstoffpreise. Jay Powell betonte, dass die Inflation nun auch durch die Zölle beeinflusst wird.
Die Unternehmen geben die Zölle an die Konsumenten weiter, und parallel dazu steigen die Preise für Basisrohstoffe und Energie. Der Ölpreis ist auf über 70 Dollar gestiegen. All dies deutet auf eine nächste Inflationswelle hin.
Die Folge des Kollapses war, dass der Goldmarkt für zwei Wochen geschlossen wurde. Seitdem haben wir eine freie Goldpreisbildung. Wenn das Vertrauen in das System kippt, fließt Kapital in Gold, aus dem Dollar und aus amerikanischen Anleihen.
Zentralbanken sind derzeit große Käufer im Goldmarkt. Russland profitiert von diesem Goldanstieg, da er den Angriffskrieg gegen die Ukraine finanziert.
Die Amerikaner wollten ihre Goldreserven neu bewerten, da sie diese noch mit 35 Dollar in den Büchern haben. Ob es dazu kommt, ist fraglich, da zuerst geprüft werden muss, ob diese Goldmengen tatsächlich vorhanden sind. Auch Deutschland besitzt sehr viel Gold, das teilweise in Amerika lagert, was aufgrund der Spannungen mit den USA kritisch gesehen wird.
Fazit
Der Goldpreis ist ein komplexer Indikator, der von vielen Faktoren beeinflusst wird. Aktuell deutet er auf Unsicherheit und schwindendes Vertrauen in das Finanzsystem hin. Es ist wichtig, die Entwicklungen genau zu beobachten und die richtigen Schlüsse daraus zu ziehen.
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