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Im Podcast Aus dem Cafésatz spricht Zsolt Janos über tägliche Entwicklungen an den Kapitalmärkten. Komplexe Zusammenhänge werden klar, nachvollziehbar und mit langjähriger Erfahrung auf den Punkt gebracht.

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05.11.2025

Vernüftiges Anlegen ist keine Wetten eingehen ala Michael Burry

Wenn die Kurse mal endlich nicht nur steigen, sondern auch fallen, dann sind die Schlagzeilen schnell da: „Jetzt kommt die große Korrektur!“ — oder vielleicht doch nicht? Wir werden sehen.
Die Erwartung, dass Kurse immer nur steigen müssen, ist grundlegend falsch — und genau daran müssen wir arbeiten.

Die im Podcast besprochenen Inhalte dienen NUR zu allgemeinen Informationszwecken und stellen unter keinen Umständen eine Empfehlung zum Kauf oder Verkauf bestimmter Anlagen dar und sind somit keine Anlageberatung. Der Vortragende kann das Risikoprofil und die finanzielle Situation einzelner Zuhörer nicht einschätzen. Wer sich aufgrund des im Podcast Besprochenem zum Kauf oder Verkauf von Anlageprodukten / Vermögenswerten entscheidet, tut diese aus eigener Entscheidung und auf eigene Gefahr. Der Vortragende kann daher keine Haftung übernehmen, wenn Sie aufgrund des im Podcast Gesagtem eigene Anlageentscheidungen treffen und dadurch Verluste erleiden.

Zusammenfassung

Vernünftiges Anlegen ist keine Wetten eingehen ala Michael Burry

Die Illusion des Zufalls im Investment

Oftmals entsteht der Eindruck, dass Investieren eine Frage des richtigen Timings oder gar des Zufalls ist. Zsolt Janos betont jedoch, dass das Gegenteil der Fall ist: Reserven bilden und vernünftig anlegen ist ein essentieller Bestandteil des wirtschaftlichen Lebens. Es sollte keine spontane Entscheidung sein, sondern Teil einer langfristigen Strategie.

Besonders für junge Menschen ist es wichtig, von Anfang an einen gesunden Umgang mit Geld zu lernen und nicht riskante Anlagen als „Spielgeld“ zu betrachten. Solche Anlagen sollten höchstens einen kleinen Teil des Gesamtportfolios ausmachen – etwa 2-5%.

Kommen, um zu bleiben: Langfristige Strategie statt kurzfristiger Spekulation

Anstatt auf kurzfristige Kursschwankungen und Schlagzeilen zu reagieren, rät Zsolt Janos dazu, eine langfristige Perspektive einzunehmen und sich mit der zukünftigen Wirtschaftsentwicklung auseinanderzusetzen. Wer merkt, dass seine Käufe oft zu Kurskorrekturen führen, sollte nicht frustriert flüchten, sondern die Situation nutzen, um tiefer in die Materie einzusteigen und eine nachhaltige Anlagestrategie zu entwickeln.

Die Tücken von Statistiken und Erwartungshaltungen

Immer wieder wird die Frage nach einer Jahresendrallye laut. Statistiken mögen zwar Trends aufzeigen, sind aber keineswegs eine Garantie. Zsolt Janos erinnert an das Jahr 2018, als der Dow Jones Index zwischen dem 1. Oktober und dem 24. Dezember um ganze 15% gefallen ist – entgegen der Erwartungshaltung.

Erwartungen sind generell ein Problem – nicht nur am Kapitalmarkt, sondern in vielen Lebensbereichen. Es ist wichtig, realistische Ziele zu setzen und sich nicht von unrealistischen Bildern und Versprechungen leiten zu lassen.

Die Bedeutung klarer Erwartungen in der Finanzberatung

Zsolt Janos betont, wie wichtig es ist, die Erwartungen von Klienten zu verstehen und offen zu kommunizieren, ob diese erfüllt werden können. Eine klare Basis ist entscheidend für eine erfolgreiche und langfristige Zusammenarbeit.

Er vergleicht die langfristige Betreuung von Klienten mit einer Wanderung: Es gibt Phasen, in denen jeder seinen eigenen Weg geht, und Phasen, in denen man gemeinsam vorankommt. Das Ziel ist jedoch immer, gemeinsam anzukommen.

Marktstimmung und Liquidierungsdruck: Der gestrige Tag als Beispiel

Der gestrige Tag zeigte, dass es Phasen geben kann, in denen es keinen sicheren Hafen gibt und alles abverkauft wird. Dies war insbesondere im AI- und Tech-Bereich zu beobachten. Zsolt Janos mahnt jedoch zur Besonnenheit: Kurskorrekturen sind normal, insbesondere bei Unternehmen, die in kurzer Zeit stark gestiegen sind. Gewinnmitnahmen sind eine natürliche Reaktion.

Palantir und Michael Burry: Überbewertung und Short-Positionen

Ein besonders starkes Beispiel für eine überbewertete Aktie ist Palantir. Mit einem Kurs-Umsatz-Verhältnis von 85 (basierend auf Umsatzschätzungen für 2026) und einem Kurs-Gewinn-Verhältnis von 280 (ebenfalls basierend auf Gewinnschätzungen für 2026) ist das Unternehmen extrem teuer.

Michael Burry, bekannt aus dem Film „The Big Short“, hat nun Short-Positionen auf Palantir (ca. 912 Millionen Dollar) und Nvidia (ca. 187 Millionen Dollar) eröffnet. Das bedeutet, er wettet darauf, dass die Kurse dieser Unternehmen fallen werden. Burry wurde berühmt, indem er richtig auf den Zusammenbruch des Immobilienmarktes in Amerika wettete. **Es ist aber wichtig zu erwähnen, dass auch er sehr oft daneben liegt.**

Zsolt Janos warnt jedoch vor Shorts, da Kurse länger steigen können, als es rational ist. Grundsätzlich gilt: Nur weil ein Kurs um 50% gefallen ist, heißt das nicht, dass er nicht noch weiter fallen kann.

Fazit: Vernünftiges Anlegen erfordert Geduld, Strategie und realistische Erwartungen

Zusammenfassend lässt sich sagen, dass vernünftiges Anlegen keine Frage des Glücks oder des richtigen Timings ist, sondern eine Frage der Strategie, Geduld und realistischen Erwartungen. Lassen Sie sich nicht von kurzfristigen Trends und Schlagzeilen verunsichern, sondern konzentrieren Sie sich auf eine langfristige Perspektive und eine fundierte Anlagestrategie.

Vielen Dank fürs Zuhören! Wir freuen uns, wenn Sie auch morgen wieder dabei sind beim nächsten Podcast aus dem Kaffeesatz mit Zsolt Janos.

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