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Im Podcast Aus dem Cafésatz spricht Zsolt Janos über tägliche Entwicklungen an den Kapitalmärkten. Komplexe Zusammenhänge werden klar, nachvollziehbar und mit langjähriger Erfahrung auf den Punkt gebracht.

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25.06.2026

KI-Mondpreise: Wie lange zahlen die Tech-Riesen noch?

Die KI-Party läuft auf Hochtouren – und die Rechnung ist gigantisch. Im aktuellen Tech-Rüstwettbewerb werfen die Hyperscaler mit Milliarden um sich, während die Chip-Lieferanten Rekordgewinne einfahren und die Mondpreise genießen. Doch wie lange geht das gut? Wann platzt die Investitionsblase, oder stehen wir erst am Anfang einer neuen Wirtschaftsära? In der heutigen Folge fragen wir uns: Wer bezahlt am Ende die Zeche, und wann geht bei diesem KI-Rausch das Licht aus?

 

 

Die im Podcast besprochenen Inhalte dienen NUR zu allgemeinen Informationszwecken und stellen unter keinen Umständen eine Empfehlung zum Kauf oder Verkauf bestimmter Anlagen dar und sind somit keine Anlageberatung. Der Vortragende kann das Risikoprofil und die finanzielle Situation einzelner Zuhörer nicht einschätzen. Wer sich aufgrund des im Podcast Besprochenem zum Kauf oder Verkauf von Anlageprodukten / Vermögenswerten entscheidet, tut diese aus eigener Entscheidung und auf eigene Gefahr. Der Vortragende kann daher keine Haftung übernehmen, wenn Sie aufgrund des im Podcast Gesagtem eigene Anlageentscheidungen treffen und dadurch Verluste erleiden.

Zusammenfassung

Der Hype um Künstliche Intelligenz (KI) treibt die Märkte an und lässt die Preise für bestimmte Technologien in schwindelerregende Höhen schnellen. Doch wie lange können die Tech-Giganten diese sogenannten „Mondpreise“ noch bezahlen, und welche Dynamiken entwickeln sich hinter den Kulissen? Zsolt Janos beleuchtet in dieser Analyse die aktuelle Situation am Kapitalmarkt und erklärt die komplexen Zusammenhänge verständlich für Anleger in Österreich und Deutschland.

Die "Scheck Aussteller": Tech-Riesen unter Druck

Im gesamten KI-Kontext lassen sich derzeit zwei Hauptgruppen identifizieren: die Scheck Aussteller und die Scheck Empfänger. Die Scheck Aussteller sind überwiegend die sogenannten Magnificent Seven, die massiv in den Aufbau von KI-Infrastruktur investieren. Doch diese Investitionen sind mit erheblichen Risiken und Herausforderungen verbunden:

Amazon: Gigantische Datacenter-Investitionen

  • Amazon investiert stark in den Aufbau von Datacentern.
  • Die Frage ist, ob diese Datacenter ausreichend Einnahmen generieren können, um die hohen Investitionen zu rechtfertigen.
  • Im Gegensatz zu klassischen Immobilien, die lange Abschreibungszeiten und stille Reserven bieten, können riesige Rechenzentren, wenn sie nicht ausgelastet sind, nach kurzer Zeit wertlos werden.

Meta: KI-Investitionen auf Kredit

  • Meta hat ebenfalls massiv in KI-Bereiche investiert und kauft viele Technologien ein.
  • Da Meta nicht über so viele eigene Reserven verfügt, müssen diese Investitionen oft aus Kredit finanziert werden.
  • Dies führt zu einer doppelten Belastung durch Zinsen, was die langfristige Tragfähigkeit infrage stellt.

Microsoft: Kannibalisierung des Kerngeschäfts?

  • Microsoft ist einer der größten Investoren bei OpenAI und auch bei Anthropic.
  • Die Herausforderung besteht darin, dass diese Investitionen möglicherweise das Grundgeschäftsmodell von Microsoft ankratzen könnten.

Alphabet (Google): Der Kampf um die Köpfe

  • Lange Zeit galt Alphabet als ein KI-Universum für sich, doch nun sehen wir, dass wichtige Entwickler abgeworben werden.
  • Diese „KI-Wanderpokale“ wechseln derzeit häufig die Unternehmen.
  • Beispiele sind John Ciampa und Noam Shazir. Nach Bekanntgabe ihrer Abwerbung brach der Börsenkurs von Alphabet um etwa 200 Milliarden Dollar ein, was die Bedeutung dieser Talente unterstreicht.

Tesla: Flucht nach vorne

  • Tesla versucht, sich durch Gerüchte über eine mögliche Übernahme durch SpaceX aus seiner derzeitigen Schwäche zu retten.

Apple: Die klügste Positionierung?

  • Apple hat sich bisher am besten positioniert, da das Unternehmen weder zu hohe CapEx-Investitionen getätigt noch große Abhängigkeiten geschaffen hat.
  • Während andere in KI-Kapazitäten investierten, wartete Apple ab. Sollte die Rentabilität in diesen Bereichen ausbleiben, wäre Apple deutlich besser aufgestellt.

Nvidia: Der Profiteur der CapEx-Explosion

  • Nvidia ist die zentrale Brücke zwischen den Zahlern und den Lieferanten und profitiert massiv vom CapEx-Wachstum.
  • CEO Jason Huang motiviert die Tech-Riesen, weiterhin Schecks auszustellen, da sich die Investitionen in KI-Infrastruktur lohnen würden.

Die "Scheck Empfänger": Lieferanten im Boom

Die gigantischen Investitionen der Tech-Giganten führen zu einer beispiellosen Nachfrage bei den Chip- und Speicherproduzenten. Micron Technology ist ein Paradebeispiel für diese Entwicklung.

Micron Technology: Zahlen einer Explosion

Die jüngsten Zahlen von Micron sind beeindruckend und zeigen die extreme Dynamik im Sektor:

  • Vor etwa zweieinhalb Jahren (Q3 2022) lag der Ertrag pro Aktie bei 0,62 Euro.
  • Aktuell beträgt der Ertrag pro Aktie 25 Euro.
  • Die Prognose sieht einen weiteren Anstieg auf 31 Euro vor.
  • Die Bruttomarge von Micron ist mit 84,9 Prozent gigantisch hoch.
  • Die Umsätze stiegen im Jahresvergleich um 280 Prozent.

Diese enormen Steigerungen sind auf einen absoluten Engpass bei den Lieferanten zurückzuführen, der es Micron ermöglicht, sogenannte Mondpreise aufzurufen. Allerdings stellt die enorme Nachfrage die Produzenten auch vor die Herausforderung, ihre Produktionskapazitäten schnell genug zu erweitern.

Zukünftige CapEx-Pläne von Micron

  • Für 2026 plant Micron Investitionen von 26 Milliarden Euro in CapEx.
  • Für 2027 ist eine Steigerung auf 39 Milliarden Euro vorgesehen.
  • Für 2028 sollen die Investitionen auf 42 Milliarden Euro anwachsen.

Diese Pläne signalisieren, dass das Management von einer Fortsetzung des Booms ausgeht. Falsche Prognosen hätten schnelle und gravierende finanzielle Konsequenzen für Manager, es sei denn, man heißt Elon Musk.

Wachsende Konkurrenz und Preiskämpfe

Wo viel Geld verdient wird, lassen Konkurrenten nicht lange auf sich warten. Insbesondere aus China kommt eine aggressive Angriffswelle.

Chinesische Herausforderer im Chip-Markt

  • Das chinesische Unternehmen CXMT plant einen Börsengang und greift massiv im Bereich der DRAM-Speicherproduzenten an.
  • Hauptziele sind etablierte Player wie Samsung, SK Hynix und Micron.
  • CXMT wurde vor etwa 10 Jahren gegründet und erzielte im ersten Quartal bereits einen Umsatz von 7,3 Milliarden Dollar – im Vergleich zu Microns 35 Milliarden Dollar im abgelaufenen Quartal.
  • Die chinesische Strategie, eigene Technologien für die Weltmärkte zu entwickeln, ist eine Reaktion auf die Ausgrenzungspolitik und zielt darauf ab, die von US-Unternehmen hinterlassenen Nischen zu füllen.

Preiskämpfe im KI-Modell-Bereich

  • Auch bei den KI-Produzenten selbst bricht ein Preiskampf aus.
  • Anthropic und OpenAI (geführt von Sam Altman) beginnen, sich gegenseitig bei den Token-Preisen zu unterbieten.
  • Zusätzlich drängen chinesische Anbieter wie Deepseek und Z AI mit Open-Source- und Gratis-Modellen auf den Markt, was den Druck weiter erhöht.

Vorsicht bei IPOs: Das Beispiel Cerebras

Der Hype um KI verleitet viele Anleger dazu, bei Börsengängen (IPOs) unbedingt dabei sein zu wollen. Das Beispiel des Chip- und Datacenter-Unternehmens Cerebras zeigt die Risiken auf:

  • Nach dem Börsengang stieg der Kurs zunächst massiv an, da die Zeichnung stark überzeichnet war.
  • Innerhalb eines Monats fiel der Kurs jedoch von 311 Dollar auf 185 Dollar, Tendenz weiter fallend.
  • Oft gibt es einen kurzfristigen Zeichnungsgewinn, doch langfristig kühlen die Kurse meist ab und fallen nicht selten unter den ursprünglichen Zeichnungskurs.

Fazit: Eine dynamische Zukunft mit neuen Herausforderungen

Der KI-Boom hat zweifellos eine gigantische Maschinerie in Gang gesetzt, die weiterhin massive Investitionen und beeindruckende Umsatz- und Ertragssteigerungen bei den Profiteuren wie Micron und Nvidia verspricht. Die Aussichten für CapEx-Investitionen bleiben stark, was auf eine Fortsetzung dieses Trends hindeutet.

Gleichzeitig verdichten sich jedoch die Anzeichen für einen Paradigmenwechsel: Die hohen Margen locken neue, aggressive Wettbewerber an, insbesondere aus China. Preiskämpfe bei KI-Modellen und die Herausforderungen bei der Rentabilität von Datacentern, die oft über Private Credit finanziert wurden, stellen die Nachhaltigkeit der aktuellen „Mondpreise“ infrage. Anleger müssen sich auf eine zunehmend komplexere und wettbewerbsintensivere Landschaft einstellen.

Die Zeit der uneingeschränkten Euphorie könnte bald enden, und eine differenzierte Betrachtung der Geschäftsmodelle und Wettbewerbsvorteile wird entscheidend sein, um langfristig erfolgreich zu investieren.

Für eine fundierte und individuelle Finanzstrategie, die diese Entwicklungen berücksichtigt, steht Ihnen Zsolt Janos zur Seite. Vereinbaren Sie noch heute ein persönliches Gespräch und optimieren Sie Ihre Vermögensplanung.

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