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Im Podcast Aus dem Cafésatz spricht Zsolt Janos über tägliche Entwicklungen an den Kapitalmärkten. Komplexe Zusammenhänge werden klar, nachvollziehbar und mit langjähriger Erfahrung auf den Punkt gebracht.

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01.04.2026

Die Suche nach der ultimativen Sicherheit erhöht die Risiken

Stellen Sie sich vor, der Boden unter Ihren Füssen gibt nach: Die Aktienkurse fallen, Immobilien verlieren an Wert, sogar Gold und Anleihen schwächeln gleichzeitig. In solchen Momenten wird ein Instinkt in uns wach: Die Gier nach der absoluten Sicherheit. Doch genau hier schnappt die Falle zu. Wer in der Panik nach dem einen ‚sicheren Hafen‘ sucht, übersieht oft, dass die vermeintliche Rettung das grösste Risiko von allen sein kann. Wir vergessen in der Krise nämlich eines: Unser gesamtes Wirtschaftssystem fusst seit Jahrzehnten auf den immer gleichen Strukturen. Absolute Sicherheit ist darin nicht vorgesehen – sie ist eine Illusion, die uns erst recht verwundbar macht. Heute sprechen wir darüber, warum die Flucht in die Sicherheit Ihre Risiken oft nicht senkt, sondern massiv erhöht.

Die im Podcast besprochenen Inhalte dienen NUR zu allgemeinen Informationszwecken und stellen unter keinen Umständen eine Empfehlung zum Kauf oder Verkauf bestimmter Anlagen dar und sind somit keine Anlageberatung. Der Vortragende kann das Risikoprofil und die finanzielle Situation einzelner Zuhörer nicht einschätzen. Wer sich aufgrund des im Podcast Besprochenem zum Kauf oder Verkauf von Anlageprodukten / Vermögenswerten entscheidet, tut diese aus eigener Entscheidung und auf eigene Gefahr. Der Vortragende kann daher keine Haftung übernehmen, wenn Sie aufgrund des im Podcast Gesagtem eigene Anlageentscheidungen treffen und dadurch Verluste erleiden.

Zusammenfassung

Die Suche nach der ultimativen Sicherheit erhöht die Risiken

Viele Anleger sehnen sich in unsicheren Zeiten nach absoluter Sicherheit und dem Ausstieg aus dem Kapitalmarkt. Doch Zsolt Janos erklärt, warum diese Suche nach vermeintlicher Sicherheit oft trügerisch ist und sogar höhere Risiken birgt.

Warum die vermeintliche Sicherheit riskant ist

Alle Finanzprodukte basieren auf demselben Wirtschafts- und Finanzsystem. In den letzten Wochen sind Gold, Aktien und Anleihen gefallen. Die entscheidende Frage ist, wie lange diese Verunsicherung andauert. Unser Wirtschaftssystem hat sich seit den 80er-Jahren auf ein bestimmtes Modell eingestellt, auf dem Anleihen, Aktien und Immobilien basieren.

Je länger die Krise andauert, desto mehr verlieren kurzfristige Gegensteuerungsmaßnahmen ihre Wirkung. Anleger sollten sich daher nicht nur mit kurzfristigen Kursbewegungen beschäftigen, sondern vor allem damit, wie eine tiefgreifende strukturelle Veränderung das eigene berufliche Umfeld betrifft.

Transparente vs. intransparente Produkte

Was ist in solchen Phasen besser: transparente, börsennotierte Unternehmen oder intransparente, geschlossene Produkte? Die Antwort hängt davon ab, wie der Anleger mit Schwankungen umgehen kann.

  • Kurze Krise: Illiquide Produkte können besser sein, da kurzfristige Schwankungen nicht durchschlagen.
  • Längere Krise: Liquide Produkte sind vorzuziehen, da Anleger die Möglichkeit haben, auszusteigen, auch wenn Verluste entstehen.

Derzeit geht der Markt nicht von einer lang anhaltenden Krise aus, aber die globale Börsenkapitalisierung hat in den letzten vier Wochen etwa 12 Billionen Dollar an Wert verloren. Die Frage ist, ob dieses Kapital zurückkehrt.

Die Bedeutung der Zinsen

Alle Produkte, die wir kennen, basieren auf der gleichen Struktur: Anleihen, Aktien, Immobilien, Edelmetalle. Auch Sicherheitsdenken und Garantien sind in den letzten Jahrzehnten in den gleichen Modellen entstanden. Solange die Märkte in eine bestimmte Richtung gehen, macht es wenig Sinn, an Sicherheitsstrukturen festzuhalten, die nicht zum Wirtschaftsmodell passen. Unser Wirtschaftsmodell war seit den 80er Jahren darauf aufgebaut, dass die Zinsen laufend gefallen sind und die Globalisierung stark gewachsen ist.

Anleihen

Bei Anleihen sind die Zinsen entscheidend. Idealerweise bleiben sie gleich oder fallen. Seit den 80er-Jahren hatten wir laufend fallende Zinsen, was dazu führte, dass auslaufende Anleihen günstiger umfinanziert werden konnten. Steigende Zinsen hingegen erfordern, dass Geschäftsmodelle deutlich mehr Cashflow generieren.

Aktien

Normalerweise verhalten sich Aktien und Anleihen langfristig parallel. Wenn die Zinsen steigen, haben Unternehmen weniger Liquidität zur Verfügung und die Nachfrage nach Aktien sinkt.

Immobilien

Steigende Zinsen erschweren die Finanzierung von Immobilienprojekten und den Kauf von Immobilien. Sie stellen auch eine Konkurrenz für Anleger dar, die Immobilien als Anlageobjekt betrachten.

Die Zinsen sind eine wichtige Basis für die Stabilität unseres Wirtschaftsmodells. Ein massiver Zinsanstieg kann zu Kollateralschäden führen, wie wir nach 2022 im Immobilienbereich gesehen haben.

Die Rolle der Notenbanken

In der Vergangenheit haben Notenbanken in Krisensituationen eingegriffen, um das Wachstumsmodell zu stützen. Es bleibt abzuwarten, ob sie dies auch in der aktuellen Energiekrise tun werden.

Fazit: Strukturen verstehen ist entscheidend

Für Anleger ist es wichtiger, die aktuellen Strukturen zu verstehen und nicht in die Falle von vermeintlich sicheren Anlageformen zu tappen. Die Suche nach absoluter Sicherheit kann das Risiko sogar erhöhen. Es gilt, die gesamte Breite des globalen Wirtschaftssystems zu betrachten und so weit wie möglich daran teilzuhaben.

Egal, ob es zu einer nachhaltigen strukturellen Veränderung kommt oder die Notenbanken eingreifen, um die Strukturen zu retten: Eine breite Aufstellung ist der Schlüssel zum Erfolg.

Viele Anleger wünschen sich einen Zauberstab, um sich dem Wirtschaftsirrsinn zu entziehen. Doch das ist leider nicht möglich.

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