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Im Podcast Aus dem Cafésatz spricht Zsolt Janos über tägliche Entwicklungen an den Kapitalmärkten. Komplexe Zusammenhänge werden klar, nachvollziehbar und mit langjähriger Erfahrung auf den Punkt gebracht.
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26.05.2026
SpaceX: Eine Bewertung außerhalb jeder Dimension
Elon Musk verschiebt die irdischen Dimensionen in die unendlichen Weiten des Weltraums. Eine Vision, die fasziniert. Doch werfen wir einen nüchternen Blick auf die Zahlen, folgt schnell der Realitätsschock: Rein nach den harten Fakten der aktuellen Bilanz sind die astronomischen Bewertungen von SpaceX schlichtweg nicht darstellbar. Wie passt das zusammen? Die Antwort ist typisch Musk: Elon nennt Zielmärkte für seine Pläne, die es so noch nie gegeben hat. Er bewertet nicht den Status quo, er bepreist die Zukunft der gesamten Menschheit. Ist SpaceX das wertvollste Versprechen der Moderne – oder eine gigantische Finanzblase, die an der Realität zerschellen muss?
Die im Podcast besprochenen Inhalte dienen NUR zu allgemeinen Informationszwecken und stellen unter keinen Umständen eine Empfehlung zum Kauf oder Verkauf bestimmter Anlagen dar und sind somit keine Anlageberatung. Der Vortragende kann das Risikoprofil und die finanzielle Situation einzelner Zuhörer nicht einschätzen. Wer sich aufgrund des im Podcast Besprochenem zum Kauf oder Verkauf von Anlageprodukten / Vermögenswerten entscheidet, tut diese aus eigener Entscheidung und auf eigene Gefahr. Der Vortragende kann daher keine Haftung übernehmen, wenn Sie aufgrund des im Podcast Gesagtem eigene Anlageentscheidungen treffen und dadurch Verluste erleiden.
Zusammenfassung
SpaceX IPO: Eine Bewertung jenseits aller Vorstellungskraft
Der geplante Börsengang von SpaceX am Freitag, den 12. Juni, verspricht, ein historisches Ereignis zu werden. Nach einer kurzen Roadshow wird erwartet, dass SpaceX mit einer vorbörslichen Bewertung von unglaublichen 1,7 bis 2 Billionen US-Dollar (europäische Billionen) an den Markt geht. Das sind 1.700 Milliarden US-Dollar – eine Summe, die selbst in der Welt der Mega-Unternehmen ihresgleichen sucht.
Interessant ist auch, dass voraussichtlich nur etwa 5 Prozent der Aktien zum Börsengang angeboten werden. Dies deutet darauf hin, dass der Zugang für Privatanleger, insbesondere aus Europa, schwierig sein könnte. Große Staatsfonds und institutionelle Anleger, möglicherweise auch aus Saudi-Arabien, dürften hier die Hauptakteure sein.
Der "Elon Musk Faktor": Vision schlägt Bilanz
Wie schon bei Tesla, spielt auch bei SpaceX der sogenannte "Elon Musk Faktor" eine entscheidende Rolle für die Bewertung. Es zeigt sich einmal mehr, dass an der Börse nicht nur gewinnbringende Unternehmen gehandelt werden, sondern oft eine zukünftige Vision mit eingepreist wird, die die aktuellen Fakten und Zahlen in den Hintergrund rückt.
Musk hat die Fähigkeit, selbst bei sinkenden Kursen oder kritischen Nachfragen nach Unternehmenszahlen, mit neuen, oft weit entfernten und kaum greifbaren Ideen die Investoren bei der Stange zu halten. Man erinnere sich an die wiederholten Ankündigungen von millionenfach fahrenden Robotaxis bei Tesla, die bis heute nicht realisiert wurden und deren Entwicklung eher von Konkurrenten wie Waymo (Google) vorangetrieben wird.
Die kühne Vision: Datacenter im All
Die astronomische Bewertung von SpaceX basiert laut Musk auf einer Technologie, die es in dieser Form noch gar nicht gibt: dem Betrieb von Datacentern im All für die wachsende KI-Infrastruktur. Musk behauptet selbstbewusst, dass kein anderes Unternehmen derzeit in der Lage sei, die notwendige Infrastruktur in den Weltraum zu bringen.
Seine Argumentation stützt sich auf die beeindruckende Dominanz von SpaceX im Raketenstartbereich. Tatsächlich hat SpaceX in den letzten Jahren etwa 80 Prozent aller Raketenstarts durchgeführt und verfügt über die kostengünstigste, wiederverwendbare Raketentechnologie. Dennoch: Auch diese Spitzentechnologie ist derzeit noch nicht gewinnbringend, trotz der hohen Anzahl an Starts.
Starlink und XAI: Nebenschauplätze der Vision
- Starlink: Eine Tochtergesellschaft von SpaceX, die Satelliten-Internetdienste anbietet. Starlink schreibt bereits Gewinne und hat eine wachsende Kundenbasis aus Privatkunden, Regierungen und Ländern weltweit. Es ist jedoch nicht die primäre Zukunftsperspektive, die die gigantische Bewertung rechtfertigt.
- XAI: Musks KI-Initiative, die bisher kaum Akzeptanz im Markt gefunden hat. Die Nachfrage ist gering, und Musks umstrittener Umgang mit Daten und Strukturen hat hier wohl nicht geholfen. Diese Story scheint eher ein Flop zu sein.
Ein Zielmarkt von 28 Billionen US-Dollar: Utopie oder Geniestreich?
Die wahre Grundlage der SpaceX-Bewertung liegt in einer im Börsenprospekt genannten Zahl, die Zsolt Janos als "brutal" bezeichnet: Der Zielmarkt für Datacenter im All wird auf unfassbare 28 Billionen US-Dollar beziffert. Eine derart hohe Zahl für einen Zielmarkt hat es in der Menschheitsgeschichte noch nie gegeben.
Musk setzt hierbei einen extrem ambitionierten Zeitplan an: Bereits 2028, also in nur zwei Jahren, sollen diese Datacenter im All gewinnbringend funktionieren. Es ist diese Fähigkeit, selbst unerreichbar scheinende Konzepte in den Köpfen der Investoren zu verankern, die Musks Erfolg ausmacht.
Investitionsstrategie und traditionelle Bewertungsmethoden
Wer in Unternehmen wie SpaceX oder Tesla investieren möchte, muss oft von den üblichen Bewertungskriterien absehen. Bilanzzahlen, Gewinne oder das Kurs-Gewinn-Verhältnis (KGV) spielen eine untergeordnete Rolle, da SpaceX zum Börsengang voraussichtlich mit historisch hohen Verlusten aufwarten wird. Die Bewertung würde dem 93-fachen des Umsatzes entsprechen – ein extrem hoher Multiplikator.
Musk verschiebt die Diskussion stattdessen immer auf zukünftige Visionen, um aktuelle Verluste zu rechtfertigen. Dies macht es auch Short Sellern schwer, die sich auf nüchterne Zahlen konzentrieren und auf den Moment warten, in dem der Markt die Visionen fallen lässt und die Aktie abstürzt.
Ein Vergleich mit Palantir zeigt, dass auch hoch bewertete Technologieunternehmen, die von Anfang an Gewinne schrieben, nach dem Börsengang extreme Kursausschläge erleben können – von euphorischen Anstiegen bis hin zu starken Abstürzen.
Der "Musk Faktor" in Zahlen: Eine KI-Analyse
Interessanterweise hat Musks eigenes KI-System, Groq, auf die Frage nach dem Risiko in seinen Unternehmen geantwortet, dass der "Musk Faktor" bis zu 90 Prozent der Unternehmensbewertungen ausmacht. Dies unterstreicht die enorme Abhängigkeit von seiner Person und seinen visionären Ankündigungen.
Großanleger vs. Privatanleger: Zukunft vs. Vergangenheit
Diese Dynamik erklärt auch, warum Großanleger oft anders agieren als Privatanleger. Während Kleinanleger dazu neigen, in die Vergangenheit zu blicken und sich an der Performance vergangener Jahre zu orientieren, kaufen Großinvestoren eher die Zukunftsaussichten und Visionen. Genau diese Zukunftsperspektiven sind es, die Elon Musk gezielt anspricht.
Fazit: Eine spekulative Wette auf die Zukunft
Der Börsengang von SpaceX ist ein hoch spekulatives Ereignis. Die anfängliche Nachfrage dürfte, getrieben von Neugier und dem Wunsch, Teil dieser visionären Geschichte zu sein, die Aktie zunächst in die Höhe treiben. Es ist eine Wette auf die Verwirklichung einer kühnen Vision, deren Erfolg in so kurzer Zeit von vielen Experten kritisch beäugt wird.
Zsolt Janos betont, dass die Bewertung von SpaceX nicht mit traditionellen Methoden zu fassen ist. Es ist ein Investment, das stark vom Glauben an Elon Musk und seine Fähigkeit abhängt, die Welt neu zu denken und Investoren mit auf diese Reise zu nehmen. Wie sich die Aktie nach der Erstnotiz entwickeln wird, bleibt abzuwarten, aber eines ist sicher: Langweilig wird es nicht.
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