Podcast

Im Podcast Aus dem Cafésatz spricht Zsolt Janos über tägliche Entwicklungen an den Kapitalmärkten. Komplexe Zusammenhänge werden klar, nachvollziehbar und mit langjähriger Erfahrung auf den Punkt gebracht.

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05.02.2026

AI kills software - tatsächlich?

Ein Folder voller Prompts – mehr brauchte es nicht, um an der Wall Street ein Beben auszulösen. Letzte Woche hat Anthropic neue Plugins für Claude Cowork veröffentlicht und damit über 280 Milliarden Dollar an Börsenwert von Software-Giganten vernichtet. Analysten sprechen von der 'SaaSpocalypse'. Ist das der Anfang vom Ende für klassische Software-Abos, oder erleben wir gerade nur den extremsten Hype-Zyklus der Geschichte? Hat Anthropic recht? Killt KI gerade wirklich die Software, wie wir sie kennen?

Die im Podcast besprochenen Inhalte dienen NUR zu allgemeinen Informationszwecken und stellen unter keinen Umständen eine Empfehlung zum Kauf oder Verkauf bestimmter Anlagen dar und sind somit keine Anlageberatung. Der Vortragende kann das Risikoprofil und die finanzielle Situation einzelner Zuhörer nicht einschätzen. Wer sich aufgrund des im Podcast Besprochenem zum Kauf oder Verkauf von Anlageprodukten / Vermögenswerten entscheidet, tut diese aus eigener Entscheidung und auf eigene Gefahr. Der Vortragende kann daher keine Haftung übernehmen, wenn Sie aufgrund des im Podcast Gesagtem eigene Anlageentscheidungen treffen und dadurch Verluste erleiden.

Zusammenfassung

AI kills software? – Tatsächlich?

In der aktuellen Kapitalmarktdynamik beobachten wir eine interessante Entwicklung: Die Dominanz von IT, Software und AI scheint ins Wanken zu geraten. Doch was bedeutet das für Anleger in Österreich und Deutschland?

Einleitung: Distanz und Humor in unsicheren Zeiten

Wie Zsolt Janos im Podcast betont, ist es wichtig, Kapitalmärkte mit Distanz und Humor zu betrachten. Unsichere Phasen sind ständige Begleiter der Finanzwelt. Die Fähigkeit, Distanz zu wahren, ermöglicht ein vernünftiges Management dieser Phasen.

Verluste als Lehrmeister

Entgegen der Annahme, dass erfolgreiche Anleger keine Verluste erleiden, betont Zsolt Janos, dass auch er im Laufe der Jahrzehnte horrende Verluste erlitten hat. Diese Verluste waren jedoch prägend und notwendig, um die Märkte heute mit der nötigen Distanz zu begleiten. Wichtig ist, dass Wertpapierdepotauszüge nur Zahlen sind. Die wahren Werte sind Familie, Gesundheit und ein funktionierender Körper.

Sektorenrotation: Von Momentum zu Value

Aktuell findet eine Sektorenrotation statt. Kapital fließt aus Momentumwerten (AI, Software) in Bereiche, die in den vergangenen Jahren vernachlässigt wurden: Value- und Dividendenwerte. Diese Werte, oft als "langweilig" abgetan, werden vom Markt neu entdeckt. Das Kapital geht nicht von der Börse weg, es rotiert.

AI bleibt – Aber die Fantasie schwindet

AI und Softwareunternehmen werden nicht verschwinden. Allerdings hat die übertriebene Fantasie, die viel Kapital angezogen hat, einen Dämpfer erlitten. Die Märkte erwarten kurzfristig oft zu viel und unterschätzen langfristige Entwicklungen.

Die drei Anlegergruppen im AI-Bereich

Wie in anderen Segmenten gibt es auch im AI-Bereich drei Anlegergruppen:

  • Basiskäufer: Unternehmen, die AI für ihre Dienstleistungen benötigen.
  • Positionskäufer: Value-Investoren, die auf Cashflow und Dividende setzen.
  • Spekulanten: Die Finanzindustrie, die auf steigende Kurse spekuliert und die Idee kauft.

AI bedroht Softwareunternehmen

Antropic, ein Konkurrent von OpenAI, hat eine Analyse veröffentlicht, die zeigt, dass AI-Modelle und -Agenten Softwareunternehmen angreifen. Viele Softwareunternehmen wurden in den vergangenen Jahren durch Kredite finanziert, oft aus dem Schattenbankenbereich. Da AI-Lösungen (Agents) zunehmend kostenlos verfügbar sind, sinken die Einnahmen der Softwareunternehmen, was zu Problemen bei der Kreditrefinanzierung führt. Alleine im amerikanischen Markt sind ca. 23 Prozent des Private Credit Volumens in Softwareunternehmen geflossen.

Börsengänge und Machtverschiebungen

Antropic plant einen Börsengang und möchte im Super Bowl werben, um die Bekanntheit zu steigern. OpenAI scheint hingegen Schwierigkeiten zu haben, genügend Einnahmen zu generieren. Sam Altmann (OpenAI) sieht die USA im AI-Bereich nicht mehr führend und fordert staatliche Unterstützung.

Google vs. OpenAI

Im AI-Segment positionieren sich zwei große Gruppen: Google mit Gemini als Ergänzung zum soliden Geschäftsmodell und OpenAI mit Kreiselfinanzierern wie Nvidia, Softbank und Oracle. AMD wird scherzhaft als "Advanced Money Destroyer" bezeichnet, da hier viel Geld verbrannt wird. Microsoft ist zwar an OpenAI beteiligt, sieht dies aber zunehmend als Belastung.

Software Sektor überverkauft

Der Softwaresektor ist so überverkauft wie seit 2018 nicht mehr. Einzelne Anleger stehen an der Seitenlinie und ein Zugriff kann sinnvoll sein, da Unternehmen abgestraft werden, die ansonsten solide Zahlen haben. Auch Microsoft wird in diesem AI-Universum mitgerissen.

Gemini holt auf

Gemini holt gegenüber ChatGPT massiv auf, insbesondere bei mobilen Geräten. Google investiert weiterhin massiv in die AI-Infrastruktur (130 Milliarden Dollar in diesem Jahr).

Bitcoin und der Glaube

Zum Abschluss eine Anekdote über Michael Saylor und Bitcoin. Auf Polymarket hat sich die Wahrscheinlichkeit für die Wiederkehr Jesu im Jahr 2026 von 2 auf 4 Prozent verdoppelt – vielleicht rettet er ja Saylors Bitcoin-Investments.

Fazit

Die Entwicklung im AI- und Softwarebereich ist dynamisch und birgt Chancen und Risiken. Eine differenzierte Betrachtung und die Berücksichtigung fundamentaler Werte sind entscheidend für erfolgreiche Investments.

Dieser Artikel basiert auf den Erkenntnissen von Zsolt Janos aus dem Podcast "Aus dem Kaffeesatz".

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