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Im Podcast Aus dem Cafésatz spricht Zsolt Janos über tägliche Entwicklungen an den Kapitalmärkten. Komplexe Zusammenhänge werden klar, nachvollziehbar und mit langjähriger Erfahrung auf den Punkt gebracht.

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15.04.2026

Das Paradox der Stille - next FOMO entsteht

Wenn die Nachrichtenlage düster ist, die Unsicherheit durch unerwartete Ereignisse ihren Höhepunkt erreicht und die allgemeine Stimmung am Boden liegt – genau dann wird das Fundament für die nächste große Rallye gelegt. Wir wissen: Unerwartete Schocks führen zu Panik. Doch während wir als Menschen noch versuchen, die Nachrichten emotional zu verdauen, haben die Märkte die neuen Fakten längst ‚gefressen‘. Historisch gesehen sind Phasen extrem negativer Stimmung oft die besten Kontraindikatoren. Während der Anleger noch zögert, hat der Markt das Risiko bereits eingepreist – und ehe man es realisiert, verwandelt sich die Skepsis in die nächste Welle der FOMO, der Angst, den Anschluss zu verpassen.

Die im Podcast besprochenen Inhalte dienen NUR zu allgemeinen Informationszwecken und stellen unter keinen Umständen eine Empfehlung zum Kauf oder Verkauf bestimmter Anlagen dar und sind somit keine Anlageberatung. Der Vortragende kann das Risikoprofil und die finanzielle Situation einzelner Zuhörer nicht einschätzen. Wer sich aufgrund des im Podcast Besprochenem zum Kauf oder Verkauf von Anlageprodukten / Vermögenswerten entscheidet, tut diese aus eigener Entscheidung und auf eigene Gefahr. Der Vortragende kann daher keine Haftung übernehmen, wenn Sie aufgrund des im Podcast Gesagtem eigene Anlageentscheidungen treffen und dadurch Verluste erleiden.

Zusammenfassung

Das Paradox der Stille - Next FOMO entsteht

Es ist faszinierend zu beobachten, wie im Stillen, während Unsicherheit herrscht, die Angst, etwas zu verpassen (Fear of Missing Out, FOMO), schnell wieder aufkommt. FOMO entsteht, wenn Marktteilnehmer eine Bewegung verpassen und das Gefühl haben, eine Chance zu verpassen.

Die Lähmung durch Schlagzeilen

Der ständige Fokus auf aktuelle Schlagzeilen und das Gefühl, dass die Vergangenheit keine Relevanz mehr hat, lähmt viele Menschen. Der erste Reflex ist oft, sich zurückzuziehen und abzuwarten, bis sich die Lage beruhigt hat. Doch die Märkte warten nicht. Sie preisen zukünftige Erwartungen sofort ein.

Die Weisheit der Märkte

Ist das eine Garantie? Natürlich nicht. Aber die Märkte berücksichtigen nicht nur Schlagzeilen, sondern auch viele andere Entwicklungen und Faktoren. Der Markt ist die Summe aller Investoren. Steigende Kurse bedeuten nicht, dass alle überzeugt sind, sondern dass nur ein paar Prozent mehr in eine bestimmte Richtung tendieren.

Es wird nie eine 100-prozentige Überzeugung geben, weder in optimistischen noch in pessimistischen Phasen. Die Realität bewegt sich dazwischen.

Volatilität und automatische Handelsmodelle

In unsicheren Zeiten sind die Umsätze oft gering. Automatisch gesteuerte Vermögensverwaltungsmodelle (CTAs), die vor allem in den USA aktiv sind, steigen aus dem Markt aus, sobald die Volatilität steigt. Die Volatilität ist stark gestiegen: Der tiefste Wert wurde am 26. Januar erreicht, wo der Volatilitätsindex bei 55,7 lag. Dieser MOVE Index explodierte dann auf 115 und hat sich somit verdoppelt. Nun sinkt die Volatilität wieder, was die Rückkehr dieser Modelle und damit Volumen in die Märkte bedeutet.

Historische Muster bei geopolitischen Eskalationen

JP Morgan hat untersucht, wie der Standard & Poor's Index auf Eskalationen im Mittleren Osten reagiert hat. Seit 1939 zeigt die Statistik, dass der Markt solche Schocksituationen nach etwa zwei Wochen eingepreist hat. Dies ist natürlich keine Garantie, aber es bietet eine Orientierung. Im aktuellen Fall dauerte es mit circa 22-23 Tagen etwas länger, bis der S&P Index drehte, um dann extrem stark anzusteigen.

Die aktuelle Situation ähnelt der Überraschung vor einem Jahr, als Donald Trump Zölle einführte. Die Stimmung kippte ins Negative, und die Kurse gingen stark zurück. Doch solche negativen Stimmungen führen oft zu einem Überschießen der Märkte.

Globale Handelsrouten im Fokus

Die Meerengen spielen eine immer größere Rolle. Neben dem Panama-Kanal und Venezuela rückt nun die Straße von Hormuz in den Fokus. 38% des Gesamtvolumens, das durch die Straße von Hormuz geht, ist für China bestimmt. Etwa 70-75% der chinesischen Bedürfnisse werden über diese Route abgedeckt. Auch die Straße von Malacca und die Straße von Taiwan sind von Bedeutung.

Die Märkte gehen derzeit davon aus, dass es eine Einigung zwischen den USA und dem Iran geben wird. Zwei kritische Themen müssen gelöst werden: die Atomfrage und die Straße von Hormuz. Der Iran setzt die Straße von Hormuz als Druckmittel ein, um Zugeständnisse zu erreichen.

Ein leitender Direktor des Hafens von Los Angeles sagte, dass pro Tag gesperrter Straße von Hormuz die dreifache Zeit benötigt wird, um die Normalität in den Lieferketten wiederherzustellen. Da die Straße von Hormuz seit sechs Wochen blockiert ist, werden mindestens 18 Wochen benötigt, um die Lage zu normalisieren.

Die Wahlen in den USA im November rücken näher. Donald Trump spekuliert möglicherweise auf eine Chance, wenn die Ölpreise zurückgehen, da Wahlen oft an der Tankstelle und in den Wertpapierdepots entschieden werden.

Fazit

Die aktuelle Situation ist komplex und von vielen Faktoren beeinflusst. Die Märkte sind dynamisch und preisen zukünftige Erwartungen schnell ein. Es ist wichtig, die Entwicklungen genau zu beobachten und sich nicht von Schlagzeilen oder kurzfristigen Stimmungen leiten zu lassen. Die Analyse von Zsolt Janos zeigt, dass historische Muster und die Bedeutung globaler Handelsrouten wichtige Aspekte sind, die bei Anlageentscheidungen berücksichtigt werden sollten.

Politiker, die sich gegen Trump stellen, vereinen immer mehr Menschen hinter sich.

Mit diesen Gedanken gehen wir in die nächsten Tage und beobachten, wie die Meldungen der Banken weitergehen.

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