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Im Podcast Aus dem Cafésatz spricht Zsolt Janos über tägliche Entwicklungen an den Kapitalmärkten. Komplexe Zusammenhänge werden klar, nachvollziehbar und mit langjähriger Erfahrung auf den Punkt gebracht.
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22.09.2026
Trumps KI-Deal: Schutzschild für Investoren?
Donald Trumps fundamentale Ablehnung einer strikten KI-Regulierung basiert maßgeblich auf massiven finanziellen Verflechtungen seines Tech-Umfelds und der politischen Angst vor einem wirtschaftlichen Einbruch. Um einen plötzlichen Wertverfall des gesamten Tech-Sektors – einen sogenannten „WeWork-Moment“ – zu verhindern, setzt die US-Regierung gezielt auf Deregulierung, um die astronomischen Börsenbewertungen der KI-Branche künstlich stabil zu halten.
Die im Podcast besprochenen Inhalte dienen NUR zu allgemeinen Informationszwecken und stellen unter keinen Umständen eine Empfehlung zum Kauf oder Verkauf bestimmter Anlagen dar und sind somit keine Anlageberatung. Der Vortragende kann das Risikoprofil und die finanzielle Situation einzelner Zuhörer nicht einschätzen. Wer sich aufgrund des im Podcast Besprochenem zum Kauf oder Verkauf von Anlageprodukten / Vermögenswerten entscheidet, tut diese aus eigener Entscheidung und auf eigene Gefahr. Der Vortragende kann daher keine Haftung übernehmen, wenn Sie aufgrund des im Podcast Gesagtem eigene Anlageentscheidungen treffen und dadurch Verluste erleiden.
Zusammenfassung
KI-Boom am Kapitalmarkt: Trumps Deal und die verborgenen Risiken für Anleger
Der Hype um Künstliche Intelligenz (KI) prägt derzeit die globalen Finanzmärkte. Gigantische Bewertungen, ambitionierte Börsengänge und politische Debatten über Regulierung dominieren die Schlagzeilen. Doch was steckt wirklich hinter dem "KI-Deal" und welche Risiken bergen die aktuellen Entwicklungen für Investoren? Zsolt Janos, Experte für Kapitalmarkt- und Wirtschaftsfragen, beleuchtet die komplexen Zusammenhänge.
Der Hype um KI-Börsengänge: Fantastische Storys, aber fehlende Gewinne
Die Pläne für Börsengänge von KI-Schwergewichten wie Antropic und OpenAI sorgen für Aufsehen. Ursprünglich für September und Oktober geplant, wurden diese IPOs nun auf November oder sogar nach den Wahlen verschoben. Das Timing ist entscheidend, denn vorbörsliche Prüfungen decken oft Ungereimtheiten auf.
- Verzögerte IPOs: Die Verschiebung der Börsengänge von Antropic (ursprünglich September, dann Oktober, jetzt November/nach den Wahlen) deutet auf Schwierigkeiten bei der Erfüllung der Erwartungen hin.
- Astronomische Bewertungen: Zusammen mit SpaceX könnten Antropic und OpenAI eine Gesamtbewertung von rund 5 Billionen Dollar auf den Kapitalmarkt bringen. Zum Vergleich: Alle Börsengänge zwischen 1980 und 2025 (ein Zeitraum von 45 Jahren) summierten sich auf insgesamt 4,1 Billionen Dollar.
- Verluste trotz Hype: Das Erstaunliche: Alle drei genannten Unternehmen schreiben aktuell Verluste. Traditionell sind Börsengänge mit soliden Geschäftsmodellen und Gewinnaussichten verbunden. Hier dominieren fantastische Geschichten und Wachstumsprognosen über die aktuellen Erträge.
Diese Entwicklung zeigt eine Perversion des klassischen Börsenprinzips, bei dem Unternehmen mit etablierten Gewinnen und soliden Geschäftsmodellen an die Börse gingen, um Aktionäre an diesen Gewinnen zu beteiligen. Heute treiben spekulatives Kapital und hohe Liquidität die Bewertungen von Unternehmen in die Höhe, die noch keine Gewinne erwirtschaften.
Trumps Haltung zur KI-Regulierung: Ein "Hoax" mit Kalkül?
Die Forderungen von KI-Chefs nach staatlicher Regulierung, um die Entwicklung zu verlangsamen, wurden von Donald Trump bei einer Konferenz als "Hoax" (Schwindel) abgetan. Er betonte, es gäbe in den USA bereits genug Gesetze und Regulierungen, die lediglich eingehalten werden müssten. Diese Haltung ist nicht überraschend.
- Wirtschaftliche Interessen: Trump und sein Umfeld sind massiv in den KI-Ausbau investiert. Eine abrupte Abbremsung der KI-Euphorie und eine mögliche Rezession kurz vor den Wahlen sind nicht in seinem Interesse.
- Nvidia-CEO Jason Huang: Auch der CEO von Nvidia, Jason Huang, dessen Unternehmen von der Hardware für KI profitiert, befürwortet eine ungebremste Entwicklung. Sein Motto: "Grabt weiter nach Gold, hier sind meine Schaufeln (von Nvidia)."
Die tatsächlichen Einnahmen aus KI-Anwendungen, das "Gold" des KI-Booms, scheinen jedoch noch nicht in dem erwarteten Umfang zu fließen. Dies könnte ein Grund sein, warum die KI-Giganten selbst nach Regulierung rufen – um ihre Märkte zu schützen und den Wettbewerb zu begrenzen.
Offene vs. geschlossene KI-Modelle: Ein Kampf um Marktanteile und Einnahmen
Ein genauerer Blick auf den Markt für KI-Modelle zeigt eine interessante Verschiebung. Die Preise für KI-Tokens sinken, und der Anteil der offenen (Open Source) Modelle nimmt stetig zu:
- Aktuell sind 78 Prozent der Modelle offen zugänglich, während 21,6 Prozent geschlossene Bezahlmodelle sind.
- Anfangs waren Closed-Modelle dominanter, doch der Trend geht klar zu Open-Source-Lösungen, insbesondere bei chinesischen Anbietern.
Obwohl auf Dollarbasis immer noch mehr für Bezahlmodelle ausgegeben wird (OpenAI ist hier führend mit 22,6%, nach einem anderen Anbieter mit 42%), gehen die Einnahmen von Unternehmen wie Antropic und OpenAI massiv zurück. Dies erklärt ihren Ruf nach Regulierung, die jedoch eine abrupte Bremsung der gesamten KI-Euphorie zur Folge haben könnte.
Verborgene Risiken im KI-Infrastrukturausbau: Wenn Projekte stocken und Zinsen steigen
Der Ausbau der KI-Infrastruktur, insbesondere von Datacentern, ist mit erheblichen Risiken verbunden. Ein Beispiel ist Oracle, das 18 Milliarden Dollar, überwiegend aus Anlegergeldern über Anleihen, für ein Datacenter in New Mexico aufgestellt hat. Doch die Genehmigungen fehlen, und der Bau stockt.
- Gefährdete Anleihekonstruktionen: Viele Investitionen in Datacenter basieren auf Anleihen, die darauf abzielen, Anlagen günstig zu erwerben und später teurer zu verkaufen, um die aufgenommenen Gelder und Zinsen zurückzuzahlen. Wenn die "Exit-Strategie" nicht funktioniert, gerät das gesamte Konstrukt ins Wanken.
- Druck auf Private Credit und Private Equity: Geldeinsammler in diesen Bereichen sehen sich mit Problemen konfrontiert, da sich Projekte verzögern und die Zinsen steigen. Steigende Zinsen verteuern die Umschuldung von Projekten und lassen den Wert festverzinslicher Anleihen fallen.
- Auswirkungen auf institutionelle Anleger: Diese Anleihen sickern in Produkte von Versicherern, Pensionskassen und großen Vermögensverwaltern. Ein Scheitern der Projekte oder ein Wertverfall der Anleihen kann weitreichende Konsequenzen für diese institutionellen Anleger haben.
Die Bedeutung der IPOs: Rettungsanker für komplexe Finanzstrukturen?
Die Börsengänge von KI-Unternehmen sind nicht nur isolierte Ereignisse. Sie sind vielmehr die "finale Rettung" für viele versprochene Storys und weitreichende Finanzstrukturen. In zu vielen Produkten und Portfolios stecken bereits diese Art von Anleihen und Wetten auf den KI-Boom.
Ein Scheitern oder eine weitere Verzögerung der IPOs könnte weitreichende Auswirkungen auf den gesamten Kapitalmarkt haben, da die versprochenen Bewertungen und Renditen nicht realisiert würden und somit die dahinterliegenden Finanzierungen unter Druck gerieten.
Fazit: Navigieren in einem volatilen KI-Markt
Der KI-Markt ist faszinierend, birgt aber auch erhebliche Risiken. Die Diskrepanz zwischen fantastischen Wachstumsprognosen und fehlenden Gewinnen, die politischen Interessen bei der Regulierung und die komplexen Finanzierungen im Infrastrukturbereich erfordern eine kritische Betrachtung.
Investoren sollten die Entwicklungen genau beobachten und sich bewusst sein, dass der Hype nicht immer die Realität widerspiegelt. Die hohe Volatilität und die komplexen Abhängigkeiten machen fundierte Anlageentscheidungen unerlässlich.
Möchten Sie Ihre Vermögensstrategie im aktuellen Marktumfeld überprüfen oder suchen Sie nach professioneller Unterstützung bei Ihren Anlageentscheidungen? Wir stehen Ihnen gerne zur Seite.
Kontaktieren Sie uns für eine persönliche Vermögensberatung mit Zsolt Janos.