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Im Podcast Aus dem Cafésatz spricht Zsolt Janos über tägliche Entwicklungen an den Kapitalmärkten. Komplexe Zusammenhänge werden klar, nachvollziehbar und mit langjähriger Erfahrung auf den Punkt gebracht.
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12.02.2026
Bevor die KI Jobs killt, sind jetzt die Börsenkurse dran
Börsen-Realitätscheck: Die Märkte korrigieren gerade massiv, weil die astronomischen KI-Investitionen (Capex) von Giganten wie Alphabet oder Amazon bisher kaum messbare Profite in der Software-Anwendung bringen.
Vom Hype zur Exekution: Anleger strafen laut Morgan Stanley alles ab, was nur „KI“ ruft, ohne zu liefern. Das Kapital flieht aus vagen Versprechen.
Job-Killer-Pause: Während die Kurse bluten, zeigt sich in der Realwirtschaft laut OECD, dass die KI-Adoption in Firmen langsamer (und teurer) ist als gedacht – der große Job-Kahlschlag wird durch Bürokratie und Implementierungshürden verzögert.
Fazit: Die Börse ist das ungeduldige Warnsignal. Sie antizipiert, dass die KI-Revolution teurer und langwieriger wird als der 2024er-Hype vermuten ließ.
Die im Podcast besprochenen Inhalte dienen NUR zu allgemeinen Informationszwecken und stellen unter keinen Umständen eine Empfehlung zum Kauf oder Verkauf bestimmter Anlagen dar und sind somit keine Anlageberatung. Der Vortragende kann das Risikoprofil und die finanzielle Situation einzelner Zuhörer nicht einschätzen. Wer sich aufgrund des im Podcast Besprochenem zum Kauf oder Verkauf von Anlageprodukten / Vermögenswerten entscheidet, tut diese aus eigener Entscheidung und auf eigene Gefahr. Der Vortragende kann daher keine Haftung übernehmen, wenn Sie aufgrund des im Podcast Gesagtem eigene Anlageentscheidungen treffen und dadurch Verluste erleiden.
Zusammenfassung
Bevor die KI Jobs killt, sind jetzt die Börsenkurse dran
An den Kapitalmärkten dreht sich derzeit vieles um die Entwicklung der KI-Infrastruktur und KI-Tools. Während Schlagzeilen über KI, die Jobs oder Software ersetzt, die Runde machen, beobachten wir aktuell einen anderen Trend: KI beeinflusst die Börsenwerte.
Der KI-Hype und seine Folgen
Eine Zeit lang hat die KI-Story die Kurse beflügelt. Sobald KI in irgendeinem Zusammenhang auftauchte, floss Geld und die Kurse stiegen. Die Erwartungshaltung war enorm: Produktivitätssteigerung, Effektivitätssteigerung und Kostensenkungen wurden erwartet.
Ein Vergleich verdeutlicht die Dimensionen: In den 80er Jahren war IBM mit etwa 400.000 Mitarbeitern das größte Unternehmen. Heute ist Nvidia, das wertvollste Unternehmen an der Börse, um ein Vielfaches höher bewertet, beschäftigt aber nur etwa 20.000 Mitarbeiter. Die Strukturen haben sich also grundlegend verändert.
Diese spontane Reaktion auf KI erinnert an eine Blasensituation. Sobald ein neuer Begriff auftaucht, fließt reflexartig Geld dorthin. Analystenstimmen warnen jedoch, dass die Storys, wie sie bei Börsengängen aufgeblasen werden, möglicherweise bei OpenAI nicht funktionieren könnten. Obwohl große Player wie Nvidia und Microsoft stark investiert sind und ein Scheitern von OpenAI nicht zulassen können, findet eine starke Wandlung bei den Magnificent Seven statt.
Die Magnificent Seven im Wandel
Die Magnificent Seven, die großen Hyperscaler, haben Geschäftsmodelle aufgebaut, die hypermässig skalieren. Das bedeutet: geringe Investitionen und hohe Umsätze durch Cloud-Technologie. Diese Geldproduktionsmaschinen gefielen dem Kapitalmarkt. Doch nun investieren diese Unternehmen massiv in die KI-Infrastruktur, insbesondere in Datacenter. Das ändert alles.
Für 2026 planen die Magnificent Six (oder Seven) Investitionen in Höhe von 600 Milliarden Dollar, um die KI-Infrastruktur auszubauen. Das ist mehr Geld als für so manche andere Großprojekte in der Vergangenheit.
Einige Beispiele (nur für 2026):
- Amazon: +60% Steigerung auf 200 Milliarden Dollar
- Alphabet (Google): +100% Steigerung auf 180 Milliarden Dollar
- Meta: +70% Steigerung auf 125 Milliarden Dollar
- Microsoft: +41% Steigerung auf 117 Milliarden Dollar
- Tesla: +135% Steigerung auf 20 Milliarden Dollar
- Apple: +2% Steigerung auf 13 Milliarden Dollar
Diese Investitionen werden überwiegend über den Anleihenmarkt finanziert. Amazon hat beispielsweise eine 100-jährige Anleihe begeben. Der Kapitalmarkt steht Schlange, um dabei zu sein. Unternehmen lagern das Risiko über Anleihen auf die Anleger aus.
Die Auswirkungen auf Anleger
Diese 600 Milliarden Dollar entsprechen 2,1% des amerikanischen BIPs. Das ist mehr, als Amerika für Louisiana bezahlt hat oder in den Ausbau der Eisenbahn- oder Autobahninfrastruktur investiert wurde. Selbst das Apollo-Programm war günstiger.
Die Geschäftsmodelle der Magnificent Seven verändern sich: Aus Unternehmen mit geringen Investitionen und hohen Gewinnen werden Unternehmen mit sehr hohen Investitionen. Wie die Einnahmen aussehen werden, ist unklar. OpenAI prognostiziert für das laufende Jahr einen Verlust von 14 Milliarden Dollar. Die starke Konkurrenz spielt dabei eine Rolle. Viele amerikanische und chinesische KI-Modelle dominieren den Markt. Europäische Lösungen wie das Mistral Modell sind rar.
Es ist wichtig, sich bewusst zu machen, wie stark das eigene Portfolio von den Magnificent Seven abhängt. Oft sind sie die Basis für die Strukturierung. Wenn sich das Geschäftsmodell dieser Stars ändert und der Kapitalmarkt beginnt, Überbewertungen abzubauen, müssen Anleger mit Kursrückgängen rechnen.
Die drei Anlegergruppen und ihre Rolle
Die Kurse an den Börsen werden von drei Anlegergruppen gestaltet:
- Basiskäufer: Sie nutzen die Dienstleistungen und bauen sie in ihr Geschäftsmodell ein.
- Buy-and-Hold-Investoren: Sie investieren in die Produktlieferanten, weil sie die Basisgruppe kennen und langfristig Bedarf sehen.
- Kapitalmarkt: Sie kaufen Erwartungshaltungen und Narrative. Diese Gruppe finanziert sich oft über Kredite und verstärkt die Nachfrage zusätzlich.
Diese dritte Gruppe macht es für normale Anleger schwer, einen fairen Preis zu finden. Nachrichten über Zinserhöhungen oder Liquiditätsentzug wirken sich negativ aus, weil diese Gruppe auf zusätzliche Liquidität angewiesen ist.
Die Rolle Japans und Amerikas
Die Wahlen in Japan und die Politik der neuen Ministerpräsidentin Takashi sind wichtig. Der Markt wird weiterhin mit Liquidität unterstützt. Die Frage ist, wie sehr die Märkte den Amerikanern vertrauen, insbesondere angesichts der Aktivitäten von Donald Trump. Japanische Investoren haben viel Geld in amerikanische Anleihen und den amerikanischen Markt investiert. Ein Vertrauensverlust könnte zu Kapitalabzug führen.
Trump beeinflusst die Anleihenmärkte, indem er Zinssenkungen andeutet. Anleihenhalter könnten bei sinkenden Zinsen Gewinne erzielen. Amerika muss in diesem Jahr etwa 10 Billionen Dollar umfinanzieren. Die Stimmung, Anleihen zu kaufen, ist vorhanden, wie das Beispiel Amazon zeigt. Trump wird versuchen, die Zinsen niedrig zu halten, um die Märkte zu stützen.
Fazit
Die KI-Revolution verändert die Kapitalmärkte. Die Magnificent Seven investieren massiv in die Infrastruktur, was ihre Geschäftsmodelle verändert. Anleger sollten ihre Portfolios überprüfen und sich der Risiken bewusst sein. Die Rolle der verschiedenen Anlegergruppen und die globalen politischen Entwicklungen spielen eine wichtige Rolle.
Es ist ratsam, sich professionell beraten zu lassen, um die richtigen Entscheidungen für Ihre finanzielle Zukunft zu treffen.
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