Podcast
Im Podcast Aus dem Cafésatz spricht Zsolt Janos über tägliche Entwicklungen an den Kapitalmärkten. Komplexe Zusammenhänge werden klar, nachvollziehbar und mit langjähriger Erfahrung auf den Punkt gebracht.
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25.11.2025
Cost Average - Rettung oder Marketing?
Wenn die Kurse fallen, hört man oft denselben beruhigenden Satz:
„Keine Sorge – mit Cost Average gleicht sich das alles wieder aus.“
Klingt simpel. Klingt logisch. Und vor allem: klingt tröstlich.
Aber ist das wirklich eine clevere Strategie – oder nur ein Verkaufsargument, das nervöse Anleger ruhigstellen soll?
In dieser Folge schauen wir hinter die Fassade:
Was steckt technisch hinter dem Cost-Average-Effekt?
Wann funktioniert er wirklich – und wann eher nicht?
Warum profitieren Finanzanbieter oft mehr davon als Anleger?
Und welche Alternativen es gibt, wenn Märkte länger fallen als gedacht.
Kurz gesagt: Wir, Gunther Pahl und ich, klären heute, ob Cost Average ein solides Werkzeug ist – oder ein Marketing-Mythos, der erst gut klingt und dann teuer werden kann.
Los geht’s: Weniger Bauchgefühl, mehr Klarheit.
Die im Podcast besprochenen Inhalte dienen NUR zu allgemeinen Informationszwecken und stellen unter keinen Umständen eine Empfehlung zum Kauf oder Verkauf bestimmter Anlagen dar und sind somit keine Anlageberatung. Der Vortragende kann das Risikoprofil und die finanzielle Situation einzelner Zuhörer nicht einschätzen. Wer sich aufgrund des im Podcast Besprochenem zum Kauf oder Verkauf von Anlageprodukten / Vermögenswerten entscheidet, tut diese aus eigener Entscheidung und auf eigene Gefahr. Der Vortragende kann daher keine Haftung übernehmen, wenn Sie aufgrund des im Podcast Gesagtem eigene Anlageentscheidungen treffen und dadurch Verluste erleiden.
Zusammenfassung
Cost Average: Mehr als nur ein Sparplan-Märchen?
In unruhigen Zeiten am Kapitalmarkt taucht immer wieder ein Begriff auf: Cost Average. Doch ist diese Strategie, bei der man monatlich in Wertpapiere investiert, wirklich die Rettung oder doch nur ein geschicktes Marketing-Instrument? Wir haben uns mit Finanzexperte Gunter Pahl zusammengetan, um das Thema genauer unter die Lupe zu nehmen.
Was ist der Cost Average Effekt überhaupt?
Für alle, die den Begriff noch nicht kennen: Der Cost Average Effekt beschreibt die Strategie, regelmäßig, beispielsweise monatlich, einen festen Betrag in ein Wertpapier oder einen Fonds zu investieren. Wenn die Kurse fallen, erhält man für den gleichen Betrag mehr Anteile, steigen die Kurse, weniger.
Zsolt Janos erklärt es so: Stellen Sie sich vor, Sie kaufen jeden Monat um 500 Euro Anteile eines Fonds. Sind die Anteile günstig, bekommen Sie mehr davon. Sind sie teuer, bekommen Sie weniger. So bildet sich ein durchschnittlicher Kaufpreis.
Cost Average als Allheilmittel? Die kritische Betrachtung
Oft wird der Cost Average Effekt als Allheilmittel verkauft. Gunter Pahl ist da skeptisch: "Der Cost Average Effekt wird sehr gerne als Allheilmittel dargestellt, aber er ist kein Allheilmittel."
Das Problem: Was passiert, wenn der Kurs des Fonds dauerhaft sinkt? Zwar verliert man weniger Geld, als wenn man den gesamten Betrag auf einmal investiert hätte, aber am Ende steht dennoch ein Verlust. Es ist wichtig, dass das Investment, in das man spart, auch langfristig eine Chance auf Wertsteigerung hat.
Die drei realistischen Szenarien: Gewinn, Verlust oder Nullsummenspiel?
Im Wesentlichen gibt es drei realistische Szenarien:
- Szenario 1: Der Kurs zum Laufzeitende ist niedriger als der durchschnittliche Kaufpreis – ein Verlust.
- Szenario 2: Der Kurs zum Laufzeitende ist genau gleich dem durchschnittlichen Kaufpreis – weder Gewinn noch Verlust.
- Szenario 3: Der Kurs zum Laufzeitende ist höher als der durchschnittliche Kaufpreis – ein Gewinn.
Interessanterweise wird oft nur über das dritte Szenario gesprochen. Doch die Realität sieht oft anders aus.
Sparplan vs. Einmalanlage: Ein Vergleich von Äpfeln und Birnen?
Viele Menschen nutzen Sparpläne, weil sie nicht das gesamte Geld für eine Einmalanlage zur Verfügung haben. Aber ist ein Sparplan wirklich immer besser als eine Einmalanlage?
Die Antwort ist: Es kommt darauf an. Wenn die Kurse kontinuierlich steigen, wäre eine Einmalanlage oft die bessere Wahl. Aber auch in diesem Szenario ist ein Sparplan besser, als gar nicht zu investieren.
Die Bedeutung der aktiven Begleitung
Ein wichtiger Punkt, der oft unterschätzt wird: Je länger ein Sparplan läuft, desto ähnlicher wird er einer Einmalanlage. Das bedeutet, dass das Risiko mit der Zeit steigt. Es kann daher sinnvoll sein, Gewinne abzuschöpfen und in stabilere Anlagen umzuschichten.
Gunter Pahl betont: "Je länger ein Sparplan läuft, umso mehr entwickelt er sich schon wie eine Einmalanlage."
Die richtige Strategie ist entscheidend
Der Cost Average Effekt ist kein Allheilmittel. Es braucht eine durchdachte Strategie, die auf die individuellen Bedürfnisse und Ziele des Anlegers zugeschnitten ist. Dazu gehört auch, flexibel auf Marktveränderungen zu reagieren und gegebenenfalls die Anlagestrategie anzupassen.
Es ist wichtig, sich nicht blind auf Lehrbuchweisheiten zu verlassen, sondern auch zu überlegen, was passiert, wenn das Gegenteil des erwarteten Szenarios eintritt.
Fazit: Cost Average – Ein nützliches Werkzeug, aber kein Wundermittel
Der Cost Average Effekt kann ein nützliches Werkzeug sein, um langfristig Vermögen aufzubauen. Er ist aber kein Wundermittel und sollte nicht als solches betrachtet werden. Eine aktive Begleitung und eine individuelle Anlagestrategie sind entscheidend für den Erfolg.
Denken Sie daran: Es gibt keine Garantie für Gewinne am Kapitalmarkt. Eine breite Diversifizierung und eine langfristige Perspektive sind wichtige Faktoren für den Erfolg.
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