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Im Podcast Aus dem Cafésatz spricht Zsolt Janos über tägliche Entwicklungen an den Kapitalmärkten. Komplexe Zusammenhänge werden klar, nachvollziehbar und mit langjähriger Erfahrung auf den Punkt gebracht.

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02.01.2026

Immobilien sind eine, aber nicht "die einzige sichere" Anlage

Immobilien sind die sicherste Anlage der Welt. Sie steigen immer im Wert. Und Eigenkapital ist eigentlich nur eine Formsache. Wir alle kennen diese Sätze. Es ist das Evangelium der Finanzberater, Banken und Projektentwickler. Doch haben Sie sich mal gefragt, wer eigentlich davon profitiert, dass dieses Bild so unerschütterlich bleibt? Hinter der Fassade der ‚sicheren Wertanlage‘ verbirgt sich oft ein Kartenhaus aus endfälligen Kalkulationen. Berechnungen, die nur dann aufgehen, wenn die Kurve der Immobilienpreise für immer steil nach oben zeigt. Denn bricht dieses Bild, bricht für viele das Geschäftsmodell zusammen.Stimmt der Mythos vom ewigen Wertzuwachs im Jahr 2026 noch? Oder ist die ‚Sicherheit‘ von Betongold in Wahrheit das größte Klumpenrisiko unserer Zeit?Heute schauen wir hinter die Hochglanzprospekte. Wir reden über Zinsfallen, künstliche Preisstabilität und die Frage: Ist Ihre Immobilie ein Investment – oder eine Wette, die Sie nicht gewinnen können?

Die im Podcast besprochenen Inhalte dienen NUR zu allgemeinen Informationszwecken und stellen unter keinen Umständen eine Empfehlung zum Kauf oder Verkauf bestimmter Anlagen dar und sind somit keine Anlageberatung. Der Vortragende kann das Risikoprofil und die finanzielle Situation einzelner Zuhörer nicht einschätzen. Wer sich aufgrund des im Podcast Besprochenem zum Kauf oder Verkauf von Anlageprodukten / Vermögenswerten entscheidet, tut diese aus eigener Entscheidung und auf eigene Gefahr. Der Vortragende kann daher keine Haftung übernehmen, wenn Sie aufgrund des im Podcast Gesagtem eigene Anlageentscheidungen treffen und dadurch Verluste erleiden.

Zusammenfassung

Immobilien sind eine, aber nicht "die einzige sichere" Anlage

Viele Menschen träumen vom passiven Einkommen durch Immobilien und dem sicheren Vermögensaufbau. Doch ist die Immobilie wirklich die unfehlbare Goldgrube, als die sie oft dargestellt wird? Zsolt Janos nimmt in diesem Beitrag die gängigen Mythen rund um Immobilien als Anlageform unter die Lupe.

Der Reiz der Immobilie: Mehr als nur vier Wände

Immobilien üben seit jeher eine besondere Faszination aus. Der Gedanke, ein eigenes Haus oder eine Wohnung zu besitzen, Sicherheit zu schaffen und gleichzeitig Vermögen aufzubauen, ist verlockend. Gerade junge Menschen werden durch Social Media Beiträge oft mit dem Versprechen gelockt, dass Immobilien der Schlüssel zum schnellen Reichtum sind. Doch die Realität sieht oft anders aus.

Interessensgruppen und die Immobilien-Story

Warum wird so oft betont, dass Immobilien eine sichere Anlage sind? Zsolt Janos erklärt, dass viele Interessensgruppen von diesem Bild profitieren: Banken, Immobilienmakler, Bauträger, Rechtsanwälte, Notare und die gesamte Bauindustrie. Sie alle haben ein Interesse daran, dass Investoren an die langfristige Wertsteigerung von Immobilien glauben und bereit sind, etwa 8-10% Nebenkosten beim Kauf zu akzeptieren.

Kreditfinanzierung: Chance oder Risiko?

Die Finanzierung von Immobilienprojekten über Kredite kann sinnvoll sein, wenn die kalkulierten Renditen höher sind als die Zinskosten. Allerdings basieren viele Immobilien-Studien auf zwei Annahmen: endfällige Rückzahlung und keine laufenden Zinszahlungen während der Projektlaufzeit. Zudem werden steuerliche Effekte oft überbewertet, obwohl ähnliche Steuersparmodelle auch mit anderen Anlageformen möglich sind.

Die Krux mit den Betriebskosten und Instandhaltung

Ein weiterer wichtiger Punkt sind die Betriebskosten und Instandhaltungskosten. Gerade nach dem Covid-Lockdown sind diese Kosten inflationsbedingt stark gestiegen. Die Annahme, dass diese Kosten über einen Zeitraum von 15-20 Jahren konstant bleiben, ist oft zu optimistisch.

Die Nullzinsphase und ihre Folgen

Die Nullzinsphase von 2010 bis 2021 lockte institutionelle Investoren in den Immobilienmarkt, die nach Rendite suchten. Mit steigenden Zinsen seit 2022 fallen diese Käufer nun weg, was zu einer geringeren Nachfrage führen kann. Und weniger Nachfrage bedeutet stagnierende oder sinkende Preise, selbst wenn der Wert der Immobilie durch Investitionen gesteigert wurde.

Passives Einkommen durch Miete?

Die Vorstellung vom passiven Einkommen durch Mieteinnahmen ist verlockend, aber oft unrealistisch. Die Vermietung einer Immobilie erfordert professionelles Management, Mietersuche und eine ordnungsgemäße Versteuerung der Einnahmen. „Nebenbei“ und ohne Eigenkapital reich werden – das ist in den meisten Fällen eine Illusion.

Die Listen der Superreichen: Was wirklich zählt

Auch die Listen der Superreichen, die oft Immobilien als Hauptinvestment nennen, geben kein vollständiges Bild. Sie zeigen zwar die geschätzten Werte von Immobilienportfolios, verschweigen aber oft die Höhe der Schulden. Gerade in der aktuellen Marktlage mit steigenden Zinsen und stagnierenden Preisen könnten viele Immobilienprojekte negativ bewertet sein, wenn man die Schulden berücksichtigt.

Fazit: Immobilien sind eine Option, aber nicht die einzige

Zusammenfassend lässt sich sagen: Immobilien sind eine Anlageoption unter vielen, aber nicht die einzig sichere. Es gibt Glücksgriffe, aber auch Risiken. Eine realistische Einschätzung der Chancen und Risiken, eine sorgfältige Kalkulation und eine professionelle Verwaltung sind entscheidend für den Erfolg einer Immobilieninvestition. Lassen Sie sich nicht von unrealistischen Versprechungen blenden und betrachten Sie Immobilien als Teil eines diversifizierten Portfolios.

Zsolt Janos betont: "Es gibt nicht die eine Anlagekategorie, die alles andere übertrumpft. Immobilien sind eine von vielen."

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