Podcast
Im Podcast Aus dem Cafésatz spricht Zsolt Janos über tägliche Entwicklungen an den Kapitalmärkten. Komplexe Zusammenhänge werden klar, nachvollziehbar und mit langjähriger Erfahrung auf den Punkt gebracht.
Beliebteste Episoden der letzten 30 Tage:
24.02.2026
Ist die KI Fantasie wichtiger als die Zölle?
Während die Schlagzeilen sich fast täglich mit Trumps neuen Zoll-Plänen überschlagen, blickt die Wall Street auf etwas viel Größeres: die schiere Macht der KI-Fantasie. Sind Zölle am Ende nur "Noise"? Trotz Handelsstreitigkeiten fließen Milliarden in die KI-Infrastruktur – allein 2025 investierten Big-Tech-Giganten wie Microsoft und Google rund 400 Milliarden Dollar in Rechenzentren. Diese massive Liquidität wirkt wie ein Schutzschild für die Märkte und treibt das Wachstum stärker voran, als jede Zollschranke es bremsen könnte. Während Analysten über Importgebühren für Stahl und Aluminium streiten, sorgt der KI-Trade für neue Allzeithochs und eine Dynamik, die das ‚Zoll-Chaos‘ oft in den Schatten stellt. Warum Liquidität aktuell Trump schlägt und weshalb die technologische Disruption wichtiger ist als protektionistische Handelspolitik.
Die im Podcast besprochenen Inhalte dienen NUR zu allgemeinen Informationszwecken und stellen unter keinen Umständen eine Empfehlung zum Kauf oder Verkauf bestimmter Anlagen dar und sind somit keine Anlageberatung. Der Vortragende kann das Risikoprofil und die finanzielle Situation einzelner Zuhörer nicht einschätzen. Wer sich aufgrund des im Podcast Besprochenem zum Kauf oder Verkauf von Anlageprodukten / Vermögenswerten entscheidet, tut diese aus eigener Entscheidung und auf eigene Gefahr. Der Vortragende kann daher keine Haftung übernehmen, wenn Sie aufgrund des im Podcast Gesagtem eigene Anlageentscheidungen treffen und dadurch Verluste erleiden.
Zusammenfassung
KI-Fantasie wichtiger als die Zölle? Eine Kapitalmarktanalyse
Der 24. Februar markiert ein Datum, das viele an einschneidende Ereignisse erinnert. Ähnlich wie der 13. März 2020, steht dieser Tag symbolisch für unerwartete Wendungen. Doch was bewegt die Kapitalmärkte aktuell wirklich? Sind es die Zölle, die von Donald Trump ins Spiel gebracht werden, oder die rasanten Entwicklungen im Bereich der Künstlichen Intelligenz (KI)?
Trumps Zölle: Ein Strohfeuer?
Die Reaktion von Donald Trump auf die Entscheidung des Obersten Gerichtshofs in Amerika war, wie erwartet, impulsiv. Seine angekündigten Zölle sind jedoch mit Vorsicht zu genießen. Es stellt sich die Frage: Ist ein Tweet von Donald Trump bereits eine offizielle Ankündigung? Vermutlich nicht. Selbst wenn diese Zölle in Kraft treten, wären sie auf 150 Tage begrenzt und müssten anschließend vom Kongress erneut bestätigt werden. Angesichts der aktuellen Umfragewerte, die Trump schwächeln sehen, ist es wahrscheinlich, dass er von seinen Zollplänen sukzessive abrücken wird.
Interessanterweise zeigen Umfragen, dass rund 60% der Amerikaner die Entscheidung des Obersten Gerichtshofs als richtig empfinden. Zudem sind sich zwei Drittel der Befragten bewusst, dass Zölle letztendlich zu höheren Preisen für die amerikanische Bevölkerung führen. Die spontanen Zölle Trumps könnten für einige Regionen sogar eine Erleichterung darstellen, während andere, wie die Europäische Union, die auf bestehende Verträge pochen, stärker betroffen sind.
Die KI-Revolution: Mehr als nur Hype?
Weitaus entscheidender für die Märkte dürfte die Entwicklung im KI-Sektor sein. Die Aufmerksamkeit richtet sich auf Nvidia, das diese Woche seine Zahlen veröffentlicht. Es wird erwartet, dass diese Zahlen die Markterwartungen übertreffen werden. Die Investitionen in den CapEx-Bereich sind enorm gestiegen, was sich jedoch noch nicht ausreichend im Aktienkurs von Nvidia widerspiegelt. Es besteht die Möglichkeit eines „Sell the News“-Effekts, selbst wenn die Zahlen positiv ausfallen.
Seit November sind die Investitionen der Hyperscaler um etwa 40 bis 50 Prozent gestiegen. Dies führt zu einem erhöhten Bedarf an Infrastruktur, die Nvidia liefert. Trotzdem ist der Nvidia-Kurs im gleichen Zeitraum nur um etwa zwei Prozent gestiegen. Hier stellt sich die Frage, ob der Markt die zukünftige Entwicklung richtig einschätzt.
Warnsignale im KI-Sektor?
Ein erstes Warnsignal könnte von OpenAI kommen. Ursprünglich plante das Unternehmen Investitionen in Höhe von 1,4 Billionen Dollar in den Kapazitätsausbau. Diese Zahl wurde nun auf 600 Milliarden Dollar reduziert. Dies könnte darauf hindeuten, dass OpenAI als erstes großes Unternehmen aus dem „Immer höher, immer schneller, immer weiter“-Spiel aussteigt.
Zudem gibt es Bedenken hinsichtlich der Finanzierung von Datencentern. Blue Oval, ein Schattenbanken-Finanzierer, hat Probleme, Gelder an Anleger auszuzahlen. Dies könnte ein Zeichen dafür sein, dass die Euphorie im Datacenter-Bereich nachlässt und der Markt kritischer wird. Einige Beobachter ziehen bereits Vergleiche zur Immobilienkrise von 2007/2008.
KI als Beschleuniger für Kostensenkungen
Trotz der genannten Warnsignale könnte der Einsatz von KI in Unternehmen deutlich schneller voranschreiten als erwartet. In einer sich abkühlenden Wirtschaft suchen Unternehmen nach Möglichkeiten, ihre Gewinne zu sichern. Der Einsatz von KI zur Kostensenkung, beispielsweise durch den Abbau von Arbeitsplätzen, könnte die KI-Fantasie zusätzlich beflügeln.
Fazit: KI-Fantasie vs. Zölle
Während die Zölle von Donald Trump kurzfristig für Unsicherheit sorgen, scheinen die langfristigen Auswirkungen begrenzt zu sein. Die Entwicklungen im Bereich der Künstlichen Intelligenz, insbesondere die Investitionen in Infrastruktur und die Finanzierung von Datencentern, dürften die Kapitalmärkte nachhaltiger beeinflussen. Es bleibt abzuwarten, ob die KI-Fantasie weiterhin die Märkte treibt oder ob eine realistische Einschätzung der Risiken und Chancen die Oberhand gewinnt.
Die aktuelle Woche ist entscheidend, um die weitere Entwicklung im KI-Sektor besser einschätzen zu können. Die Zahlen von Nvidia werden wichtige Hinweise liefern.
Disclaimer: Dies ist eine allgemeine Kapitalmarktanalyse und keine individuelle Anlageberatung.
Sie wünschen eine individuelle Vermögensberatung?
Gerne unterstützen wir Sie bei der Planung und Umsetzung Ihrer finanziellen Ziele. Kontaktieren Sie uns für ein unverbindliches Beratungsgespräch.