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Ob Wirtschaftstrends, Kapitalmärkte oder gesellschaftliche Veränderungen - Zsolt Janos wird regelmäßig als Experte in TV-Sendungen eingeladen, um Entwicklungen einzuordnen und Zusammenhänge verständlich zu erklären.

26.02.2025  |  Zsolt & Martin's Talk

Die entscheidende Frage der Exit Liquidität

Den Anlegern wird sehr viel verkauft, meist sind das Ertrag oder Wachstum Versprechen. Sehr wichtig ist vor dem Kauf sich mit der Exit Frage zu beschäftigen. Mögliche Fragen können sein: Was bedeutet der Begriff "Exit-Liquidität" im Kontext von Kapitalanlagen und warum ist er wichtig? Welche Faktoren beeinflussen die Exit-Liquidität einer Anlage und wie unterscheiden sich diese je nach Asset-Klasse (z. B. Aktien, Immobilien, Krypto)? Welche Risiken entstehen, wenn eine Anlage nur eine geringe Exit-Liquidität aufweist, und wie kann man sich davor schützen? Wie unterscheiden sich Exit-Strategien zwischen privaten und institutionellen Investoren, insbesondere in illiquiden Märkten? Welche historischen Beispiele gibt es für Liquiditätsengpässe beim Exit, und welche Lehren können Anleger daraus ziehen?

Die in diesem Video besprochenen Inhalte dienen NUR zu allgemeinen Informationszwecken und stellen unter keinen Umständen eine Empfehlung zum Kauf oder Verkauf bestimmter Anlagen dar und sind somit keine Anlageberatung, da ich das Risikoprofil und die finanzielle Situation einzelner Zuhörer nicht einschätzen kann. Wer sich aufgrund des in diesem Video Besprochenem zum Kauf oder Verkauf von Anlageprodukten oder Vermögenswerten entscheidet, tut diese aus eigener Entscheidung und auf eigene Gefahr. Ich kann keine Haftung übernehmen, wenn Sie aufgrund des in diesem Video Gesagtem eigene Anlageentscheidungen treffen und dadurch Verluste erleiden.

Zusammenfassung

Die entscheidende Frage der Exit-Liquidität: Ein Kapitalmarkt-Talk

Die entscheidende Frage der Exit-Liquidität: Ein Kapitalmarkt-Talk

Herzlich willkommen zu unserem heutigen Kapitalmarkt-Talk. Wir freuen uns, uns heute mit Ihnen über ein wichtiges Thema zu unterhalten: die Exit-Liquidität. Was bedeutet das für Sie als Anleger und wie sollten Sie diese Frage bei Ihren Investitionsentscheidungen berücksichtigen?

Was ist Liquidität überhaupt?

Wenn Sie ein Wertpapier kaufen oder in ein Unternehmen investieren, tauschen Sie liquide Mittel gegen ein Papier, ein Recht oder ein Gewinnversprechen. Das Unternehmen erhält dadurch Liquidität, die es wiederum investieren kann. Die entscheidende Frage ist: Wie erhalten Sie Ihre Liquidität zurück, wenn Sie das Papier wieder verkaufen möchten?

Die Frage der Exit-Liquidität

Die wenigsten Anleger setzen sich gedanklich mit der Frage der Exit-Liquidität auseinander. Das bedeutet: Wie wird die Liquiditätssituation aussehen, wenn ich als Anleger mein Geld wieder zurückhaben will? Muss jemand das, was ich gekauft habe, von mir zurückkaufen? Oder kann ich das Papier gegen Geld tauschen?

Zsolt Janos betont, wie kritisch es ist, sich mit dieser Frage auseinanderzusetzen. Es ist essentiell zu verstehen, wie Sie Ihre Investition später wieder in liquide Mittel umwandeln können.

Wie funktioniert die Rückgewinnung von Liquidität?

Es gibt zwei Hauptmöglichkeiten, wie Sie Ihre Liquidität zurückbekommen:

  • Der Emittent zahlt Ihnen aus seinen liquiden Beständen (z.B. aus Kundenforderungen) den Betrag zurück.
  • Sie nutzen den Markt. Wenn das Wertpapier an einem Markt notiert ist, kann ein Dritter Ihnen die Liquidität zur Verfügung stellen.

Ein Wertpapier, das an einer Börse notiert ist, bietet in der Regel eine höhere Liquidität als ein Papier, das nicht notiert ist oder ein Private Placement darstellt.

Der Herdentrieb und die Liquidität

Viele Anleger neigen dazu, Investments zu behalten, die im Wert steigen und bei denen viel Liquidität im Markt vorhanden ist. Umgekehrt wollen sie sich oft von Produkten trennen, wenn die Liquidität versiegt und die Preise fallen. Dies ist ein Beispiel für unseren Herdentrieb. Eigentlich sollte man antizyklisch handeln: Wenn wenig Liquidität da ist, sollte man seine Liquidität eintauschen. Wenn viel Liquidität da ist, sollte man seine Wertpapiere verkaufen.

Allerdings ist auch zu beachten: Nur weil etwas aufgrund geringer Liquidität günstig ist, heißt das nicht, dass die Liquidität zwangsläufig zurückkehren und der Wert steigen wird. Die Liquidität ist ein Faktor, aber nicht der allein entscheidende Faktor.

Liquidität und der intrinsische Wert

Der intrinsische Wert eines Investments spielt eine wichtige Rolle. Wie viel ist das Papier wirklich wert? Welche Ertragserwartungen kann ich mir erhoffen? Die Liquidität ist ein zusätzlicher Faktor, den man berücksichtigen muss.

Bank Runs und Liquidität

Selbst wenn Sie Ihr Geld nur auf einem Konto bei einer Bank liegen haben, können Sie das Problem fehlender Liquidität erleben. Wenn alle Kunden gleichzeitig ihr Geld abheben wollen (Bank Run), kann die Bank nicht genügend Liquidität zur Verfügung stellen. Das Geschäftsmodell der Banken basiert darauf, dass nicht alle Kunden gleichzeitig auf ihr Geld zugreifen.

Die Bedeutung von zusätzlicher Liquidität

Als Anleger ist es ratsam, sich immer zusätzliche Liquidität zurückzuhalten. Seien Sie nie zu 100% investiert. Unerwartete Ereignisse können eintreten, die Liquidität erfordern. Oder es kann im Kapitalmarkt zu Situationen kommen, in denen Sie Ihre Liquidität nicht abrufen können.

Liquidität hat ihren Preis

Die jederzeitige Verfügbarkeit von Liquidität hat ihren Preis. Die Zinsen für täglich fällige Gelder decken oft nicht einmal die Inflation. Sie nehmen also reale Kursverluste in Kauf. Dies ist der Preis dafür, dass Sie jederzeit auf Ihr Geld zugreifen können.

Der Immobilienmarkt als Beispiel

Die aktuelle Situation im Immobilienmarkt zeigt, wie schnell Liquidität verschwinden kann. In der Nullzinsphase wurde viel Liquidität von Pensionskassen und Versicherern zur Verfügung gestellt, die Immobilien kauften. Als die Zinsen stiegen, wurde diese Liquidität von Anleihen abgesaugt. Viele Anleger fragen sich, wohin das Geld verschwunden ist. Es fließt dorthin, wo es attraktivere Renditen gibt.

Mark-to-Market-Bewertung

Die Mark-to-Market-Bewertung hilft, Liquiditätsprobleme zu verringern. Sie bewerten Ihre Vermögenswerte immer zu dem Preis, den Sie beim Verkauf erzielen könnten. Dies ermöglicht es Ihnen, Liquidität zu schaffen. Allerdings kann diese tägliche Bewertung psychologisch belastend sein, wenn die Kurse fallen.

Private Equity Fonds

Private Equity Fonds sind illiquide Investments. Sie geben Ihr Geld für eine gewisse Zeit (z.B. 10 Jahre) an den Fondsmanager und erhalten es erst danach zurück. Der Vorteil ist, dass der Fondsmanager nicht unter dem Druck steht, Liquidität vorhalten zu müssen, weil Anleger aussteigen könnten.

Fazit

Die Frage der Exit-Liquidität ist ein entscheidender Faktor bei Ihren Investitionsentscheidungen. Berücksichtigen Sie, wie Sie Ihre Investition später wieder in liquide Mittel umwandeln können. Diversifizieren Sie Ihr Portfolio und halten Sie immer zusätzliche Liquidität bereit. Verstehen Sie die Mechanismen, die im Kapitalmarkt wirken, und lassen Sie sich nicht von kurzfristigen Trends und Emotionen leiten.

Zsolt Janos und sein Team stehen Ihnen gerne für eine umfassende Vermögensberatung zur Seite. Gemeinsam finden wir die passende Anlagestrategie, die Ihren individuellen Bedürfnissen und Zielen entspricht.

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