Podcast

Im Podcast Aus dem Cafésatz spricht Zsolt Janos über tägliche Entwicklungen an den Kapitalmärkten. Komplexe Zusammenhänge werden klar, nachvollziehbar und mit langjähriger Erfahrung auf den Punkt gebracht.

Beliebteste Episoden der letzten 30 Tage:

20.02.2026

Transformations-Kriege & Börsen Poker

Die Welt brennt an mehreren Fronten gleichzeitig. Was wir gerade erleben, sind nicht mehr nur isolierte Krisen – es ist ein globales Kräftemessen in einer Phase des tiefgreifenden Wandels. Wir könnten sie als Transformationskonflikte bezeichnen: Schmerzhafte Geburtswehen einer neuen Weltordnung, in der die alten Regeln nicht mehr gelten, die neuen aber noch nicht geschrieben sind.

Die Zuspitzung:
In jedem dieser Konflikte steht am Ende die eine, alles entscheidende Frage: Wer gewinnt? Es geht um technologische Vorherrschaft, den Zugang zu Rohstoffen und die Kontrolle über die Handelswege der Zukunft. Während die Diplomatie oft am Ende scheint, wird an einem anderen Ort bereits die Antwort vorweggenommen: auf dem Parkett.

Die Rolle der Märkte:
Die Börsen versuchen wie eh und je, sich zu positionieren. Sie warten nicht auf den Friedensschluss; sie wetten auf den Ausgang. Wir sehen sogenannte 'Teflon-Märkte', an denen geopolitische Schocks scheinbar abperlen, während im Hintergrund massiv in Sicherheit und Verteidigung investiert wird.

Die im Podcast besprochenen Inhalte dienen NUR zu allgemeinen Informationszwecken und stellen unter keinen Umständen eine Empfehlung zum Kauf oder Verkauf bestimmter Anlagen dar und sind somit keine Anlageberatung. Der Vortragende kann das Risikoprofil und die finanzielle Situation einzelner Zuhörer nicht einschätzen. Wer sich aufgrund des im Podcast Besprochenem zum Kauf oder Verkauf von Anlageprodukten / Vermögenswerten entscheidet, tut diese aus eigener Entscheidung und auf eigene Gefahr. Der Vortragende kann daher keine Haftung übernehmen, wenn Sie aufgrund des im Podcast Gesagtem eigene Anlageentscheidungen treffen und dadurch Verluste erleiden.

Zusammenfassung

Transformations-Kriege & Börsen Poker

Ein spontaner Blick auf die aktuellen Kapitalmarkt- und Wirtschaftsfragen vor dem Wochenende. Die Wolken am Horizont sind nicht neu, aber sie verdunkeln sich zunehmend. Ähnlich wie das Wetter, das uns mit 20-25 cm Neuschnee in Perchtoldsdorf überrascht hat, zeigt auch der Winter an den Märkten keine Anzeichen für ein baldiges Ende.

Geopolitische Spannungen: USA vs. Iran

Die Konfrontation zwischen den USA und dem Iran spitzt sich zu. Einige Analysten vermuten einen "Olympiaindex", der besagt, dass amerikanische Präsidenten während der Olympischen Spiele keine militärischen Aktionen starten. Sollte dies zutreffen, könnte eine Eskalation nächste Woche bevorstehen. Die USA mobilisieren ihre Kräfte im Nahen Osten. Die Antworten aus dem Iran deuten nicht auf eine baldige Einigung hin. Eine Eskalation wäre teuer, aber möglicherweise günstiger als ein offener Konflikt.

Der Iran spielt eine wichtige Rolle in den Spannungen mit China, insbesondere als Energieversorger. Ein Eingreifen im Iran könnte China treffen, welches wiederum Terrornetzwerke wie die Hisbollah und die Houthis finanziert. Diese Krisenherde bedrohen die globale Wirtschaft. Israel betrachtet den Iran ebenfalls als Bedrohung. Die Straße von Hormuz muss offen bleiben, da ihre Sperrung durch den Iran massive Auswirkungen auf Länder wie Saudi-Arabien, Irak, die Vereinigten Arabischen Emirate und vor allem China hätte.

Im Iran kann man mit ca. 730 Dollar bereits Milliardär sein, wenn man es in Rial umrechnet, aber das ist natürlich nur eine Zahlenspielerei.

Die Rolle der Spekulanten am Kapitalmarkt

Eine interessante Frage eines Podcast-Hörers drehte sich um die Wahrnehmung einer negativen Einstellung gegenüber Spekulanten. Es gab schon immer Spekulanten, ist das wirklich so schlimm?

Financial Planning und Kapitalmarktarbeit sollten nicht auf reinen Spekulationen basieren. Die Börse ist kein Casino. Stattdessen sollte man auf Value Werte, d.h. Unternehmen mit wirtschaftlicher Problemlösungsfähigkeit, setzen. Gute Spekulanten lassen sich nicht von äußeren Einflüssen irritieren, sondern analysieren Informationen und ziehen ihre eigenen Schlüsse. Sie gehen nicht mit der Herde, sondern antizipieren Entwicklungen.

Es ist wichtig zu verstehen, wie sich die aktuelle Preisbildung zusammensetzt, wie viel Substanz, Spekulation und Erwartungshaltung enthalten sind. Viele Anleger beschäftigen sich nicht tiefgehend mit diesen Fragen und verstehen daher nicht, wie nachhaltig Kursentwicklungen sind. Die Technik und die schnelle Verfügbarkeit von Informationen haben die Spekulation erleichtert. Kursmanipulationen sind jedoch kein Kavaliersdelikt mehr.

Spekulatives Kapital wird stark von der Finanzindustrie mobilisiert, da diese an der Bewegung des Kapitals verdient. Ideal ist es, wenn Anleger sogar Kredite aufnehmen, um zu investieren.

Die veränderte Haltung der US-Notenbank (FED)

Die amerikanische Notenbank hat eine neue Haltung eingenommen. In den Protokollen der letzten Sitzung wurde die Zielmarke von 2% Inflation gestrichen. Zudem wurde formuliert, dass mehrere FED-Mitglieder bei ausbleibender Inflationssenkung sogar Zinserhöhungen in Betracht ziehen. Trotz dieser Andeutungen stieg die Börse nach der Veröffentlichung. Die Grundlagen für Zinsentscheidungen, wie Wirtschaftslage und Arbeitsmarkt, sind fragwürdig geworden. Viele betrachten die Zahlen als "kreativ zusammengestellt" oder gar "hergelogen". Die FED-Mitglieder signalisieren Bedenken hinsichtlich des Private-Credit-Marktes.

Probleme im Private-Credit-Bereich

Im Private-Credit-Bereich werden Gelder investiert, ohne die Angebote ausreichend zu prüfen. Es werden Visionen verkauft, und Anleger erwarten hohe Gewinne. Wenn Exit-Szenarien scheitern, gibt es keine Ausgänge. Kapitalstarke Institute zahlen Kreditlinien aus ihren Reserven aus, was den Eindruck erweckt, dass der Projekterfolg irrelevant ist. Viele Private-Credit-Kunden haben jedoch keine Reserven und finanzieren Projekte ausschließlich aus Anlagegeldern. Wenn Projekte scheitern, gibt es keine Möglichkeit zur Rückzahlung. Neue Investoren finanzieren die Auszahlung alter Investoren, was die Risiken verlagert. Es stellt sich die Frage, ob die neuen Investoren über diese Praxis informiert werden. Eines der größten Private-Credit-Institute in Amerika, Blue Owl, hat die Auszahlungen für Private komplett eingestellt, da keine Liquidität vorhanden ist.

Weitere Krisenherde

  • Physischer Krieg: USA gegen Iran
  • Explodierende Preise für Speichermedien (DRAM), die zu Inflation bei Laptops, PCs und Mobiltelefonen führen dürften.
  • Institutionelle Investoren ziehen massiv Kapital aus Amerika ab.
  • Meinungspositionierungskrieg: AI gegen bestehende Geschäftsmodelle.

Fazit

Die aktuelle Situation an den Kapitalmärkten ist von verschiedenen Krisen und Unsicherheiten geprägt. Es ist wichtig, sich nicht von Spekulationen leiten zu lassen, sondern auf fundierte Analysen und langfristige Strategien zu setzen. Die Entwicklungen im geopolitischen Bereich, die Veränderungen in der Geldpolitik und die Herausforderungen im Private-Credit-Bereich erfordern eine sorgfältige Beobachtung und eine individuelle Anpassung der Anlagestrategie.

Die Entwicklungen zeigen, dass eine umfassende und professionelle Vermögensberatung unerlässlich ist, um in diesen unruhigen Zeiten die richtigen Entscheidungen zu treffen.

Wichtiger Hinweis: Die Informationen in diesem Beitrag dienen nur zu Informationszwecken und stellen keine Anlageberatung dar.

Genießen Sie das Wochenende mit Schneeschaufeln oder Skifahren!

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