Podcast
Im Podcast Aus dem Cafésatz spricht Zsolt Janos über tägliche Entwicklungen an den Kapitalmärkten. Komplexe Zusammenhänge werden klar, nachvollziehbar und mit langjähriger Erfahrung auf den Punkt gebracht.
Beliebteste Episoden der letzten 30 Tage:
25.02.2026
Geling auch ohne Unfall-Crash die Korrektur?
650 Milliarden Dollar für KI-Infrastruktur allein in diesem Jahr – eine Zahl, die viele an die Dotcom-Blase erinnert. Doch was, wenn der große Crash diesmal ausbleibt? Während Skeptiker den Kollaps herbeireden, deutet vieles auf eine infrastrukturelle Normalisierung hin. Wir diskutieren heute: Können die Hyperscaler ihre gigantischen Überkapazitäten einfach ‚auswachsen‘, indem sie von der teuren Trainings-Phase in die profitable Inferenz-Phase wechseln, ohne dass die Märkte implodieren?
Die im Podcast besprochenen Inhalte dienen NUR zu allgemeinen Informationszwecken und stellen unter keinen Umständen eine Empfehlung zum Kauf oder Verkauf bestimmter Anlagen dar und sind somit keine Anlageberatung. Der Vortragende kann das Risikoprofil und die finanzielle Situation einzelner Zuhörer nicht einschätzen. Wer sich aufgrund des im Podcast Besprochenem zum Kauf oder Verkauf von Anlageprodukten / Vermögenswerten entscheidet, tut diese aus eigener Entscheidung und auf eigene Gefahr. Der Vortragende kann daher keine Haftung übernehmen, wenn Sie aufgrund des im Podcast Gesagtem eigene Anlageentscheidungen treffen und dadurch Verluste erleiden.
Zusammenfassung
Gelingt auch ohne Unfall-Crash die Korrektur?
Donald Trumps Reden sind für die Märkte irrelevant geworden. Die Faktenlage und die tatsächlichen wirtschaftlichen Entwicklungen entscheiden. Institutionen funktionieren, selbst wenn sie von umstrittenen Persönlichkeiten beeinflusst werden sollten.
Die Rolle der Institutionen und die US-Dollar-Stärke
Die Entscheidung des Obersten Gerichtshofs in den USA hat gezeigt, dass die Institutionen funktionieren. Dies hat Trumps Einfluss auf der internationalen Bühne geschmälert. Die Märkte reagieren positiv, da die US-Anleihen stabil bleiben und der US-Dollar sogar stärker geworden ist.
Marktkorrektur über die Zeitachse: Ein zermürbender Prozess
Viel wichtiger ist die Frage, ob eine Marktkorrektur ohne einen brutalen Crash gelingt. Ein schneller Crash wäre für viele Anleger sogar angenehmer, da der Schmerz kurz und die Erholung schneller wäre. Eine Korrektur über die Zeitachse, wie sie bei den Magnificent 7 seit November zu beobachten ist, kann jedoch zermürbend sein.
Nvidia als Frühwarnsystem
Unternehmen überfinanzieren oft in Hype-Phasen. Die heutige Pressekonferenz von Nvidia wird zeigen, ob die Bestellungen weiterhin hoch bleiben. Nvidia ist ein wichtiger Indikator für die Entwicklung im Chipsektor. Besonders die Prognosen für 2026 sind relevant.
Teurere Endgeräte und die Rolle der Speicherelemente
Während Endgeräte bisher oft günstig angeboten wurden, werden sie nun teurer. Der Grund sind die steigenden Kosten für Speicherelemente (DRAM-Chips). Unternehmen können diese Kosten nicht vollständig schlucken, was sich auf die Preise für Konsumenten auswirkt.
Reduzierung der Investitionen: Ein Zeichen der Vernunft?
Sam Altman von OpenAI hat angekündigt, die geplanten Investitionen von 1,4 Billionen Dollar auf 650 Milliarden Dollar zu reduzieren. Dies könnte als Zeichen der Überinvestition interpretiert werden, ist aber positiv, wenn die Überinvestition über die Zeitachse abgebaut wird. Der Markt könnte bald Unternehmen belohnen, die vernünftig investieren.
Die Notwendigkeit von Datencentern jenseits der KI-Fantasie
Große Unternehmen wie Microsoft, Amazon und Alphabet investieren massiv in Datencenter. Dies ist nicht nur für KI-Anwendungen notwendig, sondern auch für ihre Basisgeschäftsmodelle und Cloud-Dienste. Meta hingegen investiert in Datencenter in der Hoffnung, von der KI-Welle zu profitieren, finanziert dies aber über Kredite, was eine gefährliche Situation darstellt. Oracle finanziert ebenfalls viel über Kredite.
Aktienrückkäufe: Eine fehlende Nachfragequelle?
Da große Unternehmen ihr Geld für den Ausbau von Datencentern verwenden, könnten sie weniger Aktienrückkäufe durchführen. Dies würde eine wichtige Nachfragequelle an den Märkten fehlen lassen und zu einer Korrektur der Kurse über die Zeit beitragen.
Die Gefahr der Überinterpretation und mögliche Unfälle
Die gesunde Korrektur der Überinvestition könnte von Marktteilnehmern überinterpretiert und als Crashwarnung empfunden werden. Zudem besteht die Gefahr von "Unfällen", wie die übertriebene Interpretation der Möglichkeiten von KI-Systemen. Die Angst vor den Auswirkungen von KI-Agenten könnte zu Panik führen.
COBOL und die Bedrohung für IBM
Es gibt die Idee, dass KI-Agenten das Geschäftsmodell von IBM erodieren könnten, da COBOL bestimmte Abläufe lösen kann, die bisher ein Alleinstellungsmerkmal von IBM waren. Solche Entwicklungen werden wir weiterhin sehen.
Fazit: Besonnenheit ist gefragt
Es ist wichtig, dass die Marktteilnehmer besonnen bleiben und die Überinvestition und Übereuphorie der vergangenen Jahre über die Zeitachse auflösen, ohne einen spontanen Crash zu verursachen. Sollte es dennoch zu einem Crash kommen, könnten sich die Marktteilnehmer sogar darüber freuen, da die Nervenaufreibende Seitwärtsbewegung dann ein Ende hätte.
Wir sind gespannt auf die heutige Botschaft von Nvidia und werden morgen darüber berichten.
Zsolt Janos
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