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Im Podcast Aus dem Cafésatz spricht Zsolt Janos über tägliche Entwicklungen an den Kapitalmärkten. Komplexe Zusammenhänge werden klar, nachvollziehbar und mit langjähriger Erfahrung auf den Punkt gebracht.
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27.01.2026
Ein Speed TACO gegen Kanada
Die 100%-Drohung: Unmittelbar nach dem Gipfel verschärfte Donald Trump die Rhetorik massiv und drohte Kanada mit Strafzöllen von 100 % auf alle Importe. Der Vorwurf: Premier Mark Carney wolle Kanada zu einem „Umschlagplatz“ für chinesische Waren machen.
Das Zurückrudern am Wochenende: Nachdem die Märkte nervös reagierten und Experten vor massiven Schäden für die US-Wirtschaft warnten, zeichnete sich noch am Wochenende eine Entspannung ab. US-Finanzminister Scott Bessent präzisierte am Sonntag, dass die Zölle nur als Schutzmaßnahme gegen „Dumping“ gedacht seien, woraufhin beide Seiten signalisierten, im Rahmen des bestehenden USMCA-Abkommens verhandeln zu wollen.
Die im Podcast besprochenen Inhalte dienen NUR zu allgemeinen Informationszwecken und stellen unter keinen Umständen eine Empfehlung zum Kauf oder Verkauf bestimmter Anlagen dar und sind somit keine Anlageberatung. Der Vortragende kann das Risikoprofil und die finanzielle Situation einzelner Zuhörer nicht einschätzen. Wer sich aufgrund des im Podcast Besprochenem zum Kauf oder Verkauf von Anlageprodukten / Vermögenswerten entscheidet, tut diese aus eigener Entscheidung und auf eigene Gefahr. Der Vortragende kann daher keine Haftung übernehmen, wenn Sie aufgrund des im Podcast Gesagtem eigene Anlageentscheidungen treffen und dadurch Verluste erleiden.
Zusammenfassung
Ein Speed TACO gegen Kanada: Was steckt wirklich dahinter?
Die jüngsten Entwicklungen im Verhältnis zwischen den USA und Kanada, insbesondere die Aktionen von Donald Trump gegenüber Kanada und Mark Carney, dem ehemaligen Gouverneur der Bank of England und der Bank of Canada, werfen wichtige Fragen auf. Dieser Beitrag analysiert die Hintergründe und potenziellen Auswirkungen dieser Ereignisse.
Trumps Drohungen und der Mini-TACO
Innerhalb von 48 Stunden kam es zu einem erneuten, von Donald Trump initiierten, sogenannten "Mini-TACO". Trump drohte Kanada mit 100 Prozent Zöllen auf alle Waren, was den Eindruck erweckte, Kanada sei ein Bundesstaat der USA. Diese Drohung zielte auf einen Deal zwischen China und Kanada ab, der Trump zuvor positiv bewertet hatte. Interessanterweise ruderte Trump am Wochenende wieder zurück.
Diese Vorgehensweise folgt einem Muster: Drohungen werden am Wochenende ausgesprochen, wenn die Märkte nicht reagieren können, um dann nach ausführlicher Diskussion wieder zurückgenommen zu werden.
Kanadas Position und die Reaktion auf US-Politik
Kanada hat in der Vergangenheit oft die US-Linie verfolgt, beispielsweise durch die Einführung von Zöllen auf chinesische Elektroautos, Stahl und Aluminium. Im Gegenzug verhängte China Zölle auf kanadischen Raps, Schweinefleisch und Meeresfrüchte. Diese Loyalität gegenüber den USA hat die kanadische Industrie stark beeinträchtigt.
Die aktuelle Einigung Kanadas mit China betrifft spezifische Bereiche wie Elektroautos, wobei China im Gegenzug die Zölle auf Raps senkt. Es handelt sich also um eine Einzelmaßnahme und kein umfassendes Freihandelsabkommen.
Die wirtschaftlichen Beziehungen zwischen den USA und Kanada
Trump warnt Kanada vor Abkommen mit China, da er befürchtet, China würde Kanada zerstören. Die Zahlen zeigen jedoch, dass die USA im Jahr 2023 einen Handel mit China von knapp 600 Milliarden Dollar abwickelten, während Kanada etwa 130 Milliarden Dollar handelte.
Kanada ist für amerikanische Unternehmen das Exportziel Nummer eins. 36 Bundesstaaten sind direkt davon abhängig, dass sie ihre Güter und Dienstleistungen nach Kanada liefern dürfen.
Kanada liefert derzeit 60 Prozent des amerikanischen Rohöl Imports, was etwa 4 Millionen Barrel Öl pro Tag entspricht. Zudem kommen 85 Prozent der Stromimporte der USA aus Kanada. Kanada ist auch der größte Lieferant von Stahl, Aluminium und Uran.
Die Einführung von 100 Prozent Zöllen würde die amerikanische Wirtschaft sofort mit höheren Preisen konfrontieren. In Kanada meiden die Menschen zunehmend amerikanische Produkte.
Die globale Ordnung und die Rolle Kanadas
Mark Carney betonte, dass es nicht nur um Zölle geht, sondern um die gesamte globale Weltordnung, die seit 1945 unter amerikanischer Leitung aufgebaut wurde. Andere Länder suchen nach Alternativen und beobachten die Situation in Kanada genau.
Die Autoindustrie ist ein Beispiel dafür, wie stark die Volkswirtschaften miteinander verflochten sind. Autoteile überqueren die Grenze zwischen den USA und Kanada mehrfach während des Produktionsprozesses. Zölle würden die Kosten erheblich erhöhen.
Fazit: Umbruch und neue Wege
Die Spannungen zwischen den USA und Kanada verdeutlichen einen Umbruch in der globalen Ordnung. Es ist wichtig, Alternativen zu suchen und neue Beziehungen aufzubauen. Die Situation rund um Kanada ist ein Testfall, der Signalwirkung für andere Länder hat. Die Unsicherheit und der Umbruch spiegeln sich auch im Verhältnis zum Dollar und anderen Währungen wieder.
Es bleibt abzuwarten, wie sich die Situation entwickelt, aber eines ist sicher: Eine Rückkehr zur alten Ordnung ist unwahrscheinlich. Die Welt sucht nach neuen Modellen und Partnerschaften.
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