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Ob Wirtschaftstrends, Kapitalmärkte oder gesellschaftliche Veränderungen - Zsolt Janos wird regelmäßig als Experte in TV-Sendungen eingeladen, um Entwicklungen einzuordnen und Zusammenhänge verständlich zu erklären.

17.09.2026  |  OE24

Hohe Zinsen, steigende Energiepreise, KI – ist das derzeit wirklich alles schlecht für Anleger?

Die EZB hat vergangene Woche die Zinsen erhöht, die US-Notenbank Fed ist gestern gefolgt. Gleichzeitig bewegen sich die ...

Die in diesem Video besprochenen Inhalte dienen NUR zu allgemeinen Informationszwecken und stellen unter keinen Umständen eine Empfehlung zum Kauf oder Verkauf bestimmter Anlagen dar und sind somit keine Anlageberatung, da ich das Risikoprofil und die finanzielle Situation einzelner Zuhörer nicht einschätzen kann. Wer sich aufgrund des in diesem Video Besprochenem zum Kauf oder Verkauf von Anlageprodukten oder Vermögenswerten entscheidet, tut diese aus eigener Entscheidung und auf eigene Gefahr. Ich kann keine Haftung übernehmen, wenn Sie aufgrund des in diesem Video Gesagtem eigene Anlageentscheidungen treffen und dadurch Verluste erleiden.

Zusammenfassung

Hohe Zinsen, steigende Energiepreise, KI: Was bedeutet das wirklich für Anleger?

Die aktuellen Schlagzeilen sind oft von negativen Tönen geprägt: Steigende Zinsen, explodierende Energiepreise und die Sorge vor einer KI-Blase. Doch sind diese Entwicklungen tatsächlich durchweg schlecht für Anleger? Oder verbergen sich dahinter auch Chancen? Wir haben Finanzexperte Zsolt Janos zu diesen drängenden Fragen befragt, um Licht ins Dunkel des aktuellen Finanzmarktes zu bringen.

Die Zinswende: Notenbanken im Kampf gegen die Inflation

Die jüngsten Zinsanhebungen der Europäischen Zentralbank (EZB) und der US-Notenbank Fed haben viele Anleger aufhorchen lassen. Doch warum dieser Schritt gerade jetzt?

  • Das Mandat der Notenbanken: Wie Zsolt Janos erklärt, ziehen sich Zentralbanker bei ihren Entscheidungen stets auf ihr Mandat zurück: die Stabilität der Wirtschaft und Beschäftigung sowie die Kontrolle der Inflation.
  • Starke US-Wirtschaft: Die amerikanische Wirtschaft zeigt derzeit sehr starke Signale, insbesondere bei den Beschäftigungszahlen. Es wurden deutlich mehr Arbeitsplätze geschaffen als erwartet, nicht zuletzt angetrieben durch den massiven Ausbau der Infrastruktur rund um die Künstliche Intelligenz.
  • Inflationsgefahr: Trotz der robusten Wirtschaft bleibt die Inflationsgefahr bestehen, was die Notenbanken zum Handeln zwingt. Die Entscheidung der Fed unter Jerome Powell, die Zinsen erneut zu erhöhen, fiel einstimmig (12:0), was die Unabhängigkeit der Notenbank unterstreicht.
  • Zinsniveau als „Normalzustand“: Nach einer außergewöhnlichen Nullzinsphase kehren wir nun zu einem Zinsniveau zurück, das man als normal bezeichnen könnte. Ob die Zinsen weiter steigen, hängt maßgeblich von der Inflationsentwicklung ab.

Energiepreise und ihre Wirkung auf die Inflation

Ein wesentlicher Inflationstreiber sind die Energiepreise. In Europa liegt die Kerninflation bei 3,3 %, während die Energieinflation bei 14,3 % rangiert. Die Entwicklungen im Nahen Osten haben hierbei eine besondere Rolle gespielt.

  • Eingepreiste Negativstimmung: Zsolt Janos weist darauf hin, dass bereits viel negative Stimmung in den Ölpreisen eingepreist ist. Positive Nachrichten, wie die Wiederaufnahme von Lieferungen aus Libyen oder die schnellere Öffnung saudischer Pipelines, können den Preis schnell wieder unter die 100-Dollar-Marke drücken.
  • Zeitversetzte Auswirkungen: Steigende Energiepreise wirken sich zeitversetzt auf viele andere Bereiche der Wirtschaft aus und treiben die Gesamtinflation an.

Anleihen vs. Aktien: Wer gewinnt im Rendite-Rennen?

Die Renditen von US-Staatsanleihen bewegen sich derzeit um die 5 %-Marke. Werden Anleihen damit zu einer ernsthaften Konkurrenz für Aktien?

  • Langfristige Zinsen: Die langfristigen Anleihenzinsen sind nicht primär wegen der Notenbankpolitik gestiegen, sondern weil Anleger die Fiskalpolitik der Staaten und die leichtfertige Verschuldung kritisch sehen.
  • Der 5 %-Schwellenwert: Traditionell gelten Anleihen ab etwa 5,2 % Rendite als ernstzunehmende Alternative zu Aktien. Derzeit erwartet der Aktienmarkt jedoch deutlich höhere Renditen als nur 5 %, weshalb er (noch) nicht stark reagiert hat.
  • Offene Fragen: Es bleibt abzuwarten, ob sich diese 5 %-Grenze nach oben verschoben hat oder ob der Aktienmarkt lediglich eine längere Reaktionszeit benötigt. Die Situation bleibt spannend.

Künstliche Intelligenz: Blase oder nachhaltiger Boom?

Die rasanten Entwicklungen im Bereich der Künstlichen Intelligenz (KI) wecken Erinnerungen an die Dot-Com-Blase der 2000er Jahre. Doch Zsolt Janos sieht entscheidende Unterschiede:

  • Starke Finanziers: Im Gegensatz zur Internetblase wird die aktuelle KI-Entwicklung von gigantischen Playern wie Amazon, Microsoft und Google (den „Magnificent 7“) vorangetrieben und aus eigenen Gewinnen und Cashflows finanziert.
  • Infrastruktur im Fokus: Die erste Phase der KI-Entwicklung konzentriert sich auf den Aufbau der nötigen Infrastruktur. Erst danach können KI-Systeme ihre volle Wirkung entfalten und Produkte sowie Lösungen entwickelt werden, die sich refinanzieren müssen.
  • Korrektur statt Platzen: Selbst wenn die überzogenen Erwartungen nicht sofort erfüllt werden, muss dies nicht zu einem "Blasenplatzen" führen. Es ist wahrscheinlicher, dass die Kurse moderat korrigieren und die Realität die Erwartungen schrittweise einholt.

Tech-Giganten: Wo liegt das Risiko?

Die großen Tech-Konzerne verdienen enormes Geld mit ihren bestehenden Produkten. Doch wohin fließt dieses Kapital und welche Risiken birgt dies?

  • Vom Aktienrückkauf zum CAPEX: Lange Zeit nutzten Tech-Unternehmen ihre Gewinne für Aktienrückkäufe. Jetzt investieren sie massiv in CAPEX (Infrastrukturausbau) für die KI-Entwicklung.
  • Investorenreaktion: Weniger Aktienrückkäufe könnten Anlegern missfallen. Die entscheidende Frage ist, wie sich die Cashflows durch die neuen Investitionen entwickeln und wie der Markt ohne die gewohnten Rückkaufprogramme reagiert.
  • Kapitalabzug durch Anleihen? Steigende Anleihenzinsen könnten zudem Kapital von den Aktienmärkten abziehen, was die Dynamik weiter beeinflusst.

Fazit: Chancen in jeder Entwicklung

Trotz der vermeintlich negativen Nachrichtenlage betont Zsolt Janos, dass jede Entwicklung – ob hohe Zinsen, steigende Energiepreise oder der KI-Boom – sowohl positive als auch negative Seiten hat. Für Anleger bedeuten hohe Zinsen beispielsweise auch höhere Renditen beim Neukauf von Anleihen. Unternehmen, die von höheren Energiepreisen profitieren, können das Portfolio stärken.

Es ist entscheidend, sich nicht von einzelnen Schlagzeilen verunsichern zu lassen, sondern eine fundierte Anlagestrategie zu verfolgen. Anstatt auf Prognosen zu wetten, empfiehlt Zsolt Janos, die Entwicklungen entspannt aus der Ferne zu betrachten und sich auf ein solides Konzept zu verlassen.

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