Podcast
Im Podcast Aus dem Cafésatz spricht Zsolt Janos über tägliche Entwicklungen an den Kapitalmärkten. Komplexe Zusammenhänge werden klar, nachvollziehbar und mit langjähriger Erfahrung auf den Punkt gebracht.
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15.01.2026
Jetzt reagiert der Ölpreis stärker auf Trumps Tweets
Wir erleben gerade ein bizarres Phänomen: Die USA nehmen den Präsidenten des erdölreichsten Landes der Welt fest, und die Märkte zucken nur mit den Schultern. Aber sobald Donald Trump sein Smartphone zückt und gegen den Iran twittert, spielen die Ölpreise verrückt. Warum die Angst vor Teheran schwerer wiegt als die Besetzung Venezuelas und warum wir uns 2026 trotz aller Krisen vielleicht doch auf ein Jahr des Öl-Überflusses einstellen müssen – darüber sprechen wir heute.
Die im Podcast besprochenen Inhalte dienen NUR zu allgemeinen Informationszwecken und stellen unter keinen Umständen eine Empfehlung zum Kauf oder Verkauf bestimmter Anlagen dar und sind somit keine Anlageberatung. Der Vortragende kann das Risikoprofil und die finanzielle Situation einzelner Zuhörer nicht einschätzen. Wer sich aufgrund des im Podcast Besprochenem zum Kauf oder Verkauf von Anlageprodukten / Vermögenswerten entscheidet, tut diese aus eigener Entscheidung und auf eigene Gefahr. Der Vortragende kann daher keine Haftung übernehmen, wenn Sie aufgrund des im Podcast Gesagtem eigene Anlageentscheidungen treffen und dadurch Verluste erleiden.
Zusammenfassung
Ölpreis im Tweet-Fieber: Wie Trumps Nachrichten den Markt bewegen
Die Volatilität an den Kapitalmärkten nimmt zu. Politische Einflüsse, insbesondere durch Social-Media-Aktivitäten von Persönlichkeiten wie Donald Trump, können erhebliche Auswirkungen auf Rohstoffpreise haben. Der Ölpreis reagiert zunehmend sensibel auf solche externen Faktoren. In diesem Beitrag analysieren wir die aktuellen Entwicklungen und ihre potenziellen Folgen für Anleger.
Rohstoffpreise im Aufwind: Kupfer und KI als Preistreiber
Nicht nur Gold und Silber, auch andere Industrierohstoffe wie Kupfer erleben einen Preisanstieg. Dieser Trend wird vor allem durch den wachsenden Bedarf in der erneuerbaren Energie und im Datacenter-Bereich befeuert. Besonders im KI-Sektor (Künstliche Intelligenz) sind diese Rohstoffe unverzichtbar.
Die Frage ist: Wer wird diese Preise bezahlen? Während Gold als potenzielle Ersatzwährung eine Sonderstellung einnimmt, sind Silber und Kupfer Industriemetalle, deren Kosten letztendlich von Unternehmen und Konsumenten getragen werden müssen. Angesichts noch nicht flächendeckend etablierter Geschäftsmodelle im KI-Bereich stellt sich die Frage nach der langfristigen Finanzierbarkeit dieser Preissteigerungen.
KI-Modelle und Geschäftsmodelle: Alphabet als Vorreiter
KI-Modelle benötigen ein solides Geschäftsmodell, um langfristig erfolgreich zu sein. Alphabet (Google) nimmt hier eine Sonderstellung ein. Dank etablierter Geschäftsfelder wie E-Mail, Android, Maps und YouTube kann Alphabet KI-Technologien als Ergänzung nutzen und muss nicht ausschließlich auf KI-basierte Umsätze angewiesen sein.
Die Integration von Gemini in die Suchmaschine verstärkt die Aktivitäten und gewinnt zunehmend Nutzer. Auch die Beteiligung an Antropic, einem Konkurrenten von OpenAI, und SpaceX diversifiziert das Portfolio von Alphabet und macht es widerstandsfähiger gegenüber Marktschwankungen.
Die Macht der Worte: Negative Einflüsse vermeiden
In unsicheren Zeiten ist es wichtig, das eigene Umfeld und die geführten Gespräche kritisch zu hinterfragen. Belasten die Gespräche mental und emotional? Drehen sie sich um Themen, die wir nicht ändern können? Es kann hilfreich sein, sich von negativen Einflüssen zu distanzieren und den Fokus auf positive und beeinflussbare Aspekte zu legen.
Wie schon mein Opa sagte: Entweder du änderst das, was dich stört, oder du änderst deine Einstellung dazu. Das Schlimmste ist, in Selbstmitleid zu versinken und die Selbstachtung zu verlieren.
Politische Börsen: Trump, Öl und unklare Signale
Politische Börsen haben zwar kurze Beine, doch die Impulse, die sie auslösen, sind derzeit von hoher Intensität. Die Tweets von Donald Trump beeinflussen beispielsweise den Ölpreis. Ein Tweet, der Eskalation andeutet, treibt den Preis nach oben, während ein beschwichtigender Tweet den Preis wieder senkt.
Es ist schwierig, die kurzfristigen Marktbewegungen vorherzusagen. Die Unberechenbarkeit politischer Akteure erschwert die Analyse und macht strategische Anlageentscheidungen komplexer.
Beispiel Iran: Militärische Optionen und ihre Konsequenzen
Die angespannte Lage zwischen den USA und dem Iran ist ein weiteres Beispiel für politische Einflüsse auf den Ölpreis. Trumps Tweets, die Demonstranten im Iran ermutigen, werden vom Markt als Signal für eine mögliche militärische Eskalation interpretiert. Allerdings befindet sich Trump in einer schwächeren Position als beispielsweise in Venezuela, da ihm im Iran weniger militärische Ressourcen zur Verfügung stehen.
Sollte es zu einem Angriff kommen, drohen massive Gegenschläge des Iran, was die Ölpreise weiter in die Höhe treiben könnte. Die Evakuierung amerikanischer Militärbasen deutet auf eine mögliche Vorbereitung auf eine Eskalation hin.
Portfolio-Strukturierung: Diversifikation als Schutzschild
In volatilen Zeiten ist eine breit diversifizierte Portfoliostruktur von entscheidender Bedeutung. Ein Portfolio mit 15 bis 25 unterschiedlichen Themenbereichen kann Marktschwankungen besser abfedern. Wenn einzelne Bereiche steigen oder fallen, gleichen sich die Effekte im Gesamtportfolio aus.
Es ist ratsam, nicht jedem kurzfristigen Trend hinterherzujagen. Ein Rebalancing des Portfolios aufgrund einzelner Tweets von Trump ist beispielsweise nicht sinnvoll, da seine Aussagen oft widersprüchlich sind.
Die Rolle der Zentralbanken: Japan als Warnsignal
Die Aktivitäten der Zentralbanken, insbesondere die japanische Geldpolitik, beeinflussen die Kapitalmärkte. Steigende Zinsen in Japan signalisieren, dass die Anleihenmärkte die aktuellen politischen Maßnahmen kritisch sehen. Dies könnte zu einem Vertrauensverlust führen und die japanische Wirtschaft belasten.
Preisexplosionen sind zwar kurzfristig für einige Unternehmen von Vorteil, doch langfristig müssen diese Kosten von anderen getragen werden. Unternehmen müssen entscheiden, ob sie die höheren Preise an die Kunden weitergeben oder ihre Margen reduzieren.
Fazit: Ruhe bewahren und strategisch agieren
Die Kapitalmärkte sind volatil und von politischen Einflüssen geprägt. Es ist wichtig, Ruhe zu bewahren, sich von negativen Einflüssen zu distanzieren und auf eine breit diversifizierte Portfoliostruktur zu setzen. Kurzfristige Trends sollten nicht zu überstürzten Anlageentscheidungen führen. Eine fundierte Analyse und eine langfristige Strategie sind der Schlüssel zum Erfolg.
Die Analyse der komplexen Zusammenhänge ist entscheidend, um fundierte Anlageentscheidungen zu treffen. Die aktuellen Entwicklungen zeigen, dass es wichtiger denn je ist, die globalen Märkte und politischen Ereignisse im Auge zu behalten und die Auswirkungen auf das eigene Portfolio zu verstehen.
Morgen werden wir uns mit den möglichen Folgen eines Kriegsendes in der Ukraine auseinandersetzen und die wirtschaftlichen Auswirkungen auf Russland und die Weltwirtschaft analysieren.
Ich wünsche Ihnen einen distanzierten Tag und die Kraft, sich von negativen Einflüssen abzugrenzen. Bis zum nächsten Podcast!
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