Podcast

Im Podcast Aus dem Cafésatz spricht Zsolt Janos über tägliche Entwicklungen an den Kapitalmärkten. Komplexe Zusammenhänge werden klar, nachvollziehbar und mit langjähriger Erfahrung auf den Punkt gebracht.

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02.12.2025

Die BOJ ist wieder mal als Partycrasher aufgetreten

Die Bank of Japan hat mit ihrer Ankündigung, die Zinsen nach Jahrzehnten wieder anzuheben, ein geldpolitisches Zeitalter beendet. Die Ära des ultra-billigen Geldes – eine Ära, in der Tokio nicht nur die eigene Wirtschaft, sondern die ganze Welt mit günstiger Liquidität versorgte.
Doch wenn diese Quelle versiegt, entsteht eine entscheidende Frage: Wer füllt die Lücke? Wird neues Kapital nachströmen – oder entzieht sich Liquidität aus dem globalen Finanzsystem und hinterlässt Spuren, die wir erst zu ahnen beginnen?

Die im Podcast besprochenen Inhalte dienen NUR zu allgemeinen Informationszwecken und stellen unter keinen Umständen eine Empfehlung zum Kauf oder Verkauf bestimmter Anlagen dar und sind somit keine Anlageberatung. Der Vortragende kann das Risikoprofil und die finanzielle Situation einzelner Zuhörer nicht einschätzen. Wer sich aufgrund des im Podcast Besprochenem zum Kauf oder Verkauf von Anlageprodukten / Vermögenswerten entscheidet, tut diese aus eigener Entscheidung und auf eigene Gefahr. Der Vortragende kann daher keine Haftung übernehmen, wenn Sie aufgrund des im Podcast Gesagtem eigene Anlageentscheidungen treffen und dadurch Verluste erleiden.

Zusammenfassung

Die BOJ ist wieder mal als Partycrasher aufgetreten

Im aktuellen Podcast spricht Zsolt Janos über die unerwartete Zinswende der japanischen Notenbank (BOJ) und deren mögliche Auswirkungen auf die globalen Finanzmärkte. Er beleuchtet die Hintergründe und potenziellen Konsequenzen dieser Entscheidung.

Nicht die Ergebnisse sind entscheidend, sondern die Entwicklung

Zsolt Janos beginnt mit einer persönlichen Anekdote über seinen Sohn in der Prüfungsphase. Er betont, dass es gerade bei Entwicklung und Wachstum nicht primär um Ergebnisse geht, sondern um den Prozess des Lernens und Verstehens. Dies lässt sich auch auf den Kapitalmarkt übertragen: Eine tiefere Auseinandersetzung mit den Themen führt oft zu unerwarteten, aber wertvollen Erkenntnissen.

Die japanische Zinswende: Das Ende einer Ära?

Die japanische Notenbank (BOJ) hat überraschend angedeutet, die Zinsen anzuheben. Dies markiert ein potenzielles Ende der jahrzehntelangen Niedrigzinspolitik Japans, die das Land zur „Tankstelle des billigen Geldes“ gemacht hat. Japan war das einzige Land, das nach der Covid-Phase die Zinsen nicht angehoben hat.

Der Carry Trade und seine Folgen

Die Niedrigzinspolitik hat den sogenannten Carry Trade befeuert: Geld wurde in Japan zu Nullzinsen aufgenommen und anderswo höher verzinst angelegt. Dieser Carry Trade könnte ein Volumen von 3,4 bis 20 Billionen Dollar ausmachen, so Schätzungen von Goldman Sachs. Mit der Zinswende droht nun das Ende dieser Praxis, was zu Margin Calls und Verunsicherung an den Märkten führen kann.

Die Rolle des Yen und die Fremdwährungskredite

Der schwache Yen war lange Zeit ein Vorteil für Kreditnehmer. Die Abwertung des Yen ließ Schulden quasi dahinschmelzen. In den frühen 2000er Jahren wurden auch in Österreich Fremdwährungskredite in japanischen Yen vergeben. Später wechselten viele in den Schweizer Franken, der jedoch in der Finanzkrise 2008 massiv aufwertete und viele Kreditnehmer in Schwierigkeiten brachte.

Bitcoin im Visier: Vom digitalen Gold zum Ponzi-Schema?

Zsolt Janos geht auch auf Bitcoin ein. Ursprünglich als digitales Gold beworben, hat sich die Story laut Janos gewandelt. Er kritisiert Michael Saylor und dessen Firma Strategy, die durch die Aufnahme billigen Geldes und den Kauf von Bitcoin den Kurs künstlich in die Höhe treiben und Dividenden auszahlen, die auf nicht realisierten Gewinnen basieren. Die Zinswende in Japan setzt Saylor nun unter Druck, möglicherweise Bitcoins verkaufen zu müssen.

US-Druck auf Japan?

Es wird spekuliert, ob die Zinswende in Japan auf Druck der USA zurückzuführen ist. Die USA könnten ein Interesse daran haben, dass die Zinsdifferenz zwischen den beiden Ländern geringer wird. Zudem hat die USA Japan erlaubt, sich wieder aufzurüsten, was als Gegenleistung für die Zinswende interpretiert werden könnte.

Fazit

Die Zinswende der japanischen Notenbank ist ein bedeutendes Ereignis mit potenziell weitreichenden Folgen für die globalen Finanzmärkte. Das Ende des Carry Trades, die Auswirkungen auf Bitcoin und die geopolitischen Hintergründe machen die Situation komplex und spannend. Es bleibt abzuwarten, wie sich die Märkte in den kommenden Monaten entwickeln werden.

Wichtig ist, sich nicht von externen Vergleichen und kurzfristigen Ergebnissen blenden zu lassen, sondern den Fokus auf die eigene Entwicklung und das Verständnis der komplexen Zusammenhänge zu legen.

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